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Schwaigerner Genuss-Momente

Das Maiturnier des RVS Schwaigern zählt nicht nur bei der Sonntagssiegerin Anika Layher zu den liebsten Turnieren. Vor allem die familiäre Atmosphäre hat es den Reitern angetan. Da schält man gerne auch mal in der Küche Kartoffeln.

Dominik Knobloch
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Lesezeit 2 Min
Schwaigerner Genuss-Momente
Im M*-Springen am Sonntag ganz vorn gelandet: Anika Layher mit ihrer "Lebensversicherung" Connecticut. Foto: Helmut Melchert  Foto: Helmut Melchert

Der Siegerschmaus fiel bodenständig aus. Nachdem Anika Layher am Sonntag auf Connecticut fehlerfrei und flott durchs Stechen im Schwaigerner M*-Springen geritten war, lautete der Essenswunsch der jungen Frau vom RV Ilsfeld schlicht Maultaschen.

"Ich bin eben ein richtiger Schwabe", sagte die 22-Jährige mit einem Lachen. Auch das dreitägige Turnier des RVS ist ein echter Klassiker, den nach zwei Pandemie-Jahren zahlreiche Zuschauer genossen. "Wir sind ziemlich regional und das ist auch gut so", sagte Oliver Schmiech, 2. Vorsitzender des Vereins, zwar. Längst ist das Schwaigerner Maiturnier aber auch über die Region hinaus bei Reitern gefragt. Vor allem in der trendigen Dressur.

Samstag die Dressur gewonnen, Sonntag die Kartoffeln geschält

"Vor einigen Jahren haben wir noch gezögert, ob wir überhaupt eine M*-Dressur ausschreiben sollen, oder ob das nicht viel zu schwierig ist. Jetzt ist das Feld riesig", freute sich Schmiech über das große Interesse. An die Spitze des Top-Feldes mit satten 20 Startern setzte sich am Samstag Caroline Sophia Fischer vom RFV Esslingen mit Honkey Tonk. "Und am Sonntagvormittag hat sie uns geholfen, Kartoffeln zu schälen", betonte Oliver Schmiech die besonders familiäre Atmosphäre.

Vielleicht waren es die, die Anika Layher am Sonntagnachmittag als Salatbeilage zu ihren Maultaschen genoss. In jedem Fall hatte sie sich die Stärkung verdient. Und ihre Connecticut die Karotten, Äpfel und Bananen. "Sie ist eine echte Lebensversicherung, probiert es echt immer und ich habe mit ihr nie Angst", lobte Layher das beste Sprungpferd des Sonntags. "Ich bin eigentlich nicht so der Stechreiter und war sehr aufgeregt. Ich reite gerne schön, nicht so schnell", gestand die Siegerin.

Die Böden waren nach dem Wolkenbruch in der Vorwoche hervorragend

Dass auf dem von manchen eher ungeliebten Rasen richtig schön geritten werden konnte, war auch dem Wetter zu verdanken, erklärte Schmiech: "Die Böden waren hervorragend, der Wolkenbruch am Mittwoch war ideal für uns." Layher wusste es zu schätzen: "Ich reite hier sehr, sehr gern. Schwaigern war eigentlich schon immer mein Lieblingsturnier."

Martin Kurz werden die Böden dennoch in schlechter Erinnerung bleiben. Zwar kam er auf Collin ebenfalls ins Stechen und letztlich auf Platz zwei. Sein Pferd verletzte sich bei der letzten Landung aber. Kurz kam zu Fuß zur Siegerrunde, in der neben Layer auch der Dritte Sven Jössel (RV Kraichtal mit Lorssini) und Vierte Michael Pfisterer (RV Öhringen mit Cataya) ritten.

Der Sieg von Anika Layher war ein Erfolg mit Signalwirkung

Wie schon samstags im L-Spingen, das mit Jan Müller ebenfalls ein Ilsfelder gewann, hatte Pfisterer beim Sonntags-Highlight Pech gehabt. Ein Zeitfehler kostete ihn nach fehlerfreiem Ritt nur um eineinhalb Sekunden das Stechen.

So konnte am Ende Anika Layher ausgelassen jubeln. Es war auch ein Erfolg mit wichtiger Signalwirkung, denn Springreit-Nachwuchs ist rar. "Es gibt schon wenige Junge mittlerweile. Ich war und bin oft die Jüngste", sagte Layher, die sonntags nicht gedacht hätte, "dass ich gewinne - am Samstag war es nämlich nicht so gut, da hatten wir drei Fehler."

Fehlerfrei war im ersten M*-Springen Armin Schmid vom RV Gellmersbach als Sieger mit Champion de l" Air geblieben. Zweite wurde Nicole Ostermann (RV Obersulm) mit Galaxy vor Frank Burger (RV Oberderdingen) und dem Sonntagsdritten Jössel. Ein Genuss war das Turnier am Ende für fast alle. Nicht nur kulinarisch.

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