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Merlins ziehen positives Fazit, auch ohne Happy End

Crailsheim blickt auf eine erfolgreiche Saison zurück, bei der das i-Tüpfelchen Playoff-Einzug fehlte. Nun geht es in die Personalplanungen für die nächste Runde.

Marc Schmerbeck
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Merlins ziehen positives Fazit, auch ohne Happy End
Terrell Harris (rechts) entwickelte sich während der Saison weiter und ist sicherlich ein Kandidat für einen Anschlussvertrag. Fotos: Marc Schmerbeck  Foto: Schmerbeck, Marc

Sebastian Gleim reckte zum Abschied nochmal die Faust ins Publikum. Wohl wissend, dass das letzte Heimspiel der Hakro Merlins Crailsheim, das letzte Hauptrundenspiel am Samstagabend, auch die letzte Partie der Saison gewesen sein könnte. Trotz des 95:93-Sieges gegen die Niners Chemnitz und der damit verbundenen Chance auf den Playoff-Einzug - wenn es Schützenhilfe gegeben hätte. Kurz vorher hatte der Trainer den Fans noch Applaus spendiert. Auch in schwierigen Zeiten der Saison standen die Zuschauer hinter der Mannschaft. Gleim lobte bei Pressekonferenzen immer wieder die Anhänger.

Ein Saison mit vielen tollen Siegen, aber auch Rückschlägen

"Hätte mir vor einigen Wochen jemand gesagt, dass wir nach acht Coronafällen, der schweren Verletzung von TJ Shorts und schwierigen Nachverpflichtungen am letzten Spiel noch die Chance haben, die Playoffs zu erreichen, wäre ich sehr happy und stolz gewesen. Das bin ich auch jetzt", lautete sein Hauptrundenfazit. "Ich glaube, dass wir auf eine Saison zurückblicken können, in der wir viel erlebt haben. In der wir unglaublich viele tolle Siege eingefahren haben, aber auch herbe Rückschläge hatten."

Merlins ziehen positives Fazit, auch ohne Happy End
Trainer Sebastian Gleim applaudierte in seiner ersten Saison dem Publikum.  Foto: Schmerbeck, Marc

Verkettung von unglücklichen Umständen kostete Crailsheim entscheidende Punkte

Das große Problem war, dass die Rückschläge gerade mit der Verletzung von Shorts und den Coronafällen so kurz aufeinander gefolgt sind. Das Team hatte gar keine Zeit und kaum eine Möglichkeit, sich schnell genug auf die neue Situation und die neue Balance im Team ohne ihren Taktgeber einzustellen. Das Programm war danach so dicht gepackt, dass Gleim kaum Möglichkeiten hatte, die Nachverpflichtungen Jon-Axel Gudmundsson und Mike Caffey schnell genug zu integrieren. Außerdem verletzte sich Caffey im Endspurt dann auch noch.

Diese Verkettung von unglücklichen Umständen sowie der Kraftverschleiß kosteten schließlich die entscheidenden zwei Punkte, um unter die besten acht Mannschaften der Liga zu kommen. "Wir haben trotzdem immer einen Weg gefunden, uns innerhalb eines Spiels oder zwischen den Spielen neu zu justieren und einen Weg zu finden, wieder anzugreifen", sagte Gleim. "Wir haben die meisten Merlins-Spiele in einer Saison aller Zeiten gespielt mit Europe-Cup und Pokal-Final-Four."

Merlins ziehen positives Fazit, auch ohne Happy End
Geschäftsführer Martin Romig schrie in dieser Spielzeit oft "Hurra".  Foto: Schmerbeck, Marc

Ingo Enskat ist unheimlich stolz

Der Sportliche Leiter Ingo Enskat saß nach der Schlusssirene hingegen minutenlang noch auf der Werbebande. "Wahnsinn", sagte er über das letzte Spiel. Am späten Sonntagabend erst hatten die Crailsheimer dann die Gewissheit, dass sie die Playoffs wirklich verpasst hatten, da Bamberg gegen die Hamburg Towers gewann und sich damit den achten Platz in der BBL sicherte - mit einem Sieg mehr auf dem Konto als Crailsheim.

"Wahnsinn", sagte Enskat aber auch zur Saison. "Ich bin unglaublich stolz auf das, was die Mannschaft und die Trainer geleistet haben. Wir haben in drei Wettbewerben mit unseren Voraussetzungen gut gespielt. Das ist sensationell. Das kann man gar nicht genug betonen." Und auch er verteilte noch ein Kompliment an die Zuschauer: "Es ist unglaublich, was bei uns in der Halle abgeht. Es hat sich seit wir wieder Publikum haben, von Mal zu Mal gesteigert."

Erfolge der Merlins auf internationaler Bühne und im Pokal

Auch wenn das Happy End, der Playoff-Einzug, ausgeblieben ist, blicken die Crailsheimer auf eine starke Saison zurück. Geschäftsführer Martin Romig bezeichnete sie bei Magentasport als "intensivste" und "aus meiner Sicht, wenn wir die Tabelle ausblenden, die erfolgreichste Saison". Im Fiba Europe-Cup standen die Merlins bei ihrem ersten Mal auf internationalem Parkett im Viertelfinale. Dazu kam der Finaleinzug im Pokal. "Wir haben mitgenommen was geht", sagte Romig, "die Playoffs wären das i-Tüpfelchen gewesen. Wir waren in Athen, Minsk, Kiew, in Dänemark und Italien. Vom Mindset her war es affengeil." Und auf jeden Fall habe er öfter "Hurra" geschrien als dass er sich geärgert habe.

Und auch der Geschäftsführer lobte die Atmosphäre bei den Heimspielen in der Arena Hohenlohe. "Es war eine brutale Energie. Die Zuschauer sind unser sechster Mann. Es ist sensationell. Ich bin so stolz darauf, Geschäftsführer dieses Standorts zu sein", sagte er. "Aber auch Hut ab vor meiner Mannschaft, die ein brutales Programm durchgezogen hat."

Zu Personalien für die nächste Saison wollte er sich allerdings nicht äußern. Der eine oder andere Spieler hat noch einen Vertrag. "Wir wollen den Kern halten, das ist klar", sagt Romig. Doch inwiefern dies gelingt bleibt abzuwarten, da sich der eine oder andere Spieler sicher auch auf die Wunschliste anderer Vereine gespielt hat. Und wenn sich die Chance ergibt, würde er auch nächste Saison gerne in einem internationalen Wettbewerb spielen. Und auch ohne Happy End gebührt der Applaus nicht nur dem Publikum.

Sasisonabschlussfeier am Crailsheimer Marktplatz

Nach 52 Pflichtspielen endete die Saison der Merlins am Samstagabend auf dem neunten Tabellenplatz in der BBL. Heute Abend um 18.30 Uhr findet nun die Saisonabschlussfeier am Marktplatz in Crailsheim statt.

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