Inline Alpin: Zwei EM-Titel für Jörg Bertsch

Inline Alpin  Der Inline Alpiner des TSV Degmarn gewinnt in Gijón im Slalom und mit dem Team, scheidet aber im Riesenslalom aus.

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Elea Börsig, Mona Sing, Sven Ortel und Jörg Bertsch (v.l.) mit EM-Gold.

Foto: privat

Im Norden Spaniens konnte Jörg Bertsch seiner Titelsammlung am 18. September zwei neue Triumphe hinzufügen. Bei den Europameisterschaften der Inline Alpinen war er im Slalom und im Team mit Elea Börsig (TG Tuttlingen), Sven Ortel (DJK-SV Adlkofen) und Mona Sing (SV Winnenden) nicht zu schlagen. "Die drei Läufe haben Spaß gemacht", resümiert der 29-Jährige.

Als alter Hase genoss er es, sich auch mit spanischen Freunden unterhalten zu können. Dass er beim dritten Lauf im Riesenslalom ausschied, nimmt er locker: "Man muss auch mal den anderen eine Chance lassen", sagt er und lacht. Bei einem Doppeltor hatte Bertsch zuerst auf das zweite Tor geschaut und war am ersten vorbeigefahren, der Fehler war nicht mehr zu korrigieren, er schied aus.

Zweimal Bestzeit im Slalom

Besser lief es für den Fachlageristen im Slalom. Als Zweitletzter gestartet, legte er mit 20,89 Sekunden im ersten Lauf Bestzeit hin. "Als er dann im zweiten Durchgang als Letzter dran war, hat er nochmal einen draufgelegt", sagt Vater Eugen. Mit 20,58 Sekunden war Bertsch auch im zweiten Durchgang der Schnellste im Feld auf der rund 300 Meter langen Strecke und verwies seinen Rivalen Sven Ortel auf den zweiten Platz. Der Spanier David Alaiz Clerigo wurde Dritter.

Auch die deutschen Frauen waren in Gijón erfolgreich: Mona Sing und Elea Börsig errangen einen deutschen Doppelsieg im Slalom, im Riesenslalom waren auch die drei Plätze hinter Mona Sing mit Marie Prinzing (TV Neidlingen), Elea Börsig und Sinah Rogel (SC Vöhringen) fest in deutscher Hand. Bei den Männern gewann Moritz Prinzing (TV Neidlingen) vor Sven Ortel und David Alaiz Clerigo. Nach so vielen deutschen Erfolgen war für Jörg Bertsch am zweiten Wettkampftag klar: "Wir Deutsche starten im Teamwettbewerb als Favoriten."

Sechs Sekunden Vorsprung nach acht Durchgängen

Um der Favoritenrolle gerecht zu werden, rieten die deutschen Trainer ihren Schützlingen, kein Risiko einzugehen. Börsig, Sing, Ortel und Bertsch waren nach acht Durchgängen trotzdem nicht zu schlagen und lagen sechs Sekunden vor dem Team aus Spanien und knappe zwölf vor der Slowakei. Sven Ortel war mit seinen 40,24 Sekunden der schnellste Läufer von allen.

Platz zwei der Spanier war für Eugen Bertsch keine Überraschung. Er sieht einen "Aufschwung" beim Gastgeberland. "Sehr viele Skivereine bieten jetzt auch Inline Alpin an", sagt der 71-Jährige.

Schreckmoment am Montag: Bänderdehnung, Saisonende

Für Jörg Bertsch gab es nach den EM-Titeln einen Wermutstropfen. Bei der Arbeit knickte er am Montag um, Diagnose: Bänderdehnung. Mit dem blau angeschwollenen Fuß kann er beim Tuttlinger Inline Alpin Cup am Wochenende nicht antreten. Tuttlingen wäre für ihn die letzte Station in dieser Saison gewesen. Mit seiner Verletzung endet diese nun etwas früher. Nach Siegen im April und Mai im Slalom und Riesenslalom im tschechischen Vysoka Pec ist Bertsch mit der Saison trotzdem zufrieden: "Ich hatte eine gute Saison, da muss ich jetzt nichts riskieren." In Tuttlingen will er trotzdem als Zuschauer vor Ort sein und seine Schwester Ulrike unterstützen.


Kraft

Christoph Kraft

Editor

Christoph Kraft hat im Oktober 2019 als Volontär bei der Heilbronner Stimme angefangen. Seit Oktober 2021 ist er Editor am Produktionsdesk und hat die überregionalen Nachrichten im Blick.

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