Start frei für die Langstreckenfahrer

Motorsport  Die regionalen Motorsport-Piloten Patrick Assenheimer, Yannick Fübrich und Heiko Hammel fiebern trotz strenger Corona-Bedingungen dem Start der NLS-Serie auf dem Nürburgring samt Nordschleife entgegen.

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Zuschauer wie 2019 wird es am Wochenende am Nürburgring und der Nordschleife nicht geben. Die PS-gewaltige GT3-Meute um Patrick Assenheimer muss sich auch in der Boxengasse umstellen.

Foto: ELFIMAGES

Endlich wieder Rennen fahren" - so lautet das gemeinsame Motto der Langstreckenfahrer aus der Region. An diesem Samstag startet nach dem Corona-Lockdown mit dreimonatiger Verspätung der Saisonauftakt für Patrick Assenheimer (Lehrensteinsfeld) Yannick Fübrich (Meimsheim) und Heiko Hammel (Forchtenberg) auf dem Nürburgring in der Eifel.

Nur eine Formalie ist der neue Name, aus VLN (Veranstaltergemeinschaft Langstreckenmeisterschaft Nürburgring) wird NLS (Nürburgring Langstrecken-Serie). Immens dagegen fällt das spezielle Hygienekonzept aus, welches einen Start erst ermöglicht. Unter anderem sieht es keine Zuschauer vor.

Das Fahrerlager wird zur Boxengasse mit einem Wendekreisel umfunktioniert. Die bisherige Boxengasse darf nur für Tankvorgänge genutzt werden. Um die Chancengleichheit zu wahren, gibt es eine Mindestdauer aller Boxenstopps. Das Personal ist stark reduziert, mit angeordneten Abstands-, und Schutzmaßnahmen.

Faszination und fahrerische Herausforderung

Trotzdem ist die Freude auf die "grüne Hölle" bei 141 Nennungen groß: "Knapp 80 Kurven verteilt auf 24,433 Kilometer - die Kombination aus Nordschleife und dem GP-Kurs ist einzigartig und immer eine fahrerische Herausforderung", sagt der letztjährige Vierfachgesamtsieger Patrick Assenheimer.

Dieser Aussage stimmt auch Yannick Fübrich zu. Der VLN-Meister geht erneut mit seinem Siegerteam Pixum CFN Adrenalin Motorsport auf Titelverteidigung. Neu ist das Auto. Mit Meisterkollege David Griessner (Innsbruck) und Florian Naumann (Idstein) lenkt Fübrich einen BMW M4 GT4. Bei diesem Fahrzeug werden etwa 450 PS von einem Drei-Liter-Reihensechszylinder mit Turboaufladung über ein Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe an die Hinterachse geschickt.

Gestartet wird in der aufstrebenden Klasse SP 10 gegen weitere BMW M4 GT4, Porsche Cayman, Aston Martin sowie dem Toyota GR Supra GT4 vom Boxberger Team Ring Racing, die mit dem Japaner Rennpremiere feiern.

Startnummer eins und viel Unterstützung

"Durch den Titel gehen wir mit der Startnummer 1 und Unterstützung von BMW M Customer Racing in die Saison. Test-, und Einstellfahrten verliefen positiv, ein Platz auf dem Treppchen ist das Ziel", sagt der 28-jährige Fübrich.

Ein Testwochenende bei nassen und trockenen Bedingungen hat auch Patrick Assenheimer hinter sich. "Nach den Erfolgen der vergangenen Saison sind die Erwartungen hoch" sagt der VLN-Speed-Trophy-Sieger. Motor und Kraftübertragung des Auto-Arena-Mercedes AMG GT3 sind gleich geblieben, allerdings wurde ein neues Evo-Kit integriert und abgestimmt. Zum Auftakt teilt sich der 29-jährige Lehrensteinsfelder den 550-PS-Boliden mit Ex-DTM-Fahrer Maro Engel (Monaco), mit dem er auch beim Finale 2019 zum Sieg donnerte. "Unser Ziel ist eine Top-Ten-Platzierung, der Traum ein Platz auf dem Podest", sagt Patrick Assenheimer, der sich auch Erkenntnisse für das 24-Stunden-Rennen im September erhofft. In dessen SP9-Königsklasse sind 20 internationale GT3-Boliden gemeldet - eine enorme Konkurrenz.

Hammel wechselt Team

Der Forchtenberger Heiko Hammel ist zurück bei Mathilda Racing. Die Kölner sind Meister der TCR Klasse mit einem Seat Cupra. Dort war Hammel schon vor seinem Engagement bei McChip, dem Team um Manfred Schmidtmann mit einem Lamborghini Huracan GT3 aktiv. Die TCR ist eine weltweite Tourenwagenklasse, in der frontgetriebene Fahrzeuge mit einem Zwei-Liter-Turbomotor eingesetzt werden. Der 350 PS starke Cupra hat Konkurrenten von Opel, VW, Hyundai und Honda.

"Meine Fahrerkollegen sind Matthias Wasel und Frederic Yerly, die das Auto und das Mathilda-Team schon kennen", sagt der 32-jährige Hammel: "Der Umstieg vom über 500 PS starken Mittelmotor-Huracan GT3 auf den Cupra war problemlos, die Test verliefen erfolgreich, es kann endlich losgehen."

 

HRT statt Black-Falcon

"Der Auftakt ist quasi ein Werkseinsatz, wir starten offiziell unter Mercedes AMG Team HRT-Auto-Arena", erklärt Patrick Assenheimer. Der bekannte und erfolgreiche Rennfahrer Hubert Haupt aus München hat HRT gegründet, nachdem sich die international erfolgreiche Black-Falcon-Truppe aus dem professionellen GT3-Rennsport während der Coronakrise zurückgezogen hat. 


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