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Mehr Geld für Amateur-Schiedsrichter: Fußball-Verband erhöht die Sätze

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Die Aufwandsentschädigungen für Schiedsrichter im Amateur-Fußball steigen ab der Saison 2024/25. Der Verband erhöht die Sätze für die Unparteiischen. Das bekommen sie ab Sommer.

Schiedsrichter Niklas Straßer pfeift Punktspiele bis zur Verbandsliga, erhält dafür aktuell pro Partie 60 und in der nächsten Saison 65 Euro.   
Fotos: Bertok
Schiedsrichter Niklas Straßer pfeift Punktspiele bis zur Verbandsliga, erhält dafür aktuell pro Partie 60 und in der nächsten Saison 65 Euro. Fotos: Bertok  Foto: Bertok, Alexander

Schiris gibt es nie zu viele und aktuell zu wenig. Derzeit läuft im Fußballbezirk Unterland die Anmeldephase für einen Neulingskurs, den die Schiedsrichtergruppen Heilbronn und Kocher/Jagst gemeinsam durchführen und der vom 16. April bis 18. Mai in acht Theorie-Einheiten durchgeführt wird. Je vier davon im Online-Modus und Präsenz. Ein Online-Info-Abend für Interessierte findet am 9. April statt.

Sich für seinen Verein als Unparteiischer zu betätigen lohnt sich finanziell durchaus. Die drei Fußballverbände in Baden-Württemberg haben Anfang des Jahres eine Erhöhung der Aufwandsentschädigungen für die Schiedsrichter im Amateurbereich beschlossen. Zum Grundbetrag, gestaffelt in einzelne Spielklassen, kommt noch ein Pauschale von je 30 Cent pro gefahrenen Kilometer hinzu.

Aufwandsentschädigung für Schiedsrichter: Das gibt es in der Kreisliga für den Unparteiischen

Für die Leitung eines Kreisligaspiels beläuft sich die Aufwandsentschädigung aktuell auf 33 Euro, ab der neuen Saison erhöht sich diese auf 40 Euro. Beträgt der Anfahrtsweg des Schiedsrichters 30 Kilometer (Hin- und Rückweg 60 Kilometer) kommen 18 Euro Entfernungspauschale hinzu. Der gastgebende Verein zahlt somit an den Unparteiischen ab Sommer 58 Euro aus.

"Das ist ein klares und tolles Zeichen von den Verbänden Baden, Südbaden und Württemberg in Richtung der Schiedsrichter", lobt Marco Gegner, Obmann der SRG Heilbronn, die deutliche Anhebung der Grundbeträge und auch damit die einhergehende "gesteigerte Wertschätzung" für die Mitglieder der Schiedsrichter-Gruppen.

"Auch ohne die Spesenerhöhung zählen wir im württembergischen Fußballverband schon zu den Topverdienern in Deutschland, was die Aufwandsentschädigung betrifft und befinden und damit auf einem sehr guten Niveau", sagt Gegner es sei aber nur "ein Zahnrad zur Verbesserung der Gesamtsituation. Durch die Erhöhung werden wir nicht auf Anhieb mehr Schiedsrichter gewinnen."

Was fehlt, ist eine größere Anerkennung und mehr Respekt in der öffentlichen Wahrnehmung von Seiten der Zuschauer, Vereine und Spieler gegenüber den Schiris.

Aufwandsentschädigung für Schiedsrichter: Die Sätze in den untersten Ligen steigen am stärksten

Freuen darf sich vor allem die Basis, die unterklassig pfeifenden Schiedsrichter. "Die Kameraden, die in der Kreisliga, Bezirksliga und in der Jugend Spiele leiten, profitieren am stärksten von dieser Spesenerhöhung", erwähnt Gegner. Und so steigert sich zum Beispiel der Satz für die Leitung einer E-Junioren-Begegnung von 14,50 auf 20 Euro. Eigentlich sei auch eine Erhöhung der Entfernungspauschale notwendig, denn 30 Cent pro gefahrenen Kilometer rechne sich in der heutigen Zeit nicht mehr. "Bei den gestiegenen Verbraucherpreisen für Benzin und Verschleißteile am Auto macht man da keinen Gewinn, sondern legt eher drauf", sagt Gegner.

Klar ist, reich werden kann ein Unparteiischer nicht. Wer diesem Hobby Woche für Woche nachgeht, der macht das, weil es ihm Spaß macht. Es ist eine Freizeitbeschäftigung, die finanziell entlohnt wird. "Ich bezeichne das immer als bezahlte Sporteinheit für jemanden, der fußballbegeistert ist und sich fit halten will", sagt Gegner.

Was den anstehenden Neulingskurs betrifft, haben sich bisher nur zwölf Teilnehmer eingetragen, das ist die Mindestzahl um den Kurs durchführen zu dürfen. "Im Vergleich zum vergangenen Jahr sind das gerade mal halb so viele Anmeldungen", sagt Lorenz Gleißner von der SRG Heilbronn, der die Anmeldungen entgegennimmt.

Das Engagement der Vereine, um das ihrige zur Gewinnung von Unparteiischen beitragen, ist überwiegend deutlich zu gering. Ein Negativbeispiel ist der VfR Heilbronn, der sportlich den Aufstieg in die Verbandsliga im Blick hat, aber für die Anzahl seiner im Spielbetrieb befindlichen Mannschaften für die Saison 2022/23 ein Minus von sechs Schiedsrichtern aufwies.

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