Spiel verloren, vom Gefühl ist Sinsheim aber kein Verlierer

Volleyball  Drittligist SV Sinsheim gelingt beim spektakulären Schlagabtausch mit dem SV Beiertheim trotz Niederlage eine Wende. Deutliche Leistungssteigerung im Vergleich zur Vorwoche.

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Ein Spiel auf hohem Niveau lieferten sich Franziska Kälberer (rechts) und Kim Kretzler (Mitte) mit Sinsheim gegen Lotta Slabon und Beiertheim.

Foto: Klaus Krüger

Papier ist geduldig. Und was da letztlich draufstand, hatte mit der Gefühlswelt der Drittliga-Volleyballerinnen des SV Sinsheim am Samstagabend recht wenig zu tun. Mit 2:3 (23:25, 25:19, 25:15, 19:25, 13:15) hatte die Mannschaft von Trainer Peter Lember das Duell mit dem SV Karlsruhe-Beiertheim äußerst knapp verloren. Aber als Verlierer fühlten sich die Sinsheimerinnen und ihr Coach nach dem etwas mehr als zweistündigen Duell nicht.

Zufriedenheit, auch wenn knapp verloren wurde

Auch nicht als Gewinner, das gab das Papier wirklich nicht her. "Aber wir sind zufrieden", sagte Kim Kretzler. Die Ansprüche sind in Sinsheim nicht kleiner geworden, aber die Zuspielerin des SV hatte das vergangene Wochenende noch vor Augen, als ihr Team stark ersatzgeschwächt in Umkirch und gegen Ulm jeweils mit 0:3 baden ging. "Das heute war eine 180-Grad-Wende zu letzter Woche", sagte Kretzler. Und mehr noch. "Es war vom Gefühl her wie in der vorletzten Saison. Und das macht mich stolz."

Sinsheim aktuell auf Platz sechs

Die vorletzte Saison, die erste unter Lember und die erste nach dem Titelgewinn, lief für Sinsheim gut. Beim Abbruch der Runde im Frühjahr war das Team vorne mit dabei. Die Stimmung gut. Das aktuelle Tabellenpapier führt die ehemaligen First Ladies mit vier Punkten aus vier Spielen auf Rang sechs. Das ist nicht der Anspruch. Aber sie wissen es einzuordnen. Die Stimmung war am Samstag gut. "Der Teamspirit war unheimlich stark", fand auch Lember in der Rückschau.

Ihm ist es wichtig, dass seine Mädels den Spaß nicht verlieren. "Wir nehmen diese neue Situation an, wir kennen die Gründe." Die personelle Misere, der Trainingsrückstand bei den aus einer Verletzung zurückgekehrten Spielerinnen. In der vergangenen Woche waren im Training am Dienstag und auch Donnerstag zum ersten Mal seit Langem wieder zehn Spielerinnen da. Das war gegen Beiertheim gleich spürbar.

SVS gewinnt die Sätze zwei und drei

Ging der erste Satz nach langem hin und her noch knapp an die Gäste, drehte Sinsheim den Spieß in den Durchgängen zwei und drei um und holte die Sätze klar. Das wollte auch Lember als Positives mit in die kommende Woche nehmen. "Wir haben gesehen, dass wir, wenn wir gut aufschlagen und unsere Waffen in Szene setzen, auch so einen Gegner dominieren können." Denn die Beiertheimerinnen waren gut, unheimlich athletisch und hatten in Katrin Hahn eine herausragende Zuspielerin, die auch Spielerin des Abends wurde.

Warum es der SVS nicht schaffte, den Schwung seiner Überlegenheit auch in Satz vier mitzunehmen, dafür hatte Kretzler eine Erklärung: "Weil wir auch nur Menschen sind." Und die Aufschläge lange nicht mehr so druckvoll kamen, was Lember als größtes Manko ausmachte. So glich der SV Beiertheim aus und erzwang im ohnehin spektakulären Duell den Showdown.

Entscheidungssatz wird 13:15 verloren

Auch im Tiebreak waren die beiden Kontrahenten auf einem hohen Level unterwegs. Die Gastgeberinnen führten bereits mit 6:3, doch die Gäste drehten den Spieß und gewannen den Satz mit 15:13 - und damit auch das Spiel. Warum? "Weil wir einen oder auch zwei Fehler weniger gemacht haben", sagte Gästetrainer Alessandro Manfrin. Auch die Sinsheimerinnen waren nicht leer ausgegangen: Sie behielten wenigstens einen Punkt da.


Martin Peter

Martin Peter

Autor

Über Umwege ist Martin Peter im August 2017 bei der Heilbronner Stimme gelandet. Der gebürtige Norddeutsche lebte davor lange Zeit am Alpenrand und berichtet nun über Eishockey und das sportliche Geschehen im Kraichgau.

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