Leichtathletik
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Titelkämpfe im Frankenstadion: Die Lokalmatadore räumen viele Medaillen ab

Die regionalen Starter haben bei den Landesmeisterschaften im Heilbronner Frankenstadion den Heimvorteil mehrheitlich genutzt. Doppel-Gold für Aliena Juliette Heinzmann.

Stefanie Wahl
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Lesezeit 2 Min
Titelkämpfe im Frankenstadion: Die Lokalmatadore räumen viele Medaillen ab
Geflickt, aber zu weich für die Athleten ist der Tartan teils im Frankenstadion.  Foto: Veigel, Andreas

Für einige Leichtathleten sind die baden-württembergischen Meisterschaften der Aktiven in Heilbronn ein Heimspiel gewesen, weil sie in der Nähe wohnen oder Trainingseinheiten im Frankenstadion absolvieren. Das Gros hat diesen Vorteil am Wochenende gut genutzt.

Heimvorteil genossen

Endlich wieder Wettkämpfe! Darauf hat Noah Ruedel (ULG/TV Flein) diese Saison lange gewartet. Ein Muskelriss beim Sport-Abi im Frühjahr hat den Sprinter jäh gebremst. Im Frankenstadion verpasst der 18-Jährige vor den Augen seiner Eltern das Finale über 100 Meter in 11,26 Sekunden um zwei Hundertstel. "Es hat sich etwas komisch angefühlt", sagt der Kaderathlet, der noch ein wenig den Flow vermisst hat.

Mutig hat Mohamad Sadegh Sadeghi über 1500 Meter Führungsarbeit geleistet. Eine Szene zum Schmunzeln, denn der 18-Jährige von der TSG Heilbronn ist nicht nur im Vergleich zu Männer-Sieger Jens Mergenthaler (4:11,90) körperlich der Kleinste und Schmächtigste. Trotzdem strahlt Sadeghi nach Platz acht und sagt: "Ich bin jetzt ein Jahr in Deutschland und habe meinen ersten Wettkampf im Frankenstadion bestritten." Unzählige Einheiten auf der Tartanbahn des Frankenstadions hat auch schon Dustin Uhlig hinter sich. Gestern läuft der Jurastudent aus Massenbachhausen über 3000 Meter in 8:38,67 Minuten auf Platz zwei - wie Sadeghi liegt auch er hinter Jens Mergenthaler. Zu Silber läuft die Jugendliche Marie Kraft bei den Frauen über die gleiche Distanz. Nach Platz fünf über 1500 Meter hält sie sich gegen Siegerin Leah Hanle in 9:53,0 Minuten wacker. Bronze geht an die Clubkollegin Isabel Leibfried (10:05,6).

Heimvorteil genutzt

Die Unterstützung der Zuschauer hat Nick Rothenburger eingefordert - und in Form vom rhythmischem Klatschen auch hörbar bekommen. Der Hochspringer sichert sich am Samstag dank im ersten Versuch übersprungener 1,96 Meter den Titel beim Heimspiel vor dem höhengleichen Tom Kindermann. "Es ist schön hier zu springen, obwohl es bisher auf meiner Heimanlage oftmals nicht so geklappt hat", sagt der 25-Jährige von der TSG Heilbronn. Im Kopf des Erziehers schwirrt seine Bestleistung von 2,01 Meter umher. Sie stammt von 2015. Das Potenzial für die Höhe hat Rothenburger erneut gezeigt, doch zu viel Kopfkino wirkt mitunter auch wie eine kleine Barriere.

Locker und bestens gelaunt geht Aliena Juliette Heinzmann ihren Doppelstart im Weit- und Dreisprung an. Nach zwei Bronzemedaille bei den nationalen Meisterschaften der U 23, ihrem Saisonhöhepunkt in der Woche zuvor, ist das Talent vom TV Eppingen gelöst, allerdings auch "platt", wie sie sagt. Das ist für die Kraichgauerin jedoch kein Grund nicht zu kämpfen. Als ihr Nina Garay im letzten Versuch mit 5,91 die Führung um einem Zentimeter abluchst, schält sich die Auszubildende fix aus ihrer Fleecedecke, kontert cool wie prompt - und erobert Gold mit 5,93 Meter. Zuvor holt ihr Vereinskamerad Tim Wagner dank 6,93 Meter Silber bei den Männern, auch im Dreisprung wird er mit 14,28 Meter Zweiter.

Den Landestitel im Dreisprung schafft die 20-jährige Heinzmann nach einer abendlichen Portion Nudeln mit Gemüse aus dem heimischen Garten mit 12,90 Meter. Über ihre Saison sagt sie: "Ohne die zwei Verletzungen wäre mehr gegangen, aber ich bin stolz. Die tolle Serie bei den Deutschen zeigt mir, dass ich konstanter geworden bin."

Heimvorteil verpasst

Wegen Krankheit ist Katharina Schiele (TSG Heilbronn) nicht zum Hammerwerfen und Kugelstoßen angetreten. Auf das Hochsprung-Heimspiel im Frankenstadion, wo Amelie Essig (ULG/TV Flein) nach Verletzungspause Vierte (1,64 Meter) wird, verzichtet hat Jara Ellinger. Sie ist lieber mit ihrem Trainer Tamas Kiss am Sonntag bei einem Meeting in Luxemburg gestartet.

Gut aus dem Startblock kommt Sprinter Marian Wieland (Sport-Union Neckarsulm), doch nach 30 Meter bricht der 19-Jährige abrupt ab. Eine Zerrung im Oberschenkel - ein Malheur, das dem Jurastudenten schon mehrfach widerfahren ist. "Die Bedingungen waren toll, es wäre schön gewesen, nochmals schnell zu laufen", meint der Athlet von Marcel Frädrich.

 

 
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