Padel für Neulinge: Mit Tipps der Frauen-Bundestrainerin zu schnellen Fortschritten
Beim zweistündigen Lesersommer-Padelkurs im Sportivo in Heilbronn entdecken Alt und Jung den Trendsport für sich.

Der Aha-Effekt der Padel-Anfänger könnte nicht größer sein. Als die 14 Leser und Leserinnen am Samstagnachmittag zu den zwei für sie reservierten Courts im Sportivo in Heilbronn-Frankenbach schreiten, da führt ihr Weg sie an den Spielerinnen des TC Pleidelsheim vorbei, die hier gerade um Bundesliga-Punkte kämpfen. Hier die blutigen, staunenden Anfänger beim Erstkontakt mit einer ihnen bisher unbekannten Sportart, dort die Könner, die besten Padel-Akteurinnen Deutschlands. Was für eine Bandbreite.
Der Anschauungsunterricht ist schnell vorbei, fürs Staunen bleibt keine Zeit. Schnell die Schläger verteilt, die wenigen, einfachen Regeln erklärt, dann heißt es ausprobieren und einfach loslegen. Den Ball treffen alle schnell, die Lernfortschritte sind in verschiedenen Doppel-Konstellationen sichtbar. "Das ist der große Vorteil an diesem Sport. Man kann es einfach ziemlich schnell", sagt Walter Schmidt, der die neue Anlage in Heilbronn-Frankenbach managt. Wenn man von den Besten angeleitet wird, dann geht das umso schneller.
Mit Tipps von der Bundestrainerin
Jimena Gonzalez aus Flein nimmt sich nach ihrer Bundesligapartie Zeit, Feinheiten zu erklären. In welcher Sportart hat man schließlich die Möglichkeit, von einer Bundestrainerin angeleitet zu werden? "Wow, echt? Das wusste ich nicht", sagt Doris Schork aus Flein über ihre Padel-Trainerin. Schork spielt seit acht Jahren hobbymäßig Tennis, das sieht nicht nur Walter Schmidt sofort. Der gebürtige Argentinier, den in der Halle alle nur "Wally" rufen, führt die eine Lesergruppe in die Feinheiten seines Sports ein. Bei der anderen fungiert der 24-jährige Alberto als Instruktor. Der Heilbronner Student stammt aus Mexiko, dem Heimatland des Padelsports. Man spricht spanisch, nicht nur an der Padel-Weltspitze, sondern auch in Heilbronn "Bei uns ist der Sport schon groß, hier soll er es noch werden", sagt Schmidt über den rasanten Mix aus Tennis und Squash.
In den zwei Stunden wird schnell klar, wer schon mal einen Rückschlagsport betrieben hat. Im Tennis, Squash, Badminton oder Tischtennis Erfahrungen gesammelt und sich dadurch koordinativ auf Anhieb leichter tut. Trotzdem gilt es für Schmidt, viele Fragen zu beantworten. Warum sind da so viele Löcher im Schläger? Um den Luftwiderstand beim Schwingen zu reduzieren. Wie ist das mit der Zählweise? Wie im Tennis. Wie klappt das Spiel mit der Glaswand, an die der Ball nach dem Aufprallen auf dem Boden springen darf, von dort aus allerdings ohne Bodenkontakt gespielt werden muss. "Die Glaswand musst du immer als Freund sehen", sagt Schmidt und lacht. Diese Freundschaft ist nicht bei jedem schnell eine tiefergehende auf Lebenszeit.

Stefan Reinke aus Lauffen spielt in Besigheim Tischtennis. Sein Können mit der kleinen, weißen Plastikkugel versucht der 31-Jährige mit einem Vorhandtopspin wie beim Tischtennis erfolgreich umzusetzen. "Das macht hier echt Spaß, aber ich werde meiner Tischtennis-Mannschaft treu bleiben", sagt Reinke.
Neugierde auf andere Sportarten
Simone Schimmel (51) aus Nordheim ist ein absoluter Sporttausandsassa und bringt ganz viel Lesersommer-Erfahrung mit. "Ich probiere gerne Neues aus", sagt die Jugend-Fußball-Trainerin beim FC Union Heilbronn, die gerade erst in Waldenburg ihren ersten Triathlon absolviert hat. Stand-Up-Paddling, Klettern, Skiken (Mix aus Langlauf und Inlineskaten) hat sie durch die Leseraktionen in den vergangenen Jahren schon kennengelernt. "Wenn es etwas mit neuen Sportarten gibt, dann will ich dabei sein", sagt sie, die vor vielen Jahren einst Tennis gespielt hat.
Ein Tennis-Neuling ist hingegen Eva Kling, die den Sommer über einen Tennis-Anfängerkurs beim TC Sonnenbrunnen absolviert hat. Sie könnte sich einen Umstieg vom größeren Tennis-Court eventuell vorstellen. Die 25-Jährige wäre nicht die Erste. "Als Kind beginnt man mit Tennis, mit 20, 30 Jahren entdeckt man Padel", sagt Walter Schmidt.
Reinschnuppern
Seit wenigen Wochen läuft der Betrieb auf den fünf Doppel- und zwei Einzel-Courts im Heilbronner Sportivo. Wer mal reinschnuppern möchte: Mittwochs und donnerstags finden After-Work-Veranstaltungen statt, Infos unter www.padelon.de. Für 15 Euro pro Person inklusive Leihschläger und Bällen lässt sich die in Deutschland noch recht neue Sportart ausprobieren, die mit wenig Ausrüstung relativ preisgünstig daherkommt. Kauf-Schläger sind ab 60 Euro erhältlich. fhu


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