Triathlon Heilbronn: Alter Sponsor, neue Strecke, späterer Termin

Triathlon  Die Stadt Heilbronn und der Veranstalter stehen in den Startlöchern, doch die Corona-Pandemie lässt weiterhin viele Fragen offen. Der Mittelpunkt der Veranstaltung wird sich ins Frankenstadion verschieben.

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Ronnie Schildknecht gewann den City Triathlon 2013 und ist nun beim Titelsponsor involviert. Bilder wie diese scheinen für 2021 undenkbar.

Foto: Archiv/Andreas Veigel

Altbekannte Partner, neues Konzept, viel Tatendrang, doch über allem schwebt die unsichere Corona-Situation. Als die Stadt Heilbronn, die Deutsche Triathlon gGmbH (DTgG) und der neue alte Namenssponsor, die hep global GmbH, am Donnerstag im Heilbronner Rathaus ihr Konzept für die Fortführung des renommierten Heilbronner Triathlons präsentierten, blieben aufgrund der nur schwer prognostizierbaren Pandemie-Entwicklung viele Fragen unbeantwortet.

Stattfinden soll die Veranstaltung für die nächsten drei Jahre unter dem Namen "hep Triathlon Heilbronn". Ronnie Schildknecht, Manager des hep Sports Teams und 2013 selbst Gewinner des Heilbronner Wettkampfs, unterstrich für den Titelsponsor den Stellenwert und das besondere Ambiente der Veranstaltung und möchte ihr im Sinne des Güglinger Unternehmens einen nachhaltigeren Anstrich verpassen.

Veranstalter rechnet mit weniger Teilnehmern

Ob es nach der in der Vorwoche bestätigten Verlegung vom 20. Juni auf den 19. September in diesem Jahr jedoch wirklich zu einer elften Auflage kommt, das können die Veranstalter nicht versprechen. "Wenn wir nicht optimistisch wären, hätten wir die Veranstaltung zum jetzigen Zeitpunkt nicht verschoben, sondern abgesagt", betonte Jörg Ullmann, Geschäftsführer der Deutschen Triathlon gGmbH. "Einhundertprozentige Planungssicherheit haben wir aber nicht." Ursächlich ist dafür nach Aussagen aller Beteiligten allerdings ausschließlich die Pandemie.

Dennoch musste Ullmann ein wenig zurückrudern. Denn als die Stadt Heilbronn, die den Kontakt zur hep GmbH vermittelt hat, und die DTgG im vergangenen Oktober eine Realisierung für 2021 ausloteten, hatte der Geschäftsführer noch betont, den Rahmen des Events nicht verkleinern und das sportliche Niveau halten zu wollen. Nicht zuletzt durch die Verschiebung in den September, zwischen die Challenge Roth (5. September) und den Ironman auf Hawaii (9. Oktober), ist klar, dass es in diesem Jahr eine Nummer kleiner werden würde. "Wir rechnen aufgrund der aktuellen Situation mit weniger Teilnehmern", bestätigte Ullmann nun. Über 1000 bis 1500 Athleten und den ein oder anderen Top-Profi würde man sich freuen. "In diesem Jahr liegt der Fokus aber erst einmal auf der Realisierung der Veranstaltung und auf dem Amateurbereich."

Um eine Veranstaltung in dieser Größenordung überhaupt durchführen zu können, trafen Stadt und Veranstalter einschneidende Veränderungen. So verschiebt sich der Mittelpunkt des Triathlons aus der Innenstadt ins Frankenstadion, wo sich Start und Ziel befinden sollen.

Ein Hygienekonzept existiert - Doch kommt es auch zum Einsatz?

Auf der angrenzenden Theresienstraße möchte man mit einer langgezogenen Wechselzone für ausreichend Abstand sorgen. Auch eine Verkürzung der Mitteldistanz-Radstrecke auf zwei Runden und 41 Kilometer ist bereits beschlossen. "Das Areal um das Frankenstadion lässt sich gut abgrenzen und einzäunen, so dass der Einlass kontrolliert werden kann und wir mit Zeitfenstern arbeiten können", sagte Organisationsleiter Simon Jung zu den Plänen. Abstands- und Kontaktregeln sollen auf diese Weise eingehalten werden. Wie genau mehrere tausend Athleten und Zuschauer unter den aktuellen Bedingungen zu einem solchen Event zusammenfinden können, blieb offen.

"Wir hatten ein ähnliches Hygiene-Konzept schon für 2020 entwickelt, das dann auch bei anderen Triathlons angewandt wurde", sagt Jung. Ob es in diesem Jahr in Heilbronn wirklich Anwendung findet, kann er aber nicht versprechen. Wann eine Durchführung oder Absage endgültig feststehe, könne ebenfalls niemand genau sagen, unterstrich Karin Schüttler, Leiterin des Heilbronner Schul-, Kultur- und Sportamtes. Ob im September also tatsächlich in und um Heilbronn geschwommen, gefahren und gelaufen wird, bleibt weiter abzuwarten.

Veranstalter haben fehlende Trainingsmöglichkeiten im Hinterkopf 

Der Geschäftsführer der Triathlon gGmbH, Jörg Ullmann, war bemüht, die "hohe Glaubwürdigkeit" des Namenssponsors zu betonen und unterstrich die Gemeinnützigkeit des Veranstalters, der keine Gewinnabsicht habe. "Wir hatten auch bei der Termin-Verschiebung die Interessen der Athleten im Hinterkopf", sagte er mit Blick auf fehlende Trainingsmöglichkeiten im Wasser.


Kommentar: Langfristige Planungen sind zurzeit schwer – für den Triathlon Heilbronn wohl aber alternativlos

Ein bisschen Hoffnung ist besonders in diesen Tagen besser als keine. Diese Sichtweise haben auch die Veranstalter und Organisatoren des Triathlons Heilbronn. Dass sie die Intention verfolgen, die Veranstaltung trotz diverser Unwägbarkeiten in diesem Corona-Jahr durchzuführen und damit am Leben zu erhalten, ist löblich und nachvollziehbar.

Nachdem das einstige Vorzeige-Event im Vorjahr ausfallen musste und es Frust über ausbleibende Rückzahlungen bereits überwiesener Startgelder gab, sind die Veranstalter und ihr Titelsponsor verständlicherweise darum bemüht, den Ruf der ehemaligen Challenge-Veranstaltung wieder aufzupolieren und verloren gegangene Glaubwürdigkeit zurückzugewinnen. Dass das Ganze mehr als Symbolpolitik bleibt, ist allen Beteiligten zu wünschen. Ebenso bleibt zu hoffen, dass die Verschiebung des Triathlon-Epizentrums aus der Innenstadt hinaus nur eine Momentaufnahme bleibt.

 

 


Nils Buchmann

Nils Buchmann

Volontär

Nils Buchmann arbeitet seit Oktober 2020 als Volontär bei der Heilbronner Stimme.

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