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Ilsfeld freut sich auf den großen Reitsport

Drei Tage lang steht das Turnier in Ilsfeld mit jeweils vier S-Prüfungen in der Dressur und im Springen im Fokus der Reit-Szene. Im Springen gibt es bei den Starterzahlen allerdings noch Steigerungspotenzial.

Lars Müller-Appenzeller
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Lesezeit 2 Min
Ilsfeld freut sich auf den großen Reitsport
Es war einmal, in der Vor-Corona-Zeit: Der Bulgare Konstantin Eduard van Damme fliegt am 30. Juni 2019 auf Chazino zum Sieg im Großen Preis von Ilsfeld. Foto: Archiv/Veigel  Foto: Veigel, Andreas

Das Leuchten in den Augen ist zurück, sei es bei Ann-Kathrin Lindner, Sven Schlüsselburg oder Jan Müller: Die Ilsfelder Reiter-Familie freut sich auf ihr Heimspiel, die große Pause des größten Reitturniers in der Region ist endlich vorbei. Von Freitag bis Sonntag werden beim 70. Reit- und Springturnier des RV Ilsfeld in 29 Dressur- und Springprüfungen die Sieger gesucht - in jeweils vier S-Prüfungen. Vor Freunden und der Familie zu glänzen, das ist und bleibt ein (Lebens-)Ziel. Jan Müller sagt es so: "Mein Ziel ist es immer noch, ein Mal den Großen Preis zu gewinnen." Corona hat dem 45-Jährigen 2020 und 2021 die Möglichkeit dazu genommen, das Turnier fiel aus. Jetzt soll alles sein wie vorher - doch das ist es nicht.

 

Warum kommen weniger Starter?

"Das Prüfungsangebot ist das Gleiche wie zuletzt 2019", sagt Dieter Melwitz. Und der Erste Vorsitzende des Reitervereins Ilsfeld stellt sich, wie vor der Pandemie gewohnt, "auf ein volles Haus", auf viele, viele Zuschauer ein. Und wie sind die Nennungszahlen der Reiterinnen und Reiter?

Die Antwort von Dieter Melwitz ist mehr geseufzt als gesprochen: "Für die aktuellen Verhältnisse müssen wir zufrieden sein." Es sei grundsätzlich frustrierend, wie die Nennungszahlen derzeit in der Turnierlandschaft aussehen - in ganz Deutschland. Warum das so ist, kann sich der Pferde- und Turnierkenner, der 16 Jahre lang den Vorsitz im Pferdesportkreis Franken inne hatte, schlichtweg nicht erklären. "Ob es Coronaauswirkungen sind? Keine Ahnung", sagt Dieter Melwitz. Wobei es zwei klare Tendenzen gebe.

Qualität statt Quantität lautet die Devise

"Die Dressur geht nach wie vor, ist ein Selbstläufer", sagt Dieter Melwitz. "Was auffällig ist: Früher nahmen die Starter längere Anfahrten auf sich. Heute kommen die Meisten aus der Nähe - was sich leicht mit dem Benzinpreisen erklären lässt." Aber das Turnier in Ilsfeld sei an diesem Wochenende das einzige in Baden-Württemberg mit S-Springen. Die 22 Nennungen für den Großen Preis am Sonntag (16 Uhr) sind da quantitativ durchaus dürftig - qualitativ gibt es keinen Makel.

"Wir probieren es, geben uns alle erdenkliche Mühe und schauen, wie die Resonanz ist, ob es sich lohnt", sagt Melwitz. Die Zahlen müssen stimmen bei einer Veranstaltung, bei der es um insgesamt 22 400 Euro Preisgeld geht. Der Blick auf die Nennungen in der großen Tour und die vielen Ilsfelder lässt den Funktionär lächeln: "In der Dressur haben wir Ann-Kathrin Lindner, Christiane Bader, Madlin Zott und meine Frau Dagmar, im Springen Sven Schlüsselburg, Pascal Lindner und Jan Müller - aus diesem Grund machen wir das Turnier!" Gerade dass Sven Schlüsselburg sattelt, der mittlerweile für seinen eigenen Verein, das Pferdeleistungszentrum Engelsberg, an den Start geht, ist nicht selbstverständlich.

Schlüsselburg zuletzt auf Erfolgskurs

Der 40-Jährige stand 2021 auf der sogenannten Longlist für die Olympischen Spiele. "Ich freue mich total auf das Turnier in Ilsfeld", hat Schlüsselburg am Sonntag beim Turnier in Weinsberg gesagt. Er war zum Zuschauen dort, unterstützte seinen italienischen Bereiter Roberto Ieva. Auch bei den deutschen Meisterschaften zuvor in Balve hatte Sven Schlüsselburg entgegen der Planungen nicht im Sattel gesessen - weil er und seine Pferde Bud Spencer sowie Viceversa De La Roque beim Nationenpreis in Bratislava und beim CSIO in St. Gallen quasi zu gut waren - mit Bud Spencer steuerte er in der Slowakei eine Doppelnull zum deutschen Sieg bei.

"Buddy sprang abnormal", sagt der kürzlich unfreiwillig am Blinddarm operierte Springreiter, der mit Bundestrainer Otto Becker besprochen hat, "dass wir eine kleine Sommerpause machen, also auch den CHIO in Aachen auslassen - um danach richtig durchzustarten". Aber das Heimturnier in Ilsfeld, das lässt Sven Schlüsselburg nicht aus.

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