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Triathlet Nothof quält sich in Heilbronn zum Sieger-Glück

Warum der Routinier des hep Teams Neckarsulm auf der Mitteldistanz trotz großer Hitze jubelt und wie er unterwegs alle Schwierigkeiten meistert.

Andreas Öhlschläger
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Lesezeit 2 Min
Triathlet Nothof quält sich in Heilbronn zum Sieger-Glück
Oberbürgermeister Harry Mergel (rechts) gibt am Sonntagmorgen um 8.15 Uhr den Mitteldistanz-Start frei. Danach wird es heißer und heißer, bis fast 30 Grad.  Foto: Kunz, Christiana

Es ist ziemlich unwahrscheinlich, dass sich Maella und Philina in zehn, zwanzig Jahren an diesen großen Sport-Moment ihres Papas erinnern werden. Die beiden Mädels sind noch klein, da sind viele Eindrücke sehr flüchtig. Aber der Papa, der dürfte diesen Triathlon-Sonntag in Heilbronn für die Ewigkeit abgespeichert haben. Philipp Nothof, der strahlende Mitteldistanz-Sieger, war nämlich "brutal stolz" auf seine Leistung. Sein Plan ging voll auf: "Ich wollte einfach ein geiles Rennen machen."

Es wurde ein Heimsieg in 4:11,46 Stunden. Nothof, der Routinier vom hep Team Neckarsulm, holte sich nach 1,9 Kilometern Schwimmen im Neckar, 90 Kilometern auf dem Rad und einem Halbmarathon den Hitze-Triumph beim hep Triathlon Heilbronn powered by Audi. Die hochsommerlichen Wetterbedingungen Mitte Juni hatten die Quälerei noch größer gemacht. Aber Nothof jubelte auf dem Heilbronner Marktplatz.

Magenprobleme beim Laufen

Triathlet Nothof quält sich in Heilbronn zum Sieger-Glück
Philipp Nothof hält das Siegerband in die Höhe. Der Lokalmatador des Neckarsulmer Teams ist als Erster auf dem Marktplatz angekommen. Nach dem Corona-Intermezzo am Frankenstadion 2021 ist das Ziel wieder in der City gewesen. Fotos: Christiana Kunz  Foto: Kunz, Christiana

Zwischendrin gab es allerdings schwierige Momente. In der zweiten Laufrunde musste er wegen Magenproblemen deutlich Tempo rausnehmen. "Das hatte mit der Hitze zu tun." 28 Grad waren es zur Mittagszeit beim Zieleinlauf der besten Mitteldistanz-Starter. Seine körperliche Krise überwand Nothof mit Langsamkeit. "Ich bin gegangen, habe versucht, mich maximal runterzukühlen, jeden Schatten mitzunehmen - aber irgendwann war da halt keiner mehr."

Zuvor auf dem schweren Radkurs mit seinen "brutalen Stichen" nach oben, hatte Nothof mit zwei Kettenabwürfen klar kommen müssen. "Das bringt dich aus dem Rhythmus und du siehst aus wie Sau." Aber das war am Schluss völlig wurscht.

Familie steht hinter dem Gewinner

Triathlet Nothof quält sich in Heilbronn zum Sieger-Glück
Mitteldistanz-Triumphator Nothof hat seine Tochter Maella auf dem Arm.  Foto: Kunz, Christiana

Philipp Nothof war überglücklich. Im Zielbereich auf dem Heilbronner Marktplatz wartete die Familie, die Mutter, die Frau, die zwei kleinen Mädchen. Das war für den Mitteldistanz-Sieger besonders schön. Maella durfte trotz der Absperrungen ganz nah ran an den Papa. "Was gibt es Tolleres, als im Ziel die Tochter in den Arm zu nehmen. Meine Family steht beim Triathlon voll hinter mir." Das ist ganz wichtig, schließlich arbeitet Philipp Nothof - 1987 geboren, also kein junger Hüpfer mehr - voll. Er ist kein Profi. "Man muss schon auch verzichten. Wenn man morgens um fünf Uhr aufsteht, um auf der Rolle zu trainieren, fragt man sich schon manchmal, warum man sich das noch gibt. Es gibt ja nicht nur geile Tage."

Aber dieser Sonntag war ganz und gar ein solcher Tag. Für Philipp Nothof, aber auch fürs hep Team Neckarsulm, das sich durch Moritz Bickel auch den zweiten Platz auf der Mitteldistanz sicherte (4:14,44 Stunden). Er war auf dem Rad "am Anschlag" unterwegs, auch bei ihm forderte das heiße Wetter Tribut. "Bevor die Krämpfe kommen" nahm Bickel ein wenig Belastung weg. "Ich habe dann versucht, konstant zu fahren." Am Sonntagmorgen um 8.15 Uhr, als die ersten Teilnehmenden des Mitteldistanz-Wettkampfs ins Neckar-Wasser gesprungen waren, waren es im Schatten noch 17 Grad Lufttemperatur gewesen. Aber die Sonne knallte erbarmungslos vom Himmel herab. Sogar das Neckarwasser wurde in wenigen Stunden zwei Grad wärmer. Und die Lufttemperatur ging rauf bis fast 30 Grad im Schatten.

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Sprint-Dominator Henseleit

Knapp 650 Sportlerinnen und Sportler hatten den hep Triathlon Heilbronn powered by Audi in Angriff genommen, darunter Simon Henseleit, der U 23-Europameister über die Sprintdistanz. Das sind 750 Meter Schwimmstrecke, 20 Kilometer auf dem Rad und fünf Kilometer in den Laufschuhen.

Philipp Nothof hatte prognostiziert: "Das ist ein junger Wilder. Der zündet da mal kurz durch." Und so kam es dann auch. Henseleit, der fürs hep Sports Team startet, gewann den Heilbronner Triathlon-Sprint hoch überlegen in 1:00,19 Stunden. Er war danach schnell im Rede-Modus, Philipp Nothof war zuvor noch völlig entkräftet platt am Boden gelegen.

"Es war im Vergleich zur Europameisterschaft vor zwei Wochen ziemlich heiß", auf der Radstrecke habe er "versucht, möglichst gleichmäßig zu fahren". Bloß nicht in den knallroten Bereich kommen! Es war für Henseleit zwar ein "Trainingswettkampf". Aber einer mit klarer Sieg-Erwartung.

 
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