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Kein Britsch-Comeback am Samstag in Wiesbaden

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Die Ring-Rückkehr des Neckarsulmers Profiboxers verschiebt sich. Mit dem neuen Manager Moritz Klatten soll der Weltmeistertitel anvisiert werden.

Von Stephan Sonntag
Dominik Britsch im Jahr 2015 in Koblenz beim Kampf um deutsche Meisterschaft gegen Alois Schwarz. Foto: Marc Schmerbeck/Archiv
Dominik Britsch im Jahr 2015 in Koblenz beim Kampf um deutsche Meisterschaft gegen Alois Schwarz. Foto: Marc Schmerbeck/Archiv  Foto: Marc Schmerbeck

Am 22. Juni vermeldete Boxen.de, dass Dominik Britsch am Samstag in Wiesbaden "einen Kampf über acht Runden gegen einen noch nicht genannten Gegner bestreiten will". Es wäre der 39. Profikampf für den 31-Jährigen gewesen, der erste seit mehr als einem Jahr. Doch "Petkos"s Fight Night" in der Brita-Arena wird ohne den fünfmaligen Unterländer Sportler des Jahres über die Bühne gehen.

"Wir konnten leider keine Einigung mit unserem Investor erzielen", erklärt Moritz Klatten im Gespräch mit der Heilbronner Stimme. Der 37-jährige Fitnesscoach aus Hamburg ist der neue Manager von Dominik Britsch. Man kennt sich noch aus gemeinsamen Tagen beim Sauerland-Boxstall, damals betreute Klatten den früheren WBA-Weltmeister Jack Culcay. Die neue Partnerschaft soll in ähnliche Höhen führen. "Dominik wird kein Kirmesboxer. Das Ziel lautet, Weltmeister zu werden. Dominik ist im besten Boxeralter, er muss in den Ring", fordert Klatten.

Neffe der reichsten Frau Deutschlands

Das soll jetzt frühestens im September der Fall sein. "Dominik hat in meinem Gym in Hamburg trainiert, hat auch Sparringseinheiten absolviert und war vorbereitet, um am Samstag in den Ring zu steigen", sagt Klatten, dessen Tante Susanne als reichste Frau Deutschlands gilt.

Der Sohn des Medienunternehmers Werner E. Klatten ist in Hamburg aufgewachsen, studierte Architektur in London, bevor er sich spontan zu einem Berufswechsel entschied, Fitnesstrainer wurde und in seinem Haus ein Box-Gym eröffnete. "Der Alptraum aller Eltern", kommentierte er seinen Werdegang Anfang des Jahres in einem Interview mit dem Hamburger Stadtmagazin "Opium": "Nach einem schwierigen Anfang bekam ich aber die volle Unterstützung meiner Familie." Mit seinem Unternehmen "Champ Performance" bietet Klatten und sein dreiköpfiges Team individuelles Training für Jedermann an, er betreut aber auch andere Leistungssportler, nicht nur Boxer.

Die beste Zeit von Dominik Britsch soll noch kommen

Weder Dominik noch sein Vater und Trainer Jürgen Britsch wollten sich gegenüber der Stimme zu ihren Zukunftsplänen und der Zusammenarbeit mit Klatten äußern. Der frühere Junioren-Weltmeister Britsch hatte nach seinem Ende bei Sauerland mit Promoter Thomas Holefeld 2015 ein Comeback gestartet. Die Partnerschaft endete 2017 abrupt, das Duell um den IBF-Intercontinental-Titel gegen Ronny Mittag war bereits terminiert.

"Unverhältnismäßige Geldforderungen" des Teams Britsch, hatte Holefeld, der mittlerweile den Heilbronner Mittelgewichtler Slawa Spomer bereut, als Grund für die Trennung genannt. Vater und Sohn Britsch teilten dazu nur schriftlich mit, dass sie "die unangemessene Kritik nicht kommentieren" würden. Der Kampf gegen Mittag fiel ins Wasser und es herrschte lange Ruhe. Im vergangenen Jahr gewann Britsch Anfang Mai und Ende Juni zwei Kämpfe gegen Nobodys in Mexiko. Zu seinem 30. Geburtstag im Oktober 2017 hatte Britsch angekündigt: "Ich bin überzeugt, dass meine beste Zeit noch bevorsteht."

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