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Der Heilbronner Boxer Slawa Spomer jagt beim Heimspiel den EM-Titel

Premiere in der Eishalle: Erstmals wird ein internationaler Profi-Boxkampf in Heilbronn ausgetragen. Bei seinem Heimspiel jagt Slawa Spomer den Titel - auch wenn mal wieder alles anders kam als gedacht.

Stephan Sonntag
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Lesezeit 2 Min
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Beim letzten Heimspiel holte sich Slawa Spomer (re.) gegen Jose Gregorio Suero den Intercontinental-Titel. Jetzt soll in Heilbronn der Gürtel für den Europameister her.  Foto: Archiv/Mario Berger

Wer dieser Tage durch Heilbronn fährt, dem springen die riesigen Plakate förmlich ins Auge. Mit "Heilbronner Boxnacht" sind sie überschrieben. In der Mitte von fünf Boxern ragt Slawa Spomer hervor, seinen Intercontinental-Champion-Gürtel lässig über der Schulter. "Davon habe ich als Kind geträumt. Es ist schon ein cooles Gefühl, dass das jetzt Wirklichkeit geworden ist. Wobei ich zugeben muss, dass ich die Plakate selbst noch gar nicht gesehen habe", sagt der 29-Jährige schmunzelnd.

Denn auf seiner täglichen Strecke vom Wohnort Künzelsau zum Training nach Heidelberg kommt Spomer gar nicht durch die Heilbronner Innenstadt.

Wie so oft im Profiboxen kam mal wieder alles anders

Den im November vergangenen Jahres errungenen Titel nach Version der International Boxing Organization (IBO) wird der Lokalmatador beim Heimspiel an diesem Samstag im Heilbronner Eisstadion aber gar nicht verteidigen. Denn wie so oft im Profiboxen kam mal wieder alles anders als gedacht. "Am Ende hat sich aber alles sogar zum Besseren entwickelt", sagt Spomer rückblickend.

Denn der Superweltergewichtler wird nun um den vakanten Europameistertitel nach Version der World Boxing Organization (WBO) kämpfen. "Der Europameistertitel in einem der vier großen Weltverbände ist ohnehin wertvoller", ist Spomer überzeugt. Für die Stadt Heilbronn ist es eine Premiere: Noch nie wurde hier um einen Profi-Titel geboxt.

Spomer weiß: Auf dem Niveau ist jeder Gegner gefährlich

Gegner im Duell um seinen zweiten internationalen Gürtel ist Victor Ionascu. Der 27-jährige Wahl-Karlsruher ist amtierender WBF-Intercontinental-Champion und hat elf seiner zwölf Profikämpfe gewonnen - wenngleich keine namhaften Gegner darunter waren. Allerdings weist der "Gorilla" - so sein Spitzname - eine K.o.-Quote von mehr als 70 Prozent auf. "Das ist schon ein Wort, ich muss wirklich aufpassen. Auf dem Niveau ist aber jeder Gegner gefährlich", sagt Spomer, der bisher alle seine 15 Profikämpfe für sich entschieden hat und mit einem Sieg den nächsten Schritt in Richtung eines WM-Kampfes gehen will. "Natürlich werde ich mir das Ding in meiner Heimatstadt holen", ist Spomer überzeugt.

Für diesen großen Traum geht der Familienvater voll ins Risiko. Erstmals ist er nicht nur Hauptkämpfer, sondern auch Veranstalter. Von seinem bisherigen Management um Thomas Schwarz und Thomas Holefeld hatte er sich vor einigen Wochen getrennt (wir berichteten). "Ich hatte die Wahl zwischen Stillstand oder selbst agieren. Der Blick hinter die Kulissen ist zwar sehr spannend. Es ist aber auch enorm, wie viele Aufgaben bewältigt werden müssen, um so ein Event auf die Beine zu stellen", gibt Slawa Spomer zu.

Die Vorbereitung auf den Kampf lief optimal

Viele dieser Aufgaben hat er natürlich an sein Organisationsteam delegiert, sonst hätte er selbst gar keine Zeit mehr für die Kampfvorbereitung gehabt. "Mein Fokus lag auf dem Training. Ich musste keine Abstriche machen, die Vorbereitung lief optimal", versichert Spomer. Trainer Zoltan Lunka ist weiterhin an der Seite seines Schützlings.

Fehlen wird am Samstag allerdings ein guter Freund. Kastriot Sopa wollte in Heilbronn seinen siebten Profikampf bestreiten. Doch eine Corona-Infektion hat die Vorbereitung des 29-jährigen früheren Amateurboxers des SV Heilbronn am Leinbach empfindlich gestört. "Er fühlt sich nicht fit genug, um in den Ring zu steigen", sagt Spomer.

Tickets: www.diginights.com


Sopa-Ersatz

Trotz des coronabedingten Ausfalls von Kastriot Sopa werden am Samstag wie ursprünglich geplant acht Profikämpfe stattfinden. Für Sopa ist der Karlsruher Aro Schwartz ins Programm gerutscht, der im Jahr 2015 mal gegen den Neckarsulmer Dominik Britsch um die deutsche Meisterschaft geboxt hat. Der 28-jährige Mittelgewichtler trifft auf den Georgier Giorgi Abramishvili.

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