Zauberer wollen letzte Zweifel ausräumen

Basketball  Hakro Merlins Crailsheim sind auf Playoff-Kurs. Nimrod Hilliard kommt immer besser in den Rhythmus.

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Nimrod Hilliard (Mitte) behält auch in Bedrängnis den Überblick. Der Point Guard fehlte den Merlins Crailsheim zu Beginn der Saison lange verletzt . Nun hat er seinen Rhythmus gefunden.

Foto: Marc Schmerbeck

Am Ende bestehen lediglich noch rechnerische Zweifel. Aber der Einzug in die BBL-Playoffs ist den Hakro Merlins Crailsheim praktisch sicher. Neun Spiele stehen noch aus. 18 Siege gelangen den Crailsheimern bis dato.

Je Zehn den Frankfurt Skyliners und Medi Bayreuth auf den Plätzen neun und zehn. "Wir haben es in der eigenen Hand", sagt der Sportliche Leiter Ingo Enskat. Am Ostersonntag um 15 Uhr hat sein Team das direkte Duell in Frankfurt.

Hohenloher wollen sich nicht verschlechtern

"Die Jungs machen ihren Job. Es macht Spaß ihnen zuzuschauen", sagt Enskat über das eigene Team. "Das Vertrauen sollten wir in sie haben, dass sie die Saison gut zu Ende spielen wollen. Es geht ja jetzt auch darum, die bestmögliche Platzierung mitzunehmen." Will heißen: Platz fünf verteidigen und zudem noch etwas auf Oldenburg (19 Siege) zu schielen. Das Spitzentrio Ludwigsburg (23 Siege), Alba Berlin (21) und Bayern München (21) dürfte aber wohl schon zu weit enteilt sein. "Wir haben jetzt Spiele gegen Mannschaften aus der Mitte beziehungsweise dem unteren Drittel der Liga, bevor es dem Ende zu gegen direkte Konkurrenten geht", sagt Enskat. Und da gilt es jetzt den Fokus nicht zu verlieren.

Hilliard ist ein Akteur mit viel Spielverständnis

Einer der gerade in den Fokus rückt ist Nimrod Hilliard IV. Der Point Guard musste zu Beginn der Saison lange verletzt zuschauen, konnte sich die Rolle als Spielmacher nicht wie geplant mit Trae Bell-Haynes teilen. Rechtzeitig zum Saisonendspurt und nach der Verletzung von Forward Tim Coleman, der auf die Guard-Position gerückt war, kommt Hilliard so langsam wieder in Tritt. "Er ist ein smarter Spieler, hat Spielwitz und Spielverständnis", sagt Enskat. "Für ihn ist es jetzt wichtig, dass er verletzungsfrei bleibt." Denn dann kann der 29-Jährige zusammen mit Bell-Haynes, auf den sich die Gegner im Laufe der Saison immer besser eingestellt haben, zu einem wichtigen Faktor werden.

Crailsheim bietet ein verrücktes Umfeld und eine gute Organisation

"Ich finde nach der Verletzung zu Beginn der Saison langsam zu meinem Rhythmus. Spiel für Spiel", sagt Hilliard. "Im Moment habe ich keine Schmerzen mehr. Höchstens die normalen Schmerzen nach einem Spiel." Im Spiel gegen Gießen stand er 16:30 Minuten auf dem Feld, steuerte sechs Punkte und zehn Assists zum 102:77-Sieg bei.

Vor drei Jahren spielte der Amerikaner bereits in Crailsheim - damals noch in der Pro A. Nach Stationen bei Boras Basket in Schweden und den Bakken Bears in Dänemark kehrte er zurück, trotz anderer Angebote. "Ich hatte hier eine gute Zeit und bin gekommen, um BBL zu spielen. Die Atmosphäre ist top in Crailsheim. Es ist ein verrücktes Umfeld, eine gute Organisation", sagt Hilliard. "Man wird auch als Spieler auf den Straßen erkannt. Ich mag es, wenn man mit den Leuten in Interaktion ist. Für die Spieler, die vorher noch nicht in Crailsheim waren ist es schade, dass sie die Atmosphäre in der Halle nicht mitbekommen."

Corona tut der Spielfreude keinen Abbruch

Geisterspiele während der Corona-Pandemie sind eben etwas Spezielles. "Ich mochte es, nach den Spielen durch die Gänge in der Halle zu laufen, zwischen den Fans durch und mit ihnen zu reden." Ein Gefühl, dass er diese Saison voraussichtlich nicht mehr haben wird. Was aber der Spielfreude keinen Abbruch tut. Und auch nicht der Freude Enskats, seiner Mannschaft zuzuschauen, die es zuletzt hinbekam, die Langzeitverletzten Coleman und Haywood Highsmith, sowie die kurzfristigen Ausfälle von Jamuni McNeace und Radii Caisin zu kompensieren. Hilliard weiß auch, warum dies gelingt: "Wir arbeiten hart im Training, jeden Tag."

So wird die Crailsheimer Mannschaft auch am Ostersonntag voller Selbstvertrauen und Zuversicht nach Frankfurt fahren. Den Skyliners, die am Sonntag in Braunschweig 68:80 verloren haben, steckt dann bereits eine Partie in den Knochen, sie empfangen am Donnerstag um 19 Uhr den Aufsteiger Niners Chemnitz.

Merlins nicht in der Favoritenrolle

"Die sind in dieser Saison unberechenbar", sagt Enskat. "Es fällt mir schwer, die Ergebnisse von Frankfurt vorherzusagen. Aber ich denke, dass sie auf Platz neun stehen, ist eine gute Leistung. Für weiter oben fehlt etwas die Konstanz." Deshalb sieht er sein Team aber keineswegs in der Favoritenrolle. "Die sind immer unangenehm zu spielen. Das ist kein Gegner, gegen den man den Sieg einfach so mitnimmt."


Marc Schmerbeck

Marc Schmerbeck

Autor

Marc Schmerbeck ist seit 2009 zuständig für den Sport in Hohenlohe. Als Heilbronner geht sein Blick aber auch über jegliche Grenzen hinweg.

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