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Neckar-Cup in Heilbronn: Wildcards für Kuhn und Zapata Miralles

Beim Tennisturnier am Trappensee gibt es ein Wiedersehen auch mit Molleker. Metehan Cebeci behält einen Trumpf und Moraing muss verletzt passen.

Lars Müller-Appenzeller
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Tennisturnier am Trappensee: Wildcards für Kuhn und Zapata Miralles
Nicola Kuhn startet nun wieder für Deutschland.  Foto: Thomas Metelmann via www.imago-images.de

Zwei Jungs sind beeindruckt, als sie am Donnerstagmittag mit dem Fahrrad und ihrer Tennistasche auf der Anlage des TC Heilbronn am Trappensee ankommen: "Wow, Alter!", ruft der eine, als er die Anlage sieht, die seit Tagen zur Bühne für Tennisprofis aus aller Welt umgebaut wird. Ja, das kann sich schon sehen lassen - was auch erneut für das Teilnehmerfeld gilt, das bis zur Auslosung am Samstagabend um 18 Uhr und dem ersten Aufschlag am Sonntag um 11.30 Uhr mehr und mehr ein Gesicht bekommt. Turnierdirektor Metehan Cebeci hat im Poker um die Wildcards am Donnerstag fast alle Karten auf den Tisch gelegt - einen Trumpf behält er auf der Hand. Denn: "Ich habe Wildcard-Anfragen en masse." Er wartet auf die beste Option.

Nicola Kuhn, das selbstbewusste Talent

Die wichtigsten Personalien sind junge alte Bekannte, die Gesichter kennt man: Nicola Kuhn (22) und Bernabé Zapata Miralles (25) bekommen einen Platz im Hauptfeld. "Nicola war schon zwei Mal hier", sagt Metehan Cebeci. Damals wehte auf der Anzeigetafel noch eine spanische Flagge hinter dem derzeit 255. der Weltrangliste, der in Innsbruck geboren ist, als Jugendlicher für den Deutschen Tennis Bund spielte und seinen Lebensmittelpunkt in Spanien hat. Seit Oktober spielt das schon immer selbstbewusste Talent - mit 15 sagte er: "Mein Wille ist so groß wie der von Djokovic!" - wieder für Deutschland.

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Das am Samstag am Trappensee beginnende Challenger ist zurück in der Zukunft und bekommt ein neues Make-up.

Titelverteidiger Bernabé Zapata Miralles ist dabei

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Bernabé Zapata Miralles schlägt in Heilbronn als Titelverteidiger auf.  Foto: Veigel, Andreas

Dass Vorjahressieger Bernabé Zapata Miralles eine Wildcard benötigt, um am Trappensee seinen Titel verteidigen zu können, überrascht; schließlich wird der Spanier in der weltweiten Hitliste auf Platz 113 geführt, wäre also problemlos ins Hauptfeld gekommen - wenn er sich denn in die elektronische Liste eingetragen hätte. "Er hat sich nicht mit den neuen Regeln ausgekannt", fasst Metehan Cebeci grinsend und kopfschüttelnd die Telefonate der vergangenen Tage mit dem Champion von 2021 zusammen. "Ich bin sehr, sehr glücklich, dass ich zum vierten Mal nach Heilbronn kommen darf", sagt Zapata Miralles, der noch in Valencia trainiert und am Sonntag anreist.

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Rudolf Molleker, Turniersieger von 2018.  Foto: Berger, Mario

Auch der ehemalige Turniersieger Rudolf Molleker wird wieder mit von der Partie sein. Der 21-Jährige gewann den Neckar-Cup 2018, war auch 2019 und 2021 am Start, hatte aber immer wieder mit Verletzungen zu kämpfen. Am Sonntag stand er beim Future-Turnier in Split im Finale, ist auf Platz 504 in der Weltrangliste zurückgefallen. Metehan Cebeci: "Er hat in den vergangenen Wochen ein paar Mal angefragt." Das wird mit einer Wildcard für die Qualifikation belohnt , selbst ist der Profi. "Ich komme ohne Erwartungen", sagt der junge Mann, der mittlerweile in Berlin lebt.

Jan-Lennard Struff sagt wegen einer Fußverletzung ab

Ein Kandidat für eine Hauptfeld-Wildcard war Jan-Lennard Struff (Weltranglistenplatz 90). Der Sieger der Neckar-Cup-Premiere 2014 brauche nach seiner Fußverletzung aber "noch zehn Tage Pause", so Cebeci. Peter Gojowczyk (102) habe es vorgezogen, zum ATP-Turnier nach Rom zu fliegen, obwohl er auf Platz zehn der Warteliste für die Qualifikation stehe "und sein Trainer will, dass er in Deutschland spielt".

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Schmerzhafte Absagen gab es vom Litauer Ricardas Berankis (95) und von Mats Moraing (124), nachdem sich der Mann aus Mühlheim an der Ruhr am Mittwoch beim Challenger im österreichischen Mauthausen verletzt hat - wie auch Cedrik-Marcel Stebe (210) aus Vaihingen an der Enz, der fix in der Quali von Heilbronn dabei gewesen wäre. Der schwarz-rot-goldene Faktor schrumpft, wobei Daniel Altmaier (65) die deutsche Fahne an prominenter Stelle hochhält: als Nummer eins der Setzliste - sofern die letzte Wildcard nicht an einen noch besseren Spieler geht.

Gut möglich, dass der in Stuttgart geborene 18-jährige Liam Gavrielides, der einst beim TC Oberstenfeld spielte, eine Wildcard für die Qualifikation bekommt. Auch das entscheidet sich bis Samstag, 18 Uhr.

Finale fast ausverkauft

Die Frage zaubert ein Lächeln auf die drei Macher des Heilbronner Neckar-Cups: "Der Kartenvorverkauf läuft so gut wie nie", sagt Metehan Cebeci. "Er hat in den vergangenen Tagen wohl mit Blick auf die Wetterprognose angezogen", ergänzt Tom Bucher. Das Dauerkarten-Kontingent sei bereits weg, berichtet Mine Cebeci: "Das Finale am Samstag ist schon fast ausverkauft." Ein Erfolgsfaktor scheint die Möglichkeit zu sein, Tribünenplätze online (www.neckarcup.de) aussuchen und buchen zu können.

 
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