Kunstradfahren
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Titelsammlung für Schefold/Hanselmann ist komplett

Warum der Öhringer Kunstrad-Zweier mit Serafin Schefold und Max Hanselmann in Ungarn trotz eines Patzers Europameister wird.

Marc Schmerbeck
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Lesezeit 2 Min
Titelsammlung für Schefold/Hanselmann ist komplett
Haben die EM gewonnen: Serafin Schefold (li.) und Max Hanselmann. Foto: privat  Foto: privat

Die Erinnerungen waren gleich wieder präsent. 2014 holten sich Serafin Schefold und Max Hanselmann ihren ersten internationalen Titel. Im ungarischen Tata wurde der Kunstrad-Zweier des RV Öhringen damals Junioren-Europameister. Etwa 300 Kilometer weiter in Nyíregyháza holten sich die Hohenloher nun auch den Titel in der Eliteklasse.

Am Freitagabend streiften sie sich erstmals das weiße Trikot mit den blauen Streifen und goldenen Sternen über. Es war der letzte große Titel, der dem Duo fehlte. Die Sammlung ist nun komplett. Schließlich war es auch erst die zweite Europameisterschaft bei den Aktiven. Alle Titel im Kunstradfahren gingen nach Deutschland, einzig im Radball gewann Österreich.

Unstimmigkeit führt zu Doppel-Sturz

Bei Schefold/Hanselmann lief es trotz des Titelgewinns nicht vollkommen rund. Eine kleine Unstimmigkeit führte zu einem Doppel-Sturz. Damit waren acht Punkte weg. Ein weiterer Patzer kostete vier Zähler, so dass 158,36 Punkte auf der Anzeigetafel standen. "Im Prinzip sind wir bis auf die Standdrehung zufrieden", sagte Max Hanselmann. "Ohne den Doppelsturz wären wir bei 166 Punkten gelegen. Das wäre ein gutes Ergebnis gewesen und in Richtung unseres Anspruchs gegangen. Wir waren auch wieder ruhiger als bei der EM-Quali. Da merkt man, dass wir schon zwei, drei Wochen mehr Training haben."

Und das Öhringer Duo hatte immer noch vier Punkte mehr als ihre härtesten Konkurrenten Nico Rödiger/Lea Styber (Langenselbold/154 Punkte). "Abgesehen von den beiden großen Patzern lief es solide durch, auch mit der Zeit hatten wir keine Schwierigkeiten", schildert Schefold den Wettkampf. "Wir haben auch viele taktische Punkte gesammelt. Aber es wurde so natürlich spannender als es hätte sein müssen." Zumal die Bedingungen gut waren. "Der Boden war fast zu gut. Das sind wir von solchen Wettkämpfen fast nicht gewohnt. Meist ist er da eher nicht so optimal", sagt Hanselmann. "Überhaupt hat die Organisation gestimmt. Leider war zuschauertechnisch nicht so viel los."

Starker Spanier mit Hohenloher Wurzeln

Aber Ungarn scheint ein gutes Pflaster für Öhringer zu sein. Claudia Wieland wurde in Ungarn 2004 Weltmeisterin. Emilio Arellano (RV Oberjesingen), der beim RV Öhringen mit dem Kunstradfahren anfing, wurde Dritter. Seit zwei Jahren startet er für Spanien und reihte sich, erst vor zwei Jahren den Junioren entwachsen, hinter Seriensieger Lukas Kohl und Marcel Jüngling auf Rang drei ein. Mit einer überaus starken Punktzahl von 197,06 Punkten. "Das war bockstark, er ist Bestleistung gefahren und hat die Deutschen schon unter Druck gesetzt", sagt Schefold.

Nun geht es für ihn und Max Hanselmann erstmal in der Nähe weiter. Am 3. Juli finden die Bezirksmeisterschaften in Ludwigsburg statt. Und auch da müssen die Europameister antreten. Eine Woche später steht der zweite Weltcup im französischen Schiltigheim an, gefolgt von den baden-württembergischen Meisterschaften. "Im Juli haben wir schon ein volles Programm", sagt Schefold. "Wir müssen sehen, dass wir dann noch eine kurze Pause einlegen können."

Mehr Stabilität und Routine

Ende August startet die wichtigste Phase des Jahres mit dem German Masters, der WM-Qualifikation. "Aber das sind auch gute Testwettkämpfe, die nehmen wir mit, damit wir Stabilität und Routine reinbekommen." Dies fehlte in den vergangenen Wettkämpfen noch etwas.

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