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Fechterin Fanny Straub steht vor dem Sprung über den großen Teich

Die Künzelsauer Bundeskader-Fechterin Fanny Straub erfüllt sich mit einem Sport-Stipendium in New York einen Traum.

Von Julian Bielenberg
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Lesezeit  2 Min
Fechterin Fanny Straub steht vor dem Sprung über den großen Teich
Fanny Straub wagt den Schritt aus Künzelsau nach New York City. In den USA will sie auch fechterisch vorankommen. Foto: Fotostudio Linke  Foto: Fotostuio Linke

Auf einmal war es da - das Angebot, auf das Fanny Straub so lange hingearbeitet hat: In einer kurzen E-Mail verkündete die Cheftrainerin des renommierten Wagner-College in New York, dass sie die 18-jährige Fechterin aus Künzelsau gerne ab der kommenden Saison verpflichten will. "Da habe ich mich schon sehr gefreut", erzählt Straub. Ihr sei zwar bewusst gewesen, dass ihr Niveau für ein Stipendium ausreichen wird, aber ihr Wunschort New York war lange nicht unter den eingehenden Angeboten. Neben der guten Hochschule und dem Charme, den der Big Apple auf alle jungen Menschen ausübt, findet das Ausnahmetalent dort auch beste Trainingsbedingungen mit Fechterinnen aus der ganzen Welt vor.

Schon beim Schnuppertraining in der Grundschule fiel das Talent auf

Dabei hat alles ganz klein angefangen. In der Turnhalle ihrer Grundschule in Nürnberg schnupperte sie im Rahmen einer Schul-AG in den Sport. Schnell war klar, welcher Rohdiamant sich in der damals Achtjährigen verbarg. Schon nach kurzer Zeit konnte das zierlich gebaute Talent mit teils deutlich älteren Mädchen mithalten und wurde bald bayerische Meisterin ihrer Altersklasse. "Dass ich als Kind sehr lange klein geblieben bin, hat mich im Nachhinein nur stärker gemacht", analysiert Straub im Rückblick. Um ihre geringe Körpergröße auszugleichen, musste sie sich zwangsweise taktisch und technisch sehr gut entwickeln, um Erfolge zu feiern. Zudem glänzte sie schon immer mit einer unheimlich hohen Schnelligkeit. Sie gilt zudem als eine der technisch besten Fechterinnen Deutschlands.

Bald jedoch entwuchs die kleine Fanny den beengten Strukturen ihres Vereins in Nürnberg. Darum entschied sie sich bereits mit 13 Jahren, auf das Internat des Schlossgymnasiums in Künzelsau zu wechseln - zwar keine Metropole, aber Hochburg des Säbelfechtens der Frauen. 150 Kilometer trennten sie von da an von ihrer Familie, schon bald werden es Luftlinie mehr als 6000 sein. Auch wenn die Sportlerin des FC Würth Künzelsau sehr an ihrer Wahlheimat hängt, freut sie sich auf den Schritt in die Ferne: "Von den neuen Erfahrungen in einem ganz anderen Umfeld werde ich sowohl persönlich als auch sportlich profitieren."

Vorbild für Straub ist die Kaderkollegin Anna Limbach

Für die Familie, ihren Verein und das deutsche Fechten bleiben ihr etwa drei Monate Semesterferien pro Jahr. Die größte Herausforderung wird aber sein, die internationalen Wettkämpfe und die obligatorischen Uni-Meisterschaften unter einen Hut zu bekommen.

Straub will sich der Belastung stellen: "Es gibt ein paar Beispiele, bei denen das ganz gut geklappt hat." So ist die aktuell stärkste deutsche Säbelfechterin und Kaderkollegin Straubs, Anna Limbach, nach vier Jahren Studium aus den Staaten zurückgekehrt und dominiert seither das deutsche Fechten. "Für sie war es der richtige Weg und sie hat mich in meiner Entscheidung bestärkt", so die junge Frau. Schwer wird ihr trotzdem der Abschied von Künzelsau fallen. Vor allem von ihren Trainingskameradinnen und Mitbewohnerinnen im Internat.

Konkrete Ziele hat die Fechterin für die Zeit in den USA noch nicht. "Ich will einen Studiengang finden, der zu mir passt und mich sportlich weiterentwickeln." Denn planen könne man ohnehin nicht alles, erklärt die trotz ihres jungen Alters erfahrene Athletin.

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