Crailsheim Merlins starten mit spezieller Herausforderung in die Saison

Basketball  Für die Crailsheim Merlins beginnt an diesem Samstag mit einem runderneuerten Team die Saison gegen Chemnitz. Allerdings wird der Chefcoach erstmal fehlen: Er ist in Quarantäne.

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Der Crailsheimer Chefcoach Tuomas Iisalo (mit Taktiktafel) hat sein runderneuertes Team intensiv vorbereitet, fehlt aber beim Auftakt.

Foto: imago images/Hartmut Bösener

Neue Herausforderungen warten vom Wochenende an auf die Basketballer. Die BBL startet wegen des Lockdowns durch die Corona-Pandemie mit Geisterspielen in eine ungewisse Runde. "Wir sind zurzeit nur am Optimieren und reagieren, was die Situation anbelangt", sagt Martin Romig, Geschäftsführer der Merlins Crailsheim.

"Wir versuchen das Beste daraus zu machen. Für uns wird es erstmal das Wichtigste sein, auf der Fernseh-Ebene guten Sport und Unterhaltung zu bieten, damit die Leute Lust bekommen, wenn es erlaubt ist, wieder in die Halle zu kommen", sagt Romig. "Unser Sport lebt von den Zuschauern, vom Erlebnis."

Geisterspiele in der eigenen Arena sind die Merlins nicht gewohnt

Am Samstag (20.30 Uhr) empfangen die Crailsheimer den Aufsteiger Chemnitz 49ers. Zwar sind die Merlins von der Endrunde um die deutsche Meisterschaft in der vergangenen Saison in München Geisterspiele gewohnt, doch in der Arena Hohenlohe ist es ein ungewohntes Gefühl, ohne die Unterstützung der Fans ein Punktspiel zu bestreiten. Fehlen wird auch Chefcoach Tuomas Iisalo. Er musste sich nach einem positiven Coronafall in seinem persönlichen Umfeld in zweiwöchige Quarantäne begeben und wurde bereits Anfang der Woche von der Mannschaft und dem Trainerteam isoliert. Das Auftaktspiel ist deshalb nicht gefährdet.

Ähnlich wie im Fußball sind regelmäßige Corona-Tests notwendig, um am Spielbetrieb teilnehmen zu dürfen. Die zusätzlichen Kosten durch Hygienekonzept und Testungen belaufen sich in der Saison auf einen unteren sechsstelligen Betrag. Die höheren Ausgaben und die schwierige Kalkulation in Sachen Zuschauer sorgten für Herausforderungen. "Wie schon nach dem ersten Lockdown ist unser Ziel, weiter auf der Landkarte als Bundesliga-Standort präsent zu sein", sagt Romig. Daher ist er auch froh über den Zuspruch der Sponsoren und Fans, die nach Kräften zum Verein stehen. "Teilweise haben wir Leute, die Geld in Höhe einer Dauerkarte ausgeben, ohne zu wissen, ob sie überhaupt mal in die Halle kommen können. Das ist beachtlich", sagt Romig.

Sportlich gab es einen krassen Einschnitt

Zwar gehen wohl erstmal bis Ende November die Spiele ohne Zuschauer über die Bühne, doch es ist gut möglich, dass die Maßnahmen verlängert werden. "Wir haben den Gürtel enger geschnallt und versuchen, eine möglichst gute Position einzunehmen", sagt Romig. So gab es auch sportlich einen krassen Einschnitt.

Die Mannschaft ist grundlegend verändert "nach einer sensationellen Saison", sagt Romig. "Aber wir mussten uns durch die Einschränkungen anders aufstellen." Andererseits war es auch nicht möglich, die Leistungsträger zu halten, da sie gute Angebote bekamen. "Wir haben deutliche jüngere und weniger erfahrene Spieler", sagt Romig. "Das kann ein Geduldsspiel werden. Aber wir sind es gewohnt, aus wenig viel zu machen. Jeder trauert der vergangenen Saison hinterher. Das bringt jetzt aber nichts mehr."

Martin Romig bleibt vorsichtig optimistisch

In den beiden Pokalspielen präsentierten die Crailsheimer durchaus positive Ansätze. So zeigte Spielmacher Trae Bell-Haynes starke Leistungen, hatte aber nur wenig Entlastung, da mit Nimrod Hilliard IV der zweite Spielmacher verletzt ausfiel und wohl auch gegen Chemnitz fehlt.

"Es ist momentan schwierig einzuschätzen, ich bleibe aber vorsichtig optimistisch, weil es ein langer Weg ist. Wir wurden durch die Einschnitte deutlich zurückgeworfen. Dazu kamen noch die Verletzten. Wir sind im Haifischbecken Bundesliga unterwegs, da will jeder zuschlagen, wenn einer verletzlich ist", sagt Martin Romig. Gerade deshalb würde er zum Saisonauftakt gerne zwei Punkte verbuchen.


Marc Schmerbeck

Marc Schmerbeck

Autor

Marc Schmerbeck ist seit 2009 zuständig für den Sport in Hohenlohe. Als Heilbronner geht sein Blick aber auch über jegliche Grenzen hinweg.

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