Tor zur Oberliga ist weit aufgestoßen

Tennis  Die Verbandsliga-Männer des TSV Künzelsau setzen sich auch gegen Ravensburg mit 6:3 durch und stehen an der Tabellenspitze. Nun fehlt dem Tennis-Team nur noch ein Erfolg zum Aufstieg.

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Ist seiner Jokerrolle gerecht worden: Benjamin Göttel kommt kurzfristig für den angeschlagenen Luca Bender zum Einsatz und holt in Ravensburg den wichtigen ersten Einzelpunkt.

Foto: Kurt Gesper

Glückwünsche zum Aufstieg nehmen die Verbandsliga-Männer des TSV Künzelsau "noch nicht ganz" an, sagt Marino Höhnke und lacht. "Aber in der Tat haben wir auf der Heimfahrt am Sonntag ein bisschen spekuliert", sagt der Mannschaftsführer. "Wenn wir am letzten Spieltag keinen Blödsinn machen, sieht es ganz gut aus." Ja, mit einem 6:3-Sieg im Duell der beiden ungeschlagenen Mannschaften haben sich die Künzelsauer am Sonntag in der Tabelle am TC Ravensburg vorbeigeschoben und belegen vor dem finalen Match am Sonntag (10 Uhr) zu Hause gegen den Tabellenvierten TV Oeffingen den Aufstiegsplatz.

Der größte Erfolg rückt näher

Der größte Erfolg in der Geschichte der Tennisabteilung des TSV Künzelsau, der Aufstieg in die Oberliga, ist zum Greifen nah. Der Matchball soll auf der eigenen Anlage verwandelt werden. Aber das dürfte ebenso wenig ein Selbstläufer werden wie die gesamte Saison, wie der Blick auf die bisherigen Ergebnisse zeigt: Alle vier Siege waren knapp, 6:3, 5:4, 5:4, 6:3. Erstaunlich: Beim 6:3 in Ravensburg half dem TSV der Regen - nicht zu vergessen eine Gruppe mitgereister Fans. "Die Unterstützung war schön und nicht selbstverständlich, denn das sind schon zweieinhalb Stunden Fahrt da runter", sagt Marino Höhnke.

Entsprechend früh, um 6 Uhr, ging es in das 250 Kilometer entfernte Ravensburg zum Tabellenführer. Für den angeschlagenen Luca Bender kam auf Künzelsauer Seite kurzfristig Benjamin Göttel zum Einsatz. Ansonsten konnte Spielertrainer Chris Bauer auf das Stammteam mit Matej Kracik, Jan Hebelka, Marino Höhnke und Philipp Aschoff zurückgreifen. Göttel wurde gleich in der ersten Einzelrunde seiner Jokerrolle gerecht und holte gegen Maximilian Schipke den wichtigen ersten Punkt für Künzelsau. Nur wenige Augenblicke später verwandelte Jan Hebelka seinen ersten Matchball gegen Kilian Fetzer und erhöhte auf 2:0, während Philipp Aschoff gegen Levin Til Müller chancenlos blieb und den Anschlusspunkt kassierte.

Trotz Erkältung gekämpft

In der zweiten Runde traten Chris Bauer, Marino Höhnke und Matej Kracik an. Trotz Erkältung gewann Chris Bauer nach einer starken kämpferischen Leistung gegen Mattia Mauta. Marino Höhnke zeigte gegen den Schweizer Nathan Eugster seine bisher beste Saisonleistung, musste sich aber nach teilweise spektakulären Ballwechseln mit 4:6 und 3:6 geschlagen geben. Damit führte Künzelsau knapp mit 3:2. Alle Augen waren nun auf das Spitzen-Einzel zwischen Matej Kracik und dem Österreicher Alexander Grabher gerichtet. Schon in den ersten Minuten entwickelte sich ein spannender und hochklassiger Schlagabtausch auf Augenhöhe. Den ersten Satz konnte Kracik knapp mit 7:6 gewinnen, den zweiten mit 6:4. Damit gingen die Künzelsauer mit einer komfortablen 4:2-Führung in die Doppel.

Diese mussten früh wegen Regens in die Halle verlegt werden - das ist meist ein Vorteil für die Heimmannschaft. "Ich spiele lieber in der Halle", meint Marino Höhnke zu dem starken Auftritt der Gäste auf dem schnelleren Hallenboden. Die Künzelsauer konnten ihre Stärke ausspielen, gewannen zwei von drei Doppeln und feierten den 6:3-Sieg sowie die Tabellenführung. Das war nach der achtwöchigen Pause keine Selbstverständlichkeit.

Grillfest als Meisterfeier?

"Es ist jetzt anders, man ist nicht im wöchentlichen Rhythmus", meint Höhnke. "Aber die ganze Mannschaft war am Sonntag relativ präsent." Und ist für das Wochenende guter Dinge, dass der Saisonabschluss eine Meisterfeier werden kann. "Ich denke, dass wir im kleinen Kreis nach dem Spiel grillen, soweit das in der Pandemie möglich ist", sagt Marino Höhnke.

TC Ravensburg - TA TSV Künzelsau 3:6 Alexander Grabher - Matej Kracik 6:7, 4:6; Kilian Fetzer - Jan Hebelka 2:6, 2:6; Nathan Eugster - Marino Höhnke 6:4, 6:3; Levin Til Müller - Philipp Aschoff 7:5, 6:3; Mattia Mauta - Chris Bauer 3:6, 6:7; Maximilian Schipke - Benjamin Göttel 1:6, 3:6; Grabher/Fetzer - Kracik/Hebelka 2:6, 2:6; Eugster/Müller - Aschoff/Bauer 6:3, 6:1; Mauta/Schipke - Höhnke/Göttel: 3:6, 3:6.


Lars Müller-Appenzeller

Lars Müller-Appenzeller

Stv. Leiter Sportredaktion

Fußball, Tennis, Ski alpin: Sport bewegt - Tag für Tag auch Lars Müller-Appenzeller. Der Mann vom Bodensee ist seit dem Sommermärchen 2006 für die Heilbronner Stimme sportlich unterwegs.

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