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Neue Gesichter für den Franzosen

Warum Gilles Simon, einst Nummer sechs der Welt, beim Neckar-Cup in Heilbronn spielt

Lars Müller-Appenzeller
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Neue Gesichter für den Franzosen
Macht Ende der Saison mit dann 38 Jahren Schluss: Gilles Simon. Foto: Mario Berger  Foto: Berger, Mario

Man sieht ihm seine Extraklasse nicht an. Ja, das ist die ehemalige Nummer sechs der Welt, ja, das ist wohl nicht mehr der beste, aber der in seiner Karriere am besten platzierte Profi des 8. Neckar-Cups. Beim genauen Blick auf Gilles Simon fällt seine Gelassenheit auf - wie er über die Anlage schlendert, wie er mit seinen Kollegen, den Helfern spricht. Seit Samstag ist es offiziell: Der 37-jährige Franzose hört nach dieser Saison auf. Sind Sie deshalb das erste Mal in Heilbronn, Monsieur Simon?

Papa will seine Kinder sehen

"Oui, ich möchte noch einmal neue Gesichter, neue Orte sehen. Ich bin nicht traurig, bei einem Challenger zu sein, überhaupt nicht", sagt der Vater von zwei Kindern: "Sie werden im September zwölf und neun." Um sie geht es: Seine Familie. In ziemlich genau einem halben Jahr rund um die Uhr: "Ich will meine Kinder sehen", sagt der Mann aus Paris nach 17 Jahren auf der Tour und schiebt nach: "Die, die ihre Kinder jeden Tag sehen, wollen sie am liebsten möglichst oft zu den Großeltern bringen."

Es ist ein lustiges 30-minütiges Gespräch mit einem älteren, aber immer noch frischen Franzosen. Ein Beispiel: Kürzlich hat sich Gilles Simon entschieden, nicht zum vermutlich 15. Mal das ATP-Turnier in Monte Carlo zu spielen, sondern erstmals das berühmt-berüchtigte Challenger im italienischen Barletta. Die Plätze, die Organisation, der Fahrdienst - alles sei schlichtweg eine Katastrophe gewesen: "Jetzt verstehe ich, warum die Spieler seit 25 Jahren über Barletta schimpfen. Aber ich war glücklich, das einmal gesehen zu haben." Für seine Karriere ist er dankbar: "Ich hatte die Chance, erfolgreich zu sein."

16 Millionen Dollar eingespielt

14 Titel und knapp 16 Millionen US-Dollar Preisgeld hat Simon eingespielt, sein größter Erfolg gelang 2011 in Hamburg. "Ich bin definitiv nicht auf demselben Level", sagt der Mann mit den zarten Fingern nach einer zweistündigen Trainingseinheit. "Aber ab und zu bin ich noch wettbewerbsfähig." Dass er bei den vergangenen vier Turnieren, darunter Barletta, nicht einen Sieg gesammelt hat - nicht so wichtig.

Egal wie das Erstrundenmatch heute am Trappensee gegen den ukrainischen Qualifikanten Oleksii Krutykh ausgehen wird: "Ich werde immer ein Tennisspieler sein", sagt Gilles Simon, "auch wenn es mein Körper nicht mehr so zulässt."

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