Die Golfer von Schloss Liebenstein sind zurück im Kreis der ganz großen Kaliber
Die Männermannschaft des GLC Schloss Liebenstein beendet die Golf-Turniersaison mit dem zweiten Aufstieg und geht künftig in der höchsten Spielklasse Baden-Württembergs an den Start.

Das lange Wochenende hat bei Pascal Fischer Spuren hinterlassen. "Ich habe Muskelkater in den Oberschenkeln", sagt der Kapitän der Männermannschaft des Golf- und Landclubs Schloss Liebenstein am Montagabend und lacht. "Ein Kollege hat sich eine blutige Blase gelaufen, wir haben Wind, Kälte und Regen getrotzt." Von Freitag bis Sonntag kämpfte die Mannschaft auf der Anlage des GC Owingen-Überlingen bei den baden-württembergischen Mannschaftsmeisterschaften mit maximalem Einsatz um den Aufstieg in die 1. Liga. Mit Erfolg.
Ein Feiertag am Bodensee
Nach dem Aufstieg im Sommer in der Deutschen Golf Liga (DGL) von der Ober- in die Regionalliga glückte oberhalb des Bodensees nun auch im zweiten Versuch die Rückkehr in den Kreis der besten acht Teams im Ländle. Ein Feiertag zum Abschluss einer bemerkenswerten Saison - doch so richtig gefeiert wurde noch gar nicht. "Das holen wir im November in einem Restaurant in Schozach nach", sagt Fischer, der jetzt erst einmal die Schläger für drei bis vier Wochen in der Ecke stehen lasse.
Zeit für eine Saisonbilanz
Die Doppelaufsteiger sind im Kern schon seit vielen Jahren zusammen, Frischzellenkur aus der eigenen Jugend inklusive. Aktuelles Beispiel ist Ben Mundinger, der wie Pascal Fischer aus Neckarwestheim kommt. "Alle von uns sind in maximal 15 bis 20 Minuten auf dem Golfplatz", sagt der 32 Jahre alte Kapitän über die 15-köpfige Mannschaft, die zwischen 14 und 40 Jahre alt sei.
Klare Nummer eins ist Sebastian Steeb. Der 20-Jährige hat ein Handicap von -3,7, kommt wie sein vier Jahre jüngerer Bruder Benjamin aus der eigenen Jugend - und war am Wochenende am Bodensee gar nicht dabei. "Er macht gerade ein Auslandssemester in Kalifornien", sagt Pascal Fischer. Sebastian Steeb habe aber trotz regelmäßiger Anfragen von noch besseren Clubs kürzlich versichert, seiner Mannschaft auch 2023 treu zu bleiben. "Wir halten ihn mit unserem besonderen Teamgeist bei Laune", sagt Fischer.
Sie gehen weite Wege für den Erfolg
Zwei Mal die Woche wird zusammen auf dem Golfplatz trainiert: ein Mal mit Trainer Benjamin März an der Technik gefeilt, ein Mal gemeinsam gespielt. Parallel laufen Ausdauer- beziehungsweise Krafttraining. "Mehr geht in der Regel nicht, die meisten von uns sind berufstätig", erklärt Fischer. Golf ist ein Zeitfresser. Golf ist Kopfsport, der den Körper fordert. An einem der Turnierwochenenden, an denen zwei Mal oder drei Mal 18 Loch gespielt werden, kommt da einiges zusammen: "Zwölf bis 15 Kilometer pro Runde", sagt Fischer. Der Golf-Marathon von Owingen-Überlingen war besonders intensiv.
"Ich hatte zusätzlich Skiunterwäsche und eine Regenjacke an", so Fischer. "Da schwingt es sich schon ein bisschen anders als im Sommer mit einem Polo-Shirt." Am Samstag setzten sich die Liebensteiner im Zählspiel (vier Einzel und drei klassische Vierer) souverän auf Platz eins der acht Teams und gewannen am Sonntag im Matchplay gegen den GC Neckartal 4,5:2,5 - somit war der Aufstieg in die höchste Klasse der baden-württembergischen Mannschaftsmeisterschaften perfekt. Nun hat man es wieder mit den ganz großen Kalibern wie dem GC St. Leon-Rot zu tun.
Mehr Platz in den Kalendern der Grün-Künstler nimmt aber die DGL mit ihren fünf Spielterminen ein. "Wir waren dieses Jahr in der spielstärksten Oberliga Deutschlands", erzählt Fischer, der bei der Schwarz-Gruppe im Immobilienbereich arbeitet. Am 31. Juli war der Aufstieg in die Regionalliga, über der es noch die 2. und die 1. Bundesliga gibt, mit 19 Punkten eingesackt - die Mannschaften auf den Plätzen zwei bis vier kamen auf 17 Zähler.
Liebenstein hat einen ausgeglichenen Kader
Golf ist ein Ganzjahressport, wobei die Turniersaison von April/Mai bis Oktober läuft. "Im Februar geht es wieder mit dem Teamtraining los", sagt Fischer, dem vor den Mannschaftsspielen die kniffligste Aufgabe zukommt: Er entscheidet, welche maximal zehn Spieler aus dem 15er-Kader zum Einsatz kommen: "Wir haben einen sehr ausgeglichenen Kader, wobei jeder für jeden kämpft." So wie am vergangenen langen Wochenende.
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