Training unter Corona-Bedingungen mit Blick Richtung Tokio

Schwimmen  Für die Leistungsgruppe der Neckarsulmer Sport-Union beginnt im Dezember die Qualifikationsphase für die Olympischen Spiele. Gleich neun NSU-Asse dürfen sich Chancen ausrechnen.

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Celine Rieder ist nur eines von neun Assen der Neckarsulmer Sport-Union, die Mitte Dezember in die Olympia-Qualifikation starten.

Foto: Alexander Bertok

Keine Weltcups, keine Meisterschaften, keine Trainingslager und verschobene Olympische Spiele - für die Top-Schwimmerinnen und -Schwimmer der Neckarsulmer Sport-Union bleibt im Corona-Jahr 2020 seit März nur das Training. Und das wird im Rahmen der Möglichkeiten, die das Vorschriftenpaket zur Eindämmung der Coronavirus-Pandemie offen lässt, auch ausgiebig genutzt. Ab nächsten Monat soll es nun auch wieder sportliche Vergleiche geben, sofern die Corona-Situation es zulässt. Vom 18. bis 20. Dezember ist in Magdeburg ein Wettbewerb geplant. Neun NSU-Sportler sind aktuell dafür vorgesehen. Es ist der Startschuss der Olympia-Qualifikation für Tokio 2021, die bis Ende April läuft.

"Es ist ein kleiner Wettbewerb mit einer geringen Anzahl an Teilnehmern, der jetzt noch fest im Kalender steht", erzählt der Neckarsulmer Trainer Christian Hirschmann, dass nur Sportler starten werden, die für eine Olympia-Qualifikation in Frage kommen. Dass die NSU mit gleich neun Athleten in den Osten Deutschlands reisen will, verdeutlicht die Qualität der Neckarsulmer Leistungsgruppe.

Volles Programm bis Ende April

"Es betrifft alle deutschen Schwimmer- und Schwimmerinnen des Olympia- und Perspektivkaders", erklärt Hirschmann. Auf der Liste der Sport-Union stehen da Annika Bruhn, Nadine Laemmler, Celine Rieder, Marlene Hüther, Marie Pietruschka (Neuzugang aus Leipzig), Bente Fischer, Fabian Schwingenschögl, Henning Mühlleitner und Daniel Pinneker. 2021 sollen dann in Richtung Olympia noch internationale Wettkämpfe und eine nationale Meisterschaft stattfinden, die in den Qualifikations-Zeitraum fallen.

"Trainiert wird aktuell hart und in normalem Umfang", berichtet Hirschmann, dass dennoch eine gewisse Umstellung stattgefunden habe bezüglich der ursprünglich ausgearbeiteten Programme. "Aber ich denke, die Zeit mehr, die wir jetzt im Aquatoll-Sportbad zur Verfügung gestellt bekommen haben, hat dem Team gut getan. Es gab bereits erste Trainingswettkämpfe, und da sind schon richtig schnelle Zeiten geschwommen worden."

Feste Bahnbelegungen schließt Vermischung aus

Für das Training steht das komplette Sportbad zur Verfügung, da das Aquatoll aktuell wegen Corona für den normalen Publikumsverkehr gesperrt ist. "Momentan haben wir diesen Luxus und nutzen ihn auch", sagt Hirschmann. "Wir haben feste Bahnbelegungen. Es sind immer dieselben Sportler auf einer Bahn unterwegs, eine Vermischung findet so nicht statt. Orientiert an dieser Einteilung gibt es im Kraftraum Kleingruppen mit jeweils vier Athleten."

Die Form der Neckarsulmer Asse passt, nun lebt die Hoffnung, dass im Dezember in Magdeburg der sportliche Vergleich mit der nationalen Spitze auch tatsächlich stattfinden kann.


Alexander Bertok

Alexander Bertok

Autor

Alexander Bertok arbeitet seit 1980 bei der Heilbronner Stimme, ab 1996 in der Sportredaktion.

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