Neckar-Cup
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Über den Neckar-Cup in die Welt hinaus

Physiotherapeut Leander Wallmann aus Leingarten macht müde Tennisprofis wieder munter und begleitet Oscar Otte nach Paris und Wimbledon.

Lars Müller-Appenzeller
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Lesezeit 2 Min
Über den Neckar-Cup in die Welt hinaus
Das Hauptproblem liegt bei Tennisprofis wo? "In der Hüfte und im unteren Rücken", sagt Leander Wallmann, Physiotherapeut aus Leingarten. Foto: Mario Berger  Foto: Berger, Mario

Leander Wallmann ist es gewohnt, alle Hände voll zu tun zu haben. In seiner Freizeit auf dem Fußballplatz als Torhüter - wobei der 31-jährige Leingartener seine Handschuhe dieses Jahr an den Nagel gehängt hat. Und in seinem Beruf als Physio- und Sporttherapeut - der gerade beim Neckar-Cup im Einsatz ist. Von morgens bis abends. "Dieses Jahr gibt es richtig viel zu tun, die Jungs haben in den vergangenen Monaten viel gespielt." Was an ihren Körpern abzulesen ist. Und auch an den Ergebnissen in Heilbronn: Fünf Spieler mussten aufgrund einer Verletzung oder eines körperlichen Problems aufgeben. Im Vorjahr war das lediglich ein Mal der Fall.

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"Nächste Woche steht die Quali der French Open an, da ist jeder besonders vorsichtig", sagt der deutsche Profi Henri Squire. "Das ist auf jeden Fall mit ein Grund", pflichtet Wallmann bei, der sein Feingespür und seinen Humor auch Anfang Juni in Stuttgart beim Turnier auf dem Weissenhof den Tennisprofis zur Verfügung stellt. Von Anfang an ist der ehemalige Oberliga-Schlussmann der Sport-Union Neckarsulm beim Neckar-Cup dabei, seit 2014. So sind viele Bekanntschaften und eine Freundschaft entstanden - und so ist er in die Welt gekommen.

Der Chef fehlt noch ein Weilchen

"Mit Julian Lenz war ich bei Turnieren in Mexiko und Kalifornien", erzählt Leander Wallmann. "Zuletzt war ich mit Oscar Otte in Belgrad und München. War geil." Im Physiozentrum Leintal in Leingarten werden sie noch weitere Wochen ohne ihren Chef auskommen müssen: Otte hat sich in der Rangliste bis auf Platz 58 gespielt, legt Wert darauf, dass Wallmann auch in Lyon, Stuttgart und Halle dabei ist, nicht zu vergessen die Grand-Slam-Turniere in Paris und Wimbledon. "Es ist schon Anerkennung, wenn man unter so vielen Physiotherapeuten ausgesucht wird", sagt Leander genannt Leo Wallmann und strahlt.

Natürlich, es geht bei seiner Arbeit darum, körperliche Probleme zu beheben, die nach dem Match gestressten Muskeln zu massieren. "Ich mache aber auch das Aufwärmprogramm, die Getränke, bringe die Schläger weg, helfe, wo ich kann", sagt Leander Wallmann.

Freundschaft mit gemeinsamem Urlaub

Der Österreicher Tristan-Samuel Weissborn wird Wallmanns Hilfe beim Neckar-Cup 2016 nie vergessen. "Sam war total zerstört, als er ankam", erinnert sich Wallmann, "ich habe ihn in der Woche viel behandelt." Was zum Sieg im Doppel führte. Zu Einsätzen an Weissborns Seite bei Turnieren. Und zu einer Freundschaft mit gemeinsamem Familienurlaub.

Eines noch: Wo haben Tennisprofis eigentlich ihre größte körperliche Baustelle, ist es die Schulter? "Nein", sagt Leander Wallmann. "Es sind eher die Beine, die Hüfte und der untere Rücken."

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