Kunstradsport
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Der lange Weg zum fehlenden Titel

Max Hanselmann und Serafin Schefold sind am Freitag bei der Kunstrad-Europameisterschaft in Ungarn gefordert.

Marc Schmerbeck
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Lesezeit 2 Min
Der lange Weg zum fehlenden Titel
Max Hanselmann und Serafin Schefold treten in Ungarn im Trikot der Weltmeister an. Das Duo des RV Öhringen geht bei der EM als Favorit an den Start. Foto: privat  Foto: privat

Dieser Titel fehlt Serafin Schefold und Max Hanselmann in ihrer Sammlung noch. Der Kunstrad-Zweier des RV Öhringen ist viermaliger Weltmeister, mit 173,50 Punkten Weltrekordhalter, Weltcup-Gesamtsieger, deutscher Meister und Junioren-Europameister. Was dem Duo noch fehlt, ist der EM-Titel in der Eliteklasse, also bei den Aktiven. Am Freitagabend gegen 21 Uhr haben Schefold/Hanselmann erstmals die Chance, diesen zu gewinnen. "Es ist ganz angenehm, dass wir schon am Freitag fahren", sagt Serafin Schefold. "Dann haben wir den Samstag noch, um die anderen Wettkämpfe zu genießen."

In Kleinbussen nach Ungarn

Davor liegt aber ein langer Weg. Bei der Europameisterschafts-Premiere 2018 fehlten die beiden verletzt. Danach gab es erstmal keinen Ausrichter, und dann wurden die kontinentalen Titelkämpfe wegen der Corona-Pandemie nicht ausgetragen. Dieses Jahr hat sich mit Nyiregyhaza ein Austragungsort in Ungarn gefunden. Die 1200 Kilometer lange Anreise nahmen Schefold/Hanselmann und andere Mitglieder der deutschen Nationalmannschaft am Mittwoch nun auf sich. Mit Kleinbussen.

Trotz eines durchwachsenen Jahresstarts mit Verletzungen und Krankheiten gehen der Öhringer und der Neuensteiner als Favoriten auf die Fläche im Zweier der Offenen Klasse. Ihre größten Konkurrenten sind in erster Linie sie selbst, wenn sie sich große oder zu viele Fehler leisten. Etwas Druck ausüben könnte das zweite deutsche Paar Lea Styber/Nico Rödiger (RSV Langenselbold) mit einer sauberen Fahrt. "Wir haben punktetechnisch schon einen gewissen Anspruch", sagt Max Hanselmann. "165 sollten schon auf der Anzeige stehen. Wenn wir das ausfahren, sind wir der Favorit."

Keine große Zuschauerkulisse erwartet

Die Vorfreude stieg im Laufe der Woche immer mehr. Davor dachten die beiden nur wenig an die EM. Schefold hatte am Montag noch eine Prüfung an der Uni zu schreiben, dann konzentrierten sich die beiden auf ihr Abschlusstraining in Deutschland, ehe es am Mittwoch gegen 6 Uhr auf die Reise nach Ungarn ging. "Das ist jetzt schon irgendwie der finale Kick", sagt Max Hanselmann. "Auch wenn es nicht die Anspannung wie bei der WM sein wird. Es wird sicher nicht die ganz große Zuschauerkulisse sein."

In der frühen Phase der Saison kommt dem Duo der Modus entgegen. Denn es wird keinen Vorlauf, keine Qualifikation geben. Jedes Paar geht nur einmal auf die Fläche. "Das ist gut so. Zwei Läufe zehren schon an den Kräften", sagt Max Hanselmann. Und da sind die beiden noch nicht bei 100 Prozent. Zu viele kleinere Ausfälle störten den Trainingsbetrieb. Das machte sich auch bei der EM-Qualifikation bemerkbar, bei der Schefold/Hanselmann nicht an ihre gewohnte Punktzahl herankamen, aber trotzdem souverän das Ticket lösten.

"In den vergangenen vier Wochen lief es im Training wieder besser, auch wenn Max nochmal krank war", sagt Schefold. "Wir sind positiv gestimmt, fühlen uns trotz allem gut vorbereitet." Schließlich vertrauen die beiden auf ihr bekanntes Programm, gehen derzeit noch kein Risiko mit Experimenten oder neuen Übungen ein.

Titelverteidiger scheiterten schon in der Qualifikation

Am Donnerstmittag hatten die Hohenloher dann die erste Möglichkeit, in der Wettkampfhalle unter den wachsamen Augen von Heimtrainer Roland Schefold und Bundestrainer Dieter Maute zu trainieren. Auf jeden Fall bietet die Halle viel Platz und eine schöne EM-Atmosphäre. Bleibt abzuwarten, wie gut die Tribüne gefüllt sein wird - und ob Schefold/Hanselmann am Freitagabend noch besser gestimmt sind als die Woche über und sich zum ersten Mal das Trikot der Europameister überstreifen dürfen. Sicher ist, dass es keine Titelverteidigung geben wird, da Patrick Tisch und Nina Stapf, die Europameister von 2018 in der Qualifikation Styber/Rödiger den Vortritt lassen mussten.

Viele deutsche Starter in der Favoritenrolle

Insgesamt nehmen zehn Nationen am Freitag und Samstag an der Europameisterschaft im Hallenradsport teil. Wie bei der WM auch, sind in Ungarn Kunstradsportler und Radballer mit von der Partie. Die Deutschen gehören in nahezu jeder Disziplin zu den Favoriten. Bundestrainer Dieter Maute peilt überall Podiumsplätze an. Im Einer der Männer und Frauen sowie im Zweier sind die Deutschen die klaren Favoriten auf den Titelgewinn. mars

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