Vier Fahrer aus der Region starten beim legendären 24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring

Motorsport  Patrick Assenheimer hofft beim 24-Stunden-Klassiker auf den Gesamtsieg. Youngster Luca-Sandro Trefz schielt auf einen Klassenerfolg.

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Angriffslustig mit weißem Tiger auf der Motorhaube: Patrick Assenheimer startet mit großen Ambitionen auf dem Nürburgring.

Foto: dpa

Allein die Optik des Mercedes AMG GT3 ist eine deutliche Ansage. Ein weißer Tiger zeigt auf der Motorhaube brüllend seine Zähne. Als Patrick Assenheimer seinen Dienstwagen für dieses Wochenende in den sozialen Medien per Kurzvideo für die Fans präsentiert, schmettert im Hintergrund "Eye of the Tiger" von Survivor, während der Lehrensteinsfelder eine Runde durch die Garage auf dem Nürburgring dreht.

Dort, auf den legendären 25,378 Kilometern in der Eifel, will auch der 29-Jährige gemeinsam mit Hubert Haupt, Nico Bastian und Maro Engel vom Haupt Racing Team Zähne zeigen. Gegen die große Konkurrenz im 24-Stunden-Rennen durch die mythische "Grüne Hölle".

Assenheimer ist angriffslustig

125 Nennungen hat es für den Klassiker an diesem Samstag (Start 15.30 Uhr) gegeben. Alleine 34 davon in Assenheimers Klasse SP9, dem Feld der internationalen GT3-Boliden. Trotzdem gibt sich der Nordschleifen-Spezialist vor dem Saisonhighlight angriffslustig: "Als Mercedes-AMG-Performance-Fahrzeug und mit dieser Fahrerpaarung wollen wir ganz klar um das Podium ein Wörtchen mitreden. Aber es ist ein weiter Weg." Direkt die Bestzeit im ersten Qualifying war jedenfalls der erste Schritt.

"Für Patrick geht es um den Gesamtsieg", weiß auch Luca-Sandro Trefz. Der Wüstenroter Youngster wird im Porsche Caymann CS GT4 vom Team Allied Racing in der Klasse SP10 mit sieben weiteren Startern ebenfalls auf der Strecke sein. Gemeinsam mit Nicolaj Möller-Madsen, Dennis Fetzer und Joel Sturm. "Ich denke, wir haben schon gute Chancen, die Klasse zu gewinnen." Ganz nach vorne dürfte aber nichts gehen: "Die GT3 sind schon schneller als wir. Ich fahre aber trotzdem meine Linie und mache nicht automatisch Platz."

Eine halbe Schlaftablette für die Nacht

Ein 24-Stunden-Rennen bringt besondere Herausforderungen mit sich. Die Abstimmung im Verkehr der Klassengesellschaft ist nur eine davon. Eine weitere ist der Wechsel zwischen höchster Konzentration im Auto und schnellem Abschalten beim Pausieren. "Wir werden wohl jeweils zwei Stunden fahren und vier Stunden Pause haben", sagt Assenheimer. "Man muss schon schauen, dass man auch ein bisschen relaxed. Wir haben Physios dabei und werden mit Nahrungsergänzungsmitteln unterstützt, sind also gut vorbereitet - aber natürlich merkt man danach, dass der Rhythmus ein bisschen gestört ist."

"Wenn ich nicht fahre, oder nicht als nächster dran bin, habe ich im LKW eine Schlafmatratze und versuche dort zu entspannen und eventuell ein bisschen zu schlafen. In der Nacht werde ich eine halbe Schlaftablette nehmen, sonst bin ich so unter Strom, dass das nicht richtig klappt", verrät Trefz, der auch im Auto zunächst seinen Rhythmus suchte. "Ich musste mich erst wieder an einen GT4 gewöhnen, jetzt stimmen die Zeiten aber", sagt Luca-Sandro Trefz, der hauptsächlich im Audi R8 LMS GT3 sitzt.

Vorfreude auf die Nachtschicht

Für das Highlight "Grüne Hölle" ist das Toptalent aber was die Motorisierung betrifft gerne noch einmal einen kleinen Schritt zurückgegangen. Besonders freut sich der 19-Jährige auf seine Nachtschicht: "Ich liebe die Nacht auf der Nordschleife. Das Stresslevel ist höher, es wird schwieriger - aber ich fühle mich nachts wohl und bin da auch gerne wach." Aufgeweckt, wie der junge Trefz ist, weiß er natürlich, dass direkt neben ihm ein weiterer Fahrer aus der Region in der Box steht.

Der 32-jährige Forchtenberger Heiko Hammel geht im KTM X-Bow GTX vom Team McChip-DKR mit der Startnummer 115 in der Klasse Cup X mit sieben Konkurrenten an den Start und hofft zusammen mit Dieter Schmidtmann, Christoph Breuer und Tim Heinemann auf ein positives Ergebnis. Genug Erfahrung dafür bringt der Routinier definitiv mit.

Komplettiert wird das regionale Quartett von Yannick Fübrich. Im BMW M2 CS Racing Cup vom Team Adrenalin Motorsport misst sich der Heilbronner in der Klasse Cup 5 mit sechs Startern.

Die 24 Stunden online und im Free-TV

Im TV ist das 24-Stunden-Rennen komplett bei RTL Nitro zu sehen. Zu einem sehr beliebten Medium hat sich aber auch der von Sporttotal.tv produzierte Livestream des 24h-Rennens entwickelt. Er wird in diesem Jahr elf Kanäle umfassen, aus denen die Zuschauer frei wählen können. Neben dem kommentierten Endbild stehen zehn Onboard-Perspektiven zur Auswahl. Auch aus dem Cockpit von Patrick Assenheimer. Die umfassendste Informationsquelle wird die Liveseite der offiziellen Homepage www.24h-rennen.de bieten, darunter Livetiming und einen Rennticker.


Dominik Knobloch

Dominik Knobloch

Sportredakteur

Dominik Knobloch ging 2012 erstmals als Praktikant für die Heilbronner Stimme aufs Feld. Nach seinem Volontariat wurde er 2015 als Redakteur im Sportressort übernommen.

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