Stolz überwiegt bei Waldenburg nach verpasster Chance
SG Sportschule Waldenburg scheitert in der Relegation zur Oberliga knapp. Ein Sieg und eine Niederalge reichen in Aufstiegsturnier nur zu Platz zwei.

Maximales Entsetzen: Nikita Litzbarski biss vor lauter Ärger in sein Trikot. Cedric Otto verschränkte frustriert die Arme über dem Kopf. Schon im ersten Spiel am Sonntag verspielte die SG Sportschule Waldenburg in der Relegation ihre Chance auf den Oberliga-Aufstieg. Und das hatte sich die Mannschaft selbst zuzuschreiben. So bitter das 2:3 gegen die SG Blaubären TSV Flacht/TSV Schmiden, so unnötig war es nach einer 2:0-Führung auch gewesen.
Da der Oberliga-Relegations-Teilnehmer in Spiel zwei einen ungefährdeten Dreisatz-Erfolg gegen die SG Baustetten/Unterkirchberg (Zweiter Landesliga Süd) folgen ließ, bleibt alles wie es war. Flacht/Schmiden spielt weiterhin in der Oberliga, Waldenburg und Baustetten/Unterkirchberg bleiben Landesligisten.
160 Zuschauer in der Waldenburger Mehrzweckhalle zugelassen
"Im Großen und Ganzen sind wir zufrieden", meinte Spielertrainer Sebastian Schwiertz. "Auch wenn es sehr unglücklich gegen Flacht war, da wir sogar noch den ersten Angriffsmatchball hatten. Danach war es uns wichtig, Zweiter zu werden. Weil man nicht weiß, was in der Ober- oder Regionalliga passiert. Falls dort eine Mannschaft zurückzieht, sind wir in der Nachrückposition."
Zwei Sätze lang hatte die SG die Auftaktpartie des Relegationsturniers in eigener Halle im Griff. "Es hat gut getan, mal wieder vor Zuschauern zu spielen, das haben wir vermisst", meinte Schwiertz. "Es hat Spaß gemacht, wir haben es genossen." Immerhin 160 Besucher waren in der Waldenburger Mehrzweckhalle zugelassen. Und diese sorgten dann auch für Stimmung. Die Waldenburger setzten ihre starke Leistung vom Ende der Landesliga-Saison fort. Der Oberliga-Drittletzte Flacht/Schmiden wirkte beeindruckt.
SG Waldenburg gewinnt die ersten beiden Sätze
Mit 25:21 ging der erste Satz an die SG Sportschule. Gegen Ende des zweiten Satzes schlichen sich dann erste leichte Fehler ein. Durch diese Konzentrationsschwächen baute Waldenburg den Gegner auf. Trotzdem hieß es nach einem erneuten 25:21 schon 2:0 nach Sätzen. Doch der Oberligist erkannte nun seine Chance. Bei Flacht/Schmiden wurde die Annahme immer stärker, dafür wurden die Waldenburger Angriffe nicht mehr mit letzter Konsequenz abgeschlossen. Die ganze Leichtigkeit, das Selbstverständnis, war verflogen. Dazu schlichen sich zu viele falsche Entscheidungen ein. Mit 25:22 holte sich Flacht/Schmiden die Sätze drei und vier.
Waldenburg vergibt Matchball
Vor dem Entscheidungssatz versuchte Schwiertz sein Team nochmal zu beruhigen. Die Waldenburger wollten von Beginn an Druck ausüben, den Oberligisten zum Nachdenken, zum Wackeln bringen. Doch es lief gerade anders herum. 0:5 stand es auf einmal. Waldenburg gab sich aber nicht auf, kam noch einmal eindrucksvoll zurück. "Das war unglücklich und vor allem unnötig", meinte Waldenburgs Maximilian Wunderlich. "Das 0:5 im Entscheidungssatz hätte dann auch nicht sein müssen." Beim 12:12 war es aber wieder ausgeglichen, beim 14:13 hatte die SG ihren Matchball, der vergeben wurde. Dafür nutzte Flacht/Schmiden ihre erste Möglichkeit zur Entscheidung und holte sich das 16:14.
Hohenloher gewinnen zweites Spiel
"Es war spannend. Ich bin stolz darauf, dass wir so gegen eine Oberliga-Mannschaft aufgetreten sind. Es fehlt dann halt das Quäntchen Glück. Manchmal fehlen uns auch die Eier. Schade." Noch war aber nichts verloren - wenn Baustetten/Unterkirchberg gegen Flacht/Schmiden gewonnen hätte oder zumindest zwei Sätze abgenommen hätte. Doch der Oberligist war jetzt im Rhythmus, ließ dem Landesligisten mit 3:0 (25:17, 25:17, 25:21) keine Chance und sicherte sich so den Klassenerhalt.
Nach der Verschnaufpause waren auch die Waldenburger wieder voll da und holten sich ebenfalls ein 3:0 (25:22, 25:17, 25:18). "Wir wollten mit einem positiven Abschluss aus der Saison raus und uns auf jeden Fall Platz zwei in der Relegationsrunde sichern", sagte Schwiertz und zog das Positive raus: "Wenn man bedenkt, dass wir nach der Vorrunde noch Landesliga-Vorletzter waren und jetzt um den Oberliga-Aufstieg gespielt haben, können wir zufrieden sein." Zumal das Team vor der Saison erst als Nachrücker in die Landesliga kam. Trotzdem hätte er gerne seinen insgesamt fünften Oberliga-Aufstieg mit Waldenburg gefeiert.
Schwiertz: "Schön, jetzt Urlaub zu haben."
Nun hofft er, dass die Mannschaft zusammenbleibt und einen nächsten Angriff startet. "Es ist eine coole Truppe. Sehr homogen. Es funktioniert untereinander und macht Spaß. Das ist das Wichtigste." Selbst als er sich wege der Corona-Pandemie etwas zurücknahm zog das Team unter Interimstrainer Bastian Hein voll durch.
Jetzt ist es aber auch mal schön, etwas Urlaub zu haben und ein bisschen zu beachen", sagt Schwiertz. Ganz ohne Druck. Denn dieser war in den vergangenen Monaten - freilich selbst auferlegt - groß gewesen.
Ergebnisse der Relegationsspiele
SG Blaubären Flacht/Schmiden - SG Sportschule Waldenburg 3:2 (21:25, 21:25, 25:22, 25:22, 16:14)
SG Blaubären Flacht/Schmiden - SG VC Baustetten/KSV Unterkirchberg 3:0 (25:17, 25:17, 25:21)
SG Sportschule Waldenburg - SG VC Baustetten/KSV Unterkirchberg 3:0 (25:22, 25:17, 25:18)


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