Zwei Neue für das Neckarsulmer Zweitliga-Team

Tischtennis  Liang Qiu und Andrey Semenov spielen künftig für die Sport-Union. Florian Bluhm und Jens Schabacker verlassen die NSU. Bei den Drittliga-Frauen verabschiedet sich Wenna Tu.

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2019 war Liang Qiu noch für seinen kroatischen Verein STK Starr Coratia in der Champions League gefordert. Künftig geht er in der 2. Bundesliga für die Neckarsulmer Sport-Union auf Punktejagd.

Foto: imago images/Revierfoto

Mit Planungen ist das in diesen Zeiten ja so eine Sache. Ob dann alles so kommt, wie erhofft? Wer weiß das schon, nach zwei Saisonabbrüchen im Tischtennis nacheinander. "Bei mir ist die Hoffnung groß, dass bis September alle durchgeimpft sind und die Saison beginnen kann", sagt Alexander Mohr, Trainer der Neckarsulmer Zweitliga-Männer. Mohr und Co. haben ihre Hausaufgaben erledigt. Die Teams für die neue Runde stehen fest. Bei den Zweitliga-Männern gibt es jeweils zwei Abgänge und zwei Neuzugänge.

Weggang von Florian Bluhm schmerzt

Der Verlust von Spitzenspieler Florian Bluhm in Richtung Ligarivale TTC Bad Hamm schmerzt. Der Unterländer Sportler des Jahres 2020 hatte auch ein Angebot eines Erstligisten, will nun aber mit Hamm den Sprung nach oben schaffen. In drei Spielzeiten in Neckarsulm hat er sich stark verbessert. "Netto waren es ja leider nur anderthalb Jahre", sagt er und lacht.

Im Hamm spielte einst auch schon Papa Bluhm

Bluhm ist übrigens nicht der erste Bluhm, der für Hamm spielt. In den 80er Jahren spielte Papa Matthias dort in der ersten Bundesliga. "Das hat bei meiner Entscheidung aber keine Rolle gespielt", sagt Florian Bluhm. Klar ist nun auch, wer den 24-Jährigen in Neckarsulm ersetzen soll: Es ist Liang Qiu, der zuletzt für Zweitligist Jülich eine 2:6-Bilanz erspielte. "Spielerisch hat er das Potenzial, vorne zu punkten", ist sich Alexander Mohr sicher.

Qiu kommt aus der berühmtesten schwäbischen Tischtennisfamilie der vergangenen Jahre, die den TTC Frickenhausen groß machte. Liang bringt allerbeste Tischtennis-Gene mit. Bruder Dang ist als Penholder-Spieler auf dem Weg in die Top 50 der Weltrangliste und künftig für Branchenprimus Borussia Düsseldorf aktiv, Vater Jianxin war einst Studentweltmeister und ist als Trainer in Japan gefragt. Mutter Chen Hong spielte in der chinesischen Nationalmannschaft.

Jens Schabacker wurde vor kurzem Vater

Familiensache ist auch der Abgang von Jens Schabacker, der vor kurzem Vater wurde. Der Hesse trägt nach fünf Jahren in Neckarsulm künftig den Eintracht-Adler auf dem Trikot und spielt für den Oberligisten Eintracht Frankfurt. Ihn ersetzt im hinteren Paarkreuz Andrey Semenov, der zuletzt für Drittligist DJK SB Stuttgart an den Tisch ging. Der 23-Jährige spielte schon mit 15 Jahren in der dritthöchsten deutschen Spielklasse. Semenov brach sich Anfang 2020 das Handgelenk, vom TTC Lampertheim ging es anschließend nach Stuttgart, nun folgt der Wechsel nach Neckarsulm.

Josef Braun hat eine Corona-Infektion gut überstanden

Das NSU-Quartett komplettiert Teamsenior Josef Braun, der eine Corona-Infektion daheim in Tschechien gut überstanden hat. 50 Prozent neue Spieler, das gab es beim Neckarsulmer Männer-Team auch schon lange nicht mehr. "Die Jungs kennen sich seit Jahren, die sind sich nicht fremd", sagt Alexander Mohr. Sohn Julian und Liang Qiu duellierten sich beispielsweise schon in der U11. Nun sind sie erstmals Mannschaftskameraden. Gut möglich, dass der Inder Sanil Shetty auch weiterhin für Neckarsulm gemeldet bleibt. "Vielleicht ist er eine Option, wenn er mal wieder in Europa ist", sagt Alexander Mohr.

Florian Bluhm traut seinen alten Teamkollegen durchaus etwas zu. "Das ist eine gute Truppe, die in einer ausgeglichenen Liga, den Klassenerhalt schaffen kann", sagt er.

Wenna Tu studiert Medizintecknik

Auch bei den Drittliga-Frauen ist Bewegung drin. Drittliga-Spitzenspielerin Wenna Tu studiert in Darmstadt Medizintechnik und hat sich dort in der Nähe dem TSV Langstadt angeschlossen, dessen erste Mannschaft in der ersten Bundesliga spielt, die zweite in der 3. Liga Nord. "Ihre Priorität liegt nun auf dem Studium, die Fahrerei nach Neckarsulm ist ihr zu viel", sagt Alexander Mohr über die 18-Jährige. Kathrin Hessenthaler wird künftig als neue Nummer eins fungieren.

Neuzugang Felicia Behringer vom Drittligisten Wombach

Neu ist Nachwuchstalent Felicia Behringer, die einst am Stützpunkt in Heilbronn gefördert wurde und vom Drittligisten aus Wombach kommt. Behringer stammt aus dem Taubertal. Vorjahres-Neuzugang Simona Horvathova empfahl sich mit einer makellosen 8:0-Bilanz für eine Vertragsverlängerung, das NSU-Quartett komplettiert Minh Thu Nguyen. "Der Klassenerhalt sollte so machbar sein", sagt Alexander Mohr.


Florian Huber

Florian Huber

Autor

Florian Huber ist seit 2007 bei der Heilbronner Stimme. Als Sportredakteur ist er seitdem unter anderem zuständig für Fußball. Auf Sportplätzen der Region und in den großen Stadien der Republik.

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