Boxen: Slawa Spomer trifft auf Argentinier Francisco Maciel

Boxen  In seinem 14. Profikampf trifft Slawa Spomer am Samstag auf den erfahrenen Javier Francisco Maciel. Mit einem Sieg würde der in Heilbronn aufgewachsene Boxer an die Top 50 seiner Gewichtsklasse heranrücken und damit seinem großen Ziel für 2021 näher kommen.

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Nach seinem Kampf im März gönnte sich Slawa Spomer (li. mit Trainer Zoltan Lunka) nur eine zweiwöchige Trainingspause. "Ich bin fit wie nie", sagt er.

Foto: Archiv/Bertok

Aufgrund der Pandemie bestritt Slawa Spomer im gesamten Jahr 2020 nur zwei Kämpfe. Obwohl das Coronavirus noch immer aktiv ist, erreicht der 28-Jährige diesen Wert bereits an diesem Samstag. Wohl zum letzten Mal ist das Pugilist Boxing Gym in Bruchsal der Austragungsort für einen Kampf des Superweltergewichtlers, der in Heilbronn aufgewachsen ist und inzwischen in Künzelsau lebt. "Im Herbst wollen wir eine große, eigene Veranstaltung auf die Beine stellen - dann hoffentlich endlich wieder mit Zuschauern", sagt Spomers Manager Thomas Holefeld.

Doch zuvor gilt es, mit einem Sieg im 14. Profikampf die makellose Bilanz auszubauen und in der Weltrangliste weiter nach oben zu rücken. Der Argentinier Javier Francisco Maciel erscheint für dieses Unterfangen als der ideale Gegner. Der 36-Jährige, der die meiste Zeit des Jahres in Barcelona lebt, hat bereits 44 Profikämpfe auf dem Buckel und in den 14 Jahren seit seinem Debüt viel erlebt.

Vorzeitige Siege sind die Spezialität von Javier Francisco Maciel

Bereits 2011 forderte er WBO-Weltmeister Dmitry Pirog heraus, verlor gegen den in seiner Karriere ungeschlagen gebliebenen Russen aber nach Punkten. 2014 bezwang der Mann aus Buenos Aires im legendären Madison Square Garden von New York den starken Puerto Ricaner Jorge Melendez. Auch den französischen Europameister Michel Soro forderte "La Bestia" - so sein Spitzname - 2017 heraus, unterlag allerdings vorzeitig. Dabei sind vorzeitige Siege eigentlich seine Spezialität, 23 seiner 33 Siege errang Maciel vor Ende der letzten Runde. "Das ist ein kleiner Stürmer", sagt Holefeld über den nur 1,70 Meter großen Argentinier.

Zur Wahrheit gehört allerdings auch, dass Maciel bei seinen jüngsten fünf Duellen, den Ring immer als Verlierer verließ. Vier Mal gegen Gegner, die wie Spomer, noch ungeschlagen waren. Der Argentinier hat sich im Spätherbst seiner Karriere offenbar von eigenen Titelambitionen verabschiedet und verdient sich zunehmend als Sprungbrett für ambitioniertere jüngere Boxer.

Spomer möchte am Ende des Jahres mit einem internationalen Titel dastehen

"Das ist ein Ranglistenkampf", sagt Holefeld. In der Weltrangliste rangieren Spomer (Nummer 95) und Maciel (100) fast gleichauf. Mit einem Sieg würde Spomer an die Top 50 in seiner Gewichtsklasse heranrücken. Das ist zwingend notwendig, um sein großes Jahresziel zu erreichen: "Ich möchte am Ende des Jahres mit einem internationalen Titel dastehen. Das wäre die Kirsche auf der Torte."

Seine Ringtaktik gegen Maciel legt der frühere deutsche Amateurmeister nicht vorab fest. "Er boxt aus einer geschlossenen Doppeldeckung. Ich muss sehen, wie ich ihn da heraushole. Meine Flexibilität im Stil sollte ein Vorteil sein", ist Spomer überzeugt.

Livestream

Weitere Infos zum Livestream gibt es auf der Facebook-Seite von Slawa Spomer.


Stephan Sonntag

Stephan Sonntag

Autor

Stephan Sonntag arbeitet seit Oktober 2008 für die Heilbronner Stimme. Nach seinem Volontariat wurde der gebürtige Westerwälder in die Sportredaktion übernommen. Dort ist er für Handball, Eishockey, Boxen und Rugby zuständig.

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