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Massenbachs Volleyball-Mannschaft: Ein Mehr-Generationen-Team mit Spaßpotenzial

Die Frauen des TSV Massenbach spielen seit 1983 Volleyball. Speziell ist dabei die Alterstruktur: Das Durchschnittsalter beträgt mehr als 43 Jahre. Am Wochenende duellierte sich der TSV mit dem jüngsten Team der Liga.

Alexander Bertok
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Massenbachs Volleyball-Mannschaft: Ein Mehr-Generationen-Team mit Spaßpotenzial
Am Samstag gab es für das Team zwei Siege und die Verbesserung auf den zweiten Tabellenplatz der Kreisklasse B Nord zu bejubeln.  Foto: Bertok, Alexander

Sport hält jung, Sport hält fit - was wie Vereins-Werbung klingt, trifft für die Volleyball-Frauen des TSV Massenbach ins Schwarze. Der Kader des Mehr-Generationen-Teams besteht aus 21 Spielerinnen - mit Ella Haas zählt die jüngste 18 Jahre und in Inge Hoffmann feierte die älteste vergangene Woche ihren 76. Geburtstag. Die Red Ladies sind eine illustre Truppe mit familiärem Enkel-Mutter-Oma-Charme. Das Durchschnittsalter des Kaders beträgt knapp mehr als 43 Jahre.

"Der Spaß steht im Vordergrund", sagt Sylvia Beck. Die 52-Jährige ist Abteilungsleiterin der Ein-Team-Volleyballsparte des TSV und Kapitänin der Drei-Generationen-Truppe. Das erste Spiel am Samstag in der Schwaigerner Sonnenberghalle sorgte beim 3:1-Sieg gegen den TSV Niederstetten für einen weiteren prägnanten Altersunterschied. Die Hohenloherinnen waren alle jünger als 18, die beiden Jüngsten erst 13 und 14 Jahre. "Das ist fast schon die vierte Generation", sagt Beck und lacht. "Das macht den Sieg umso schöner, zumal sie in der Tabelle vor uns standen." Es war ein Duell der Mannschaft mit dem ältesten Altersdurchschnitt in der B-Klasse Nord gegen die jüngste.

Unorthodoxe Spielweise als Geheimwaffe

Massenbachs Volleyball-Mannschaft: Ein Mehr-Generationen-Team mit Spaßpotenzial
Mitunter spielen die Massenbacherinnen etwas unorthodox, was die jeweiligen Gegner oftmals vor Probleme stellt.  Foto: Bertok, Alexander

Die Massenbacherinnen sind nicht nur aufgrund ihrer besonderen Altersstruktur bekannt. "Wir legen großen Wert auf gute Verpflegung", meint Beck. "Das ist ganz witzig, wenn wir bei Auswärts-Spieltagen mit unserem Catering in die Halle marschieren. Da ist von Zuschauern schon zu hören gewesen: "Jetzt kommen die Mütter von den Spielerinnen und bringen Kuchen". Die waren überrascht, als wir später im Trikot auf dem Platz standen."

Im Spiel selbst sind die TSV-Damen unberechenbar. "Wir haben eine recht unorthodoxe Spielweise, und die bereitet jüngeren Mannschaften mitunter Schwierigkeiten", sagt Beck. Das wurde am Samstag auch dem SSV Geißelhardt II zum Verhängnis, der unterlag gegen den neuen Tabellenzweiten mit 1:3.

Familiärer Charakter ist besonders wichtig

Massenbachs Volleyball-Mannschaft: Ein Mehr-Generationen-Team mit Spaßpotenzial
 Foto: Bertok, Alexander

Zwischen den Begegnungen saß das Team in gemütlicher Runde zusammen. Bei Kaffeeklatsch-Atmosphäre standen Kuchen, Hörnchen, Muffins, Kaffee, Sprudel, Bier und Orangensaft da. Auch Sekt, galt es doch, drei Geburtstage nachzufeiern. Der familiäre Charakter ist allen wichtig. Spieltage samt Kind und Kegel sind Normalität. Auch abseits des sportlichen Geschehens ist der Zusammenhalt groß. Beck erzählt von Unternehmungen wie Vereinsausflügen oder mehrtägigen Radtouren mit bis zu 500 Kilometern.

Das Radfahren ist in der Corona-Zeit mit zwei Saisonabbrüchen etwas abhandengekommen. Doch das nächste Rad-Frühjahr wartetet, ebenso die Beachvolleyball-Runde im Sommer. Ansonsten haben die TSV-Damen die Corona-Phase schadlos überstanden. "Wir hatten keinen Schwund, bei uns fühlen sich alle wohl", sagt Beck.

Trainer Paetow: Von der Aushilfe zur Dauerbeschäftigung

Andy Paetow ist als Trainer in seiner jetzt dritten Spielzeit und bei den Red Ladies der Hahn im Korb. Für den 52-Jährigen, der in Kirchhausen Volleyball spielt, ist es die erste Station als Coach. "Meine Tochter Sina spielt hier mit. Nachdem der ehemalige Trainer aufgehört hatte, wurde ich gefragt, ob ich aushelfen würde", sagt Paetow.

Das Aushelfen wurde zur Dauerbeschäftigung. "Man muss sich schon auf eine andere Art von Training vorbereiten. Mit den ganz Älteren kann ich jetzt keine Konditionseinheiten machen, andererseits gilt es, mit den ganz Jungen an den Grundlagen zu arbeiten."

Gummi-Hahn Vincenzo fungiert als Maskottchen

Bettina Hötzel ist seit 1985 im Team. "Wir haben unheimlich viel Spaß", sagt die 56-jährige Leingartenerin, die 2005 wie 2018 zwei Meisterschaften feierte. Sie erzählt, dass der Altersschnitt vor wenigen Jahren gar bei knapp 55 Jahren lag, ehe die Jungen dazu kamen. So krass der Altersunterschied der Truppe ist, so skurril präsentiert sich das Team-Maskottchen - die Gummi-Attrappe eines gerupften Hahns, der Vincenzo (der "Siegreiche") getauft wurde.

"Irgendjemand muss ihn bei uns in der Halle in Massenbach mal vergessen haben. Er lag dort eine ganze Zeit herum", erzählt Bettina Hötzel, dass sich die Damen dann seiner erbarmten und den "hässlich-schönen" Gockel vor knapp zehn Jahren als Glücksbringer in ihr Team aufnahmen.

Die Älteste und die Jüngste

Teamseniorin Inge Hoffmann hat als 38-Jährige beim TSV Massenbach mit Volleyball begonnen, ist über das Mutter-Kind-Turnen ins Team gekommen. Zuvor spielte die ehemalige Lehrerin und Turnerin des FSV Schwaigern in einer Lehrer-Freizeitmannschaft. "So lange es mir Spaß macht und es noch geht, bleibe ich dabei", sagt die 76-Jährige, die fünfmal beim Trollinger den Halbmarathon gelaufen ist. Zuletzt 2018 war sie mit einer Vierermannschaft, den "Weinbergschnecken", im Staffelwettbewerb dabei. "Ich musste den ersten Abschnitt laufen, den Haigern hoch."

Ella Haas, mit 18 Jahren das Nesthäkchen, kam vor zwei Jahren über eine Anzeige im Schwaigerner Ortsblatt zur Mehr-Generationen-Truppe. "Ich wollte aber nicht alleine kommen und so sind meine Schwester und meine Mutter ins Probetraining mitgegangen. Die Schwester und ich sind hier hängen geblieben", erzählt Ella Haas, die in diesem Jahr vor ihrem Abitur steht.

 
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