Eishockey
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Für die große Eishockey-Karriere führt der Weg weg vom HEC

Drei Eigengewächse des HEC berichten von ihren Erfahrungen im DEL2-Perspektiv-Camp und ihren Zukunftsplänen. Konrad Knot hält seinem Heimatverein die Treue, Artjom Aronov geht nach Basel und Tim Otterstätter nach Berlin.

Stephan Sonntag
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Lesezeit 2 Min
Für die große Eishockey-Karriere führt der Weg fort aus Heilbronn und weg vom HEC
Die drei Teilnehmer des Heilbronner EC am DEL2-Perspektivteam (von links): Verteidiger Konrad Knot sowie die Stürmer Tim Otterstätter und Artjom Aronov.  Foto: Veigel, Andreas

Der Weg zum Eishockeyprofi kann sehr weit sein. Und in vielen Fällen führt er schon in jungen Jahren weg aus Heilbronn. Das sieht beim Nachwuchs-Trio des Heilbronner EC, das vom vergangenen Mittwoch bis Sonntag am fünftägigen DEL2-Perspektiv-Camp teilnehmen durfte, nicht anders aus. Einzig Konrad Knot wird seinem Heimatverein treu bleiben. Tim Otterstätter und Artjom Aronov werden die Heimat verlassen, um sich den Traum vom Profi zu erfüllen.

Der 15-jährige Artjom Aronov besucht in Berlin ein Internat

"Ich spiele nächste Saison in Basel und wohne dort in einer Gastfamilie", sagt der 15-jährige Aronov. "Ich wechsle auf ein Internat in Berlin. Dort habe ich die Möglichkeit DNL zu spielen und am Development-Camp der L.A. Kings teilzunehmen", sagt der ebenfalls 15-jährige Otterstätter. Der Club aus der nordamerikanischen Profiliga NHL ist über die Anschutz-Unternehmensgruppe praktisch Eigentümer des DEL-Clubs und kooperiert dementsprechend eng mit den Hauptstädtern. Die Eisbären-Juniors spielen zudem in der höchsten Division der Deutschen Nachwuchs Liga (DNL) und damit zwei Ligen über der U17 des HEC.

Tim Otterstätter wäre gern in Heilbronn geblieben

"Wir versuchen unsere Spieler bestmöglich zu beraten und ihnen über unsere Netzwerke Perspektiven zu bieten", sagt HEC-Nachwuchscoach Jan Hey. Und die liegen eben mangels infrastruktureller Möglichkeiten anderswo. "Klar, das ist ein großer Schritt. Weg von zu Hause, weg von der Familie. Ich traue mir das aber zu", sagt Aronov. Sein Teamkollege Otterstätter gibt zu: "Ich wäre gerne in Heilbronn geblieben." Doch an den Realitäten führt kein Weg vorbei: "Wenn man bei einem kleinen Verein wie Heilbronn ist, muss man wechseln."

Otterstätter ist wie Knot durch den Besuch eines Falkenspiels vom Eishockey-Virus befallen worden. Bei Aronov besitzt der Sport eine familiäre Tradition, schon sein Vater hat Eishockey gespielt.

Beim DEL2-Perspektiv-Camp gehen Trainingsinhalte tief ins Detail

Die Teilnahme am DEL2-Perspektivteam war für das HEC-Trio vor allem eine Bestandaufnahme. "Es ist eine super Gelegenheit, um sich mit gleichaltrigen Spielern von anderen Vereinen zu vergleichen", sagt Knot, der auch schon vergangenes Jahr beim Camp in Weißwasser dabei war. Für Otterstätter und Aronov war es die Premiere. Und der Effekt? "Da so viele Trainer hier sind, lernt man ständig was Neues. Schon beim ersten Training, wo es ums Schlittschuhlaufen ging, habe ich gute Hinweise fürs bessere Umkanten bekommen", nennt Aronov ein Beispiel für die tief ins Detail gehenden Trainingseinheiten der 15 Coaches.

Die sind allerdings auch gehörig anstrengend: "Ich habe meine Oberschenkel die Treppen hierauf in den Vip-Raum deutlich gespürt", gab Knot bereits am Samstamittag zu. Dennoch hielt das Heilbronner Trio natürlich bis zum Abschlussspiel am Sonntagmittag durch.

Viel Lob von DEL2-Pressesprecherin Denise Krug

"Das Team um Jan Hey, die Trainer und Mannschaftsbetreuer des Heilbronner EC, haben das Camp mit viel Herzblut durchgeführt", lobte DEL2-Pressesprecherin Denise Krug den Ausrichter des dritten Perspektiv-Camps. Die HEC-Coaches Martin Siskovic und Vladimir Grof hätten über das Camp hinaus, abends sogar noch den HEC-Nachwuchs betreut. "Und das immer mit einem Lächeln auf den Lippen", war Krug beeindruckt. Für das leibliche Wohl sorgte Renate Böllinger. Dafür bekam sie am Samstag eine von allen Teilnehmern unterschriebene Kochschürze geschenkt.

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