Boxen
Lesezeichen setzen Merken

Slawa Spomer verteidigt seinen Titel am 25. Juni in Eigenregie

Slawa Spomer veranstaltet seinen 16. Profikampf am 25. Juni in der Heilbronner Eishalle selbst. Von seinem bisherigen Management hat sich der 29-Jährige getrennt.

Stephan Sonntag
  |    | 
Lesezeit 2 Min
Slawa Spomer verteidigt seinen Titel am 25. Juni in Eigenregie
Gegen den Spanier Jose Gregorio Suero gewann Slawa Spomer (re.) im November seinen ersten internationalen Titel. Foto: Archiv/Berger  Foto: Berger, Mario

Es war still geworden um Slawa Spomer in den vergangenen Monaten. Ende November hatte der 29-Jährige in der Heilbronner Römerhalle den Intercontinental-Titel nach Version der International Boxing Organization (IBO) gewonnen. Für dieses Jahr waren die Titelverteidigung und womöglich der Angriff auf den WM-Titel geplant. Der Termin für das erste Ziel steht nun fest: Spomer boxt am Samstag, 25. Juni, in der Eishalle am Europaplatz. Der Gegner für seinen 16. Profikampf steht noch nicht fest.

Unstimmigkeiten über sportliche Ausrichtung

In jedem Fall wird es eine Premiere für den Superweltergewichtler werden. Denn erstmals ist Spomer auch Veranstalter und Promoter seiner selbst. "Ich habe mein bisheriges Management entlassen", erklärt Spomer. Es habe "Unstimmigkeiten über die sportliche Ausrichtung" gegeben, er sah "keine Zukunft" mehr bei der TS-Fight-Management GmbH. Die Zusammenarbeit war erst im Januar 2021 geschlossen worden. TS-Geschäftsführer Thomas Schwarz spricht öffentlich lediglich von "Meinungsverschiedenheiten". Profiboxen sei ein "undankbares Geschäft", deswegen werde er sich aus dem Sport zurückziehen.

Spomers persönlicher Promoter Thomas Holefeld hat diesen Schritt bereits vollzogen. Die zum Jahreswechsel getroffene Entscheidung hatte der Spediteur aus Neuwied kurz vor Ostern öffentlich gemacht. Zu den Gründen wollte sich der 52-Jährige nicht detailliert äußern, ein Zerwürfnis mit seinem Schützling habe es aber nicht gegeben. "Ich kümmere mich auch um seinen nächsten Gegner und helfe bei der Organisation des Kampfs ", sagt Holefeld. Spomer bestätigt: "Zwischen uns ist alles gut. Thomas greift mir weiter unter die Arme."

Rückkehr an den Olympiastützpunkt in Heidelberg

Natürlich steht der boxende Familienvater abseits dieser Unterstützung nicht alleine da. "Ich habe ein gutes Team hinter mir, das mir viel Arbeit abnimmt, so dass ich mich gezielt auf den Kampf vorbereiten kann", sagt Spomer. Aktuell trainiert er wieder am Olympiastützpunkt (OSP) in Heidelberg. Dort war er bereits viele Jahre während seiner Amateurkarriere beheimatet. Trainiert wird er weiterhin von Zoltan Lunka. Der Olympia-Bronzemedaillengewinner von 1996 ist zwar gerade mit dem deutschen Nationalteam der Frauen in Istanbul, wo am Montag die Weltmeisterschaften beginnen. Doch das stellt für seinen Profi-Schützling kein Problem dar. "Es gibt am OSP ja genügend andere Trainer und Boxer, die mich unterstützen. Auch von den Top-Amateuren kann man immer was lernen", sagt Spomer.

1500 bis 2000 Zuschauer erwartet

Im Gegensatz zu früheren nationalen Box-Größen wie etwa Felix Sturm oder Marco Huck plant Spomer allerdings nicht, auch künftig seine Kämpfe in Eigenregie durchzuführen. Heilbronn soll in der Hinsicht eine einmalige Sache bleiben. "Ich habe bereits ein neues Management im Auge. Es ist aber noch nichts spruchreif", sagt Spomer. Dass er mit so einer Veranstaltung natürlich auch ein finanzielles Risiko eingeht, ist ihm bewusst. Dennoch geht er das Wagnis optimistisch an. "Durch den Wegfall der Corona-Beschränkungen und der Maskenpflicht wird das ein ganz anderes Erlebnis für die Zuschauer als noch im November. Ich rechne mit 1500 bis 2000 Fans in der Halle", sagt Spomer. Es war schließlich sein Wunsch, den Titel noch einmal in Heilbronn zu verteidigen. Mit Blick auf höhere Weihen wird wohl kein Weg an Kämpfen im Ausland vorbeiführen.

Kommentar hinzufügen
Kommentar hinzufügen
Kommentare werden geladen
  Nach oben