VfL Obereisesheim verzichtet nun doch auf die Landesliga-Saison

Ringen  Noch im Juni waren die Verantwortlichen des VfL Obereisesheim zuversichtlich, ab Mitte Oktober an einer abgespeckten Saison in der Ringer-Landesliga teilnehmen zu können. Am vergangenen Wochenende wurde nun doch der Verzicht erklärt.

Email

Begründet wird dieser Schritt mit den eingeschränkten Vorbereitungsmöglichkeiten in der Eberwinhalle. Unverständnis darüber äußert die Stadt Neckarsulm. "Die Stadt öffnet die Kabinen und Duschen in der Eberwinhalle erst nach den Sommerferien", nennt VfL-Abteilungsleiter Michael Schönig als Hauptgrund für die Nicht-Teilnahme. Die Möglichkeit, die Umkleiden und sanitären Anlagen im benachbarten Vereinsheim zu benutzen, sind keine Option. "Da würden wir uns mit den Fußballern in die Quere kommen. Bei uns Mattenkämpfern sind wegen dem Ringerpilz auch ohne Corona die Hygiene und das Duschen oberste Priorität", sagt Schönig. "Und jetzt sollen die Jungs auf der Matte trainieren, schwitzen und ungeduscht aus der Halle gehen, das ist ein No-Go."

Konkurrenten sind seit Juli im Mattentraining

Man könne nicht erst im September optimal trainieren, wenn gut vier Wochen später die Saison beginnen soll, während sich die Konkurrenten seit Juli im Mattentraining befinden. "Unsere Ringer haben sich deshalb gegen einen Start in der Mannschaftsrunde ausgesprochen", sagt Schönig. Beim VfL befürchtet man nun, dass der eine oder andere Ringer den Verein wechselt, um so doch noch an einer Saison teilnehmen zu können. "Die Stimmung bei uns ist down, aber wir haben uns jetzt damit abgefunden", sagt Schönig.

Die Stadt Neckarsulm rechtfertigt sich in einer Pressemitteilung (Auszug): "Die Sporthallen sind in den Sommerferien grundsätzlich geschlossen. Nach dieser Schließzeit muss die Stadt ohnehin eine umfassende Grundreinigung der Sanitäranlagen vornehmen. Eine Grundreinigung vor der Sommerpause und eine weitere nach der Ferienschließzeit hätten einen doppelten Aufwand mit entsprechenden Mehrkosten verursacht. ... Aus diesem Grund hat die Stadt in Absprache mit den Sportvereinen entschieden, die Sanitäranlagen in allen Sporthallen erst nach den Sommerferien wieder dauerhaft zu öffnen. Eine Ausnahme stellt die Pichterichhalle dar. Diese steht dem Spitzensport auch während der Sommerferien zur Verfügung. Diese Entscheidung wurde im Einvernehmen mit den Vereinsvorständen der großen Mehrspartenvereine getroffen, darunter auch mit dem VfL Obereisesheim."

Steffen Hertwig vermisst Flexibilität

Oberbürgermeister Steffen Hertwig sagte: "Die Saison aufzugeben, nur weil die Sportler drei Wochen lang zu Hause duschen sollen, ist als Begründung nicht nachvollziehbar. Ich hätte mir gewünscht, dass die Abteilung diese Entscheidung überdenkt. Die Corona-Krise erfordert von allen gegenseitige Rücksichtnahme und zwingt zu Flexibilität. Angesichts dieser Situation ist es durchaus zumutbar, vorübergehend auf die Nutzung der Sanitäranlagen in den Sporthallen zu verzichten. Das kann jedenfalls nicht ausschlaggebend sein, eine Sportsaison komplett aufzugeben."

Nicht gemeldet hatten zuvor aus der Region der TSV Meimsheim (Landesliga), Red Devils Heilbronn (Bundesliga, Landesliga), RG Schwäbisch Hall/Wüstenrot (Landesklasse), KSV Lauffen (Bezirksklasse), RG Schwäbisch Hall/Wüstenrot II (Bezirksklasse) und der TSV Meimsheim II (Bezirksklasse). Nun ist auch noch der VfL weggebrochen. Somit gehen regional lediglich der ASV Möckmühl (Landesklasse, Bezirksklasse) und der KSV Kirchheim a.N. auf die Matte.


Alexander Bertok

Alexander Bertok

Autor

Alexander Bertok arbeitet seit 1980 bei der Heilbronner Stimme, ab 1996 in der Sportredaktion.

Kommentar hinzufügen