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Mühlleitner verpasst WM-Finallauf in Budapest

Über die 400 Meter Freistil schlägt der Schwimmer der Neckarsulmer Sport-Union als insgesamt Elfter an und verpasst damit das WM-Finale. Auch der geplante Start als Teil der 4x200-Meter-Staffel findet nicht statt.

Stefanie Wahl
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Lesezeit 2 Min
Mühlleitner verpasst WM-Finallauf in Budapest
Auf seiner Paradestrecke, den 400 Meter Freistil, hat sich Henning Mühlleitner bei der WM in Unagrn strikt an seine Taktik gehalten. Foto: imago images/Laci Perenyi  Foto: Sportphoto by Laci Perenyi via www.imago-images.de

Ähnlich wie in Tokio sind die eigenen Erwartungen. "Relativ niedrig", sagt Henning Mühlleitner. Zwei Worte, die schnell missverstanden werden können und auf den ersten Blick auch so gar nicht zu seinem vierten Platz über die 400 Meter Freistil bei der olympischen Premiere in Japan im August 2021 passen wollen.

Das ahnt der 24-Jährige von der Sport-Union Neckarsulm und schiebt daher schnell nach, was sich hinter dieser Aussage verbirgt. "Nicht in dem Sinne, dass ich keine Leistung von mir erwarte. Vielmehr, dass ich relaxed und mit einer Sicherheit an den Start gehe." Soll heißen: Keinen übermächtigen Druck aufbauen, im Vorfeld das Hirn nicht permanent mit hohen Zielen überfrachten. Sondern die Gewissheit mit sich zu tragen, in den vergangenen Wochen und Monaten hart trainiert, sich auch den gesamten Winter über durch dunkle Trainingseinheiten gequält zu haben.

Keine Trauer, kein Bedauern trotz Platz elf

Am Samstagmorgen ist Henning Mühlleitner mit dieser Erwartung bei der Weltmeisterschaft in Budapest in seinen Vorlauf über die 400 Meter gegangen - 3:47,17 Minuten später hat der Student für Wirtschaftsinformatik angeschlagen. Als Fünfter auf der Bahn neben seinem Teamkollegen Lukas Märtens (siehe Meldung auf dieser Seite). In der Addition reicht es zu Platz elf, damit verpasst Henning Mühlleitner um knapp sieben Zehntelsekunden das Finale am Abend.

Mit einigen Stunden Abstand, analysiert der Unterländer Sportler des Jahres und Mitglied des Sporthilfe Perspektivteams Paris 2024: "Mit dem Rennen an sich bin ich recht zufrieden. Ich konnte alles geben, was am Morgen drin war", sagt Henning Mühlleitner gegenüber der Heilbronner Stimme. "Die Herangehensweise war ganz gut, ich hätte es nirgendwo besser machen können. Es gibt nichts, dem ich hinterhertrauere, dass ich es nicht ins Finale geschafft habe."

Eher verhalten ist Henning Mühlleitner angegangen, hat sich strikt an seine eigene Taktik und die Vorgaben von Cheftrainer Matt Magee gehalten - und sich mit zunehmender Rennlänge immer weiter nach vorne geschoben.

Corona beeinflusst Reisepläne

Ein Lauf, das ist es bei dieser Weltmeisterschaft in Ungarn dann aber auch schon gewesen. Dabei hat der Wettkampfplan vorgesehen, dass Henning Mühlleitner Teil der deutsche Staffel über 4 x 200 Meter Freistil ist. Die ist jedoch abgemeldet worden und tritt am Donnerstag in der Duna Aréna nicht an. "Das ist ein bisschen ärgerlich", sagt Henning Mühlleitner, der trotzdem noch bis Donnerstag in Ungarn bleiben wird. Der Grund: Der vierte Schwimmer, Josha Salchow aus Heidelberg, ist kurz vor seiner Abreise nach Ungarn positiv auf das Coronavirus getestet worden. "Ich habe keine großen Beschwerden und kann mich normal bewegen. Es fühlt sich eher an wie eine normale Grippe. Aber die Blutwerte lassen auch eine verzögerte Anreise nicht zu", sagt Salchow, dessen Ziel zudem noch ein Start über 100 Meter Freistil gewesen wäre.

"Leider ist nun keine Nachmeldung mehr möglich", sagt Christian Hansmann, Leistungsdirektor im Deutschen Schwimmverband. "Das ist schade, weil die lange Freistilstaffel bis zu den Olympischen Spielen 2024 von uns als ein Prestigeobjekt angesehen wird." Zur Erinnerung: Vor zehn Monaten bei den Olympischen Sommerspielen in Tokio sind die Männer im Finale Siebter geworden - mit Henning Mühlleitner.

Silber-Feier auf der Margareteninsel

Der kämpft sich nun weiter durch, trainiert im Budapester Schwimmkomplex und hat mit Lukas Märtens im Teamhotel auf der in der Donau gelegenen Margareteninsel dessen WM-Silber gefeiert.

Mit den nationalen Titelkämpfen steht diese Woche bereits der nächste Wettkampfblock an. Auf der Mare-Nostrum-Tour, einer internationalen Turnierserie, die vor zwei Wochen in Frankreich zu Ende gegangen ist, hat Henning Mühlleitner schon Erfahrungen mit Belastungszyklen dieser Art gemacht.

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