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Tennis-Profis beim Neckarcup trinken 540 Liter am Tag

Beim Neckar-Cup muss auch der Wasserhaushalt stimmen. Am Heilbronner Trappensee sorgt dafür Uli Retzbach.

Lars Müller-Appenzeller
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Tennis-Profis trinken 540 Liter am Tag
Nicht nur Wasser ist gefragt, bei Jelle Sels auch Schatten. Fotos: Mario Berger  Foto: Berger, Mario

Alle 110 Helfer beim Neckar-Cup sind wichtig. Aber einer ist an diesen sonnigen Tagen besonders wichtig: Uli Retzbach. Ohne den 52-Jährigen geht nichts, weil nichts laufen beziehungsweise fließen würde. Uli Retzbach disponiert täglich den Getränkebedarf des Turniers und verteilt die jeden Tag vom Sponsor Teusser gelieferten Getränke auf die diversen Kühlschränke.

Da kommt ganz schön was zusammen - an Kilometern und an Litern: "15 bis 20 Kilometer, wenn mein Schrittzähler stimmt", sagt Uli Retzbach. Fakt sind die verbrauchten Liter am Sonntag und am Montag: "60 Kästen à neun Liter für die Spieler und 50 Kästen à elf 0,5-Liter-Flaschen für die Ballkinder, Linienrichter und Helfer." Macht 540 und 275 Liter. Eine weitere interessante Zahl: "Jedes Jahr fehlt am Ende eine Palette an Flaschen: 880 Stück."

Schattenspendende Schirme

Der Wasserhaushalt muss stimmen: Heute soll die Sonne über Heilbronn-Ost 14 Stunden lang scheinen, bei bis zu 27 Grad. "Die Ballkinder müssen genug trinken", sagt Dr. Philipp Menzel vom Ärzte-Team. Mit Blick auf das schwarze Outfit der Linienrichter sagt er: "Das ist nicht optimal." Zumal sich auf dem von schwarzen Planen umringten Platz die Hitze staut. Die Spieler kennen das - und bitten beim Seitenwechsel um schattenspendende Schirme. Die Ballkinder und Linienrichter kennen das nur bedingt. Aber dank Uli Retzbach muss ja keiner verdursten.

Tennis-Profis trinken 540 Liter am Tag
Ist täglich 15 bis 20 Kilometer in Sachen Getränke unterwegs: Uli Retzbach.  Foto: Berger, Mario

Der Wasserträger hat immer ein Lächeln auf den Lippen - liegt vielleicht daran, dass der Außendienstler einer Spedition beim Neckar-Cup seinen Urlaub verbringt. Das achte Mal für die achte Turnierauflage. Im Premierenjahr wollte er einfach den Profis zuschauen, während seine Frau Funda am Players Desk half. "Aber es gab Schwierigkeiten mit der Getränkelogistik." Seither kümmert sich Retzbach jeden Turniertag ab 9 Uhr darum, dass alles im Fluss ist und bleibt. "Das tut mir gut", sagt er, "ich verliere dabei auch ein paar Kilo." Und so sind Freundschaften entstanden.

Freundschaften mit den Spielern

Uli Retzbach kommt ins Schwärmen: Zum Kolumbianer Daniel Elahi Galan ("Ich habe seine Handynummer"), dem serbischen Zwillingsdoppel Ivan und Matej Sabanov ("Die Jungs sind so goldig") und vor allem zum australischen Doppelspezialisten Rameez Junaid pflegt er Freundschaften. "Ein-, zweimal im Jahr besuche ich Rameez in seiner Tennisakademie in Offenbach, dann gibt er mir Trainerstunden", sagt der Spieler der Herren 40 des TC Heilbronn. Für Mittwochmorgen hat er übrigens den Center Court gebucht, spielt mit Club-Präsident Christoph Wingerter - bevor die Profis und die Hitze kommen.

 
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