Slawa Spomer will beim Heimspiel letzten Schritt zum WM-Kampf machen

Boxen  Slawa Spomer kämpft am 20. November in Heilbronn um den Intercontinental-Titel. Damit wäre der 29-Jährige der WM-Herausforderer. Bei der Fight Night in der Römerhalle steigt auch Kastriot Sopa in den Ring.

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Kommt zu seinem vierten Profikampf nach Heilbronn zurück: Weltergewichtler Kastriot Sopa.

Foto: imago-images/Torsten Helmke

Für Slawa Spomer steht fest: "Das ist das größte Box-Highlight, das Heilbronn je gesehen hat." Am 20. November greift der Superweltergewichtler in der Neckargartacher Römerhalle seinen ersten internationalen Titel an. Im Kampf um den vakanten Intercontinental-Gürtel nach Version der International Boxing Organization (IBO) trifft der 29-Jährige auf José Gregorio Suero aus Spanien.

"Mit einem Sieg wäre ich der nächste Herausforderer des Weltmeisters", wähnt sich Spomer im Dunstkreis seines großen Ziels. Die Chance, den letzten wichtigen Schritt zu einem WM-Kampf in seiner Geburtsstadt vollziehen zu können, freut den Künzelsauer selbstredend: "Besser könnte es nicht sein."

Spanischer Gegner hat ein Unentschieden in der Kampfbilanz

Beide Kontrahenten sind bisher ungeschlagen, beide sind die amtierenden Landesmeister in ihrer Gewichtsklasse. Der in der Dominikanischen Republik geborene 28-jährige "La Sombra" (der Schatten) hat allerdings ein Unentschieden im Kampfrekord stehen. Spomer hingegen wartet mit der makellosen Bilanz von 14 Siegen in 14 Kämpfen auf und gibt sich zum Start seiner unmittelbaren Kampfvorbereitung in Berlin siegessicher: "Ein machbarer Gegner - so wie alle."

Ähnlich sieht es sein Promoter Thomas Holefeld. "Der Spanier ist gut, aber ich hoffe, wir sind besser." Bei einem Sieg Spomers wäre der weitere Karriereverlauf absehbar. Als Intercontinental-Champion wäre er der Pflicht-Herausforderer von Weltmeister Erislandy Lara. Der 38-jährige Kubaner ist seit Mai aber auch Weltmeister im Mittelgewicht, so dass er seinen Titel eine Gewichtsklasse tiefer womöglich gar nicht mehr verteidigen wird. "Gut möglich, dass die Karten hier nächstes Jahr ganz neu verteilt werden. In jedem Fall stünden uns dann alle Türen offen", ist Holefeld überzeugt.

Sopa steigt an seinem 29. Geburtstag in den Ring

Slawa Spomer will beim Heimspiel letzten Schritt zum WM-Kampf machen

Im August 2020 boxte Slawa Spomer zuletzt in Heilbronn, nun geht es um den ersten internationalen Titel.

Foto: Archiv/Seidel

Spomer ist allerdings nicht der einzige Lokalmatador, der an diesem Abend in den Ring steigt. Seinen vierten Profikampf wird der gebürtige Stuttgarter Kastriot Sopa bestreiten, der als Amateur acht Jahre für den SV Heilbronn am Leinbach angetreten ist. "Das ist quasi auch für mich ein Heimspiel. Als die Idee aufkam, habe ich sofort gesagt, dass ich hundertprozentig dabei bin", sagt der 28-Jährige.

Der Gegner des Weltergewichtlers steht noch nicht fest. Dafür aber, dass er am Kampftag seinen 29. Geburtstag feiern wird. "Ich werde ja immer nur älter, nicht jünger", sagt Sopa augenzwinkernd, "das schönste Geschenk für mich wäre, wenn wir vor voller Halle boxen dürften. Wenn alle Zuschauer einfach einen richtig guten Abend haben und mal für ein paar Stunden alles hinter sich lassen können", sagt Sopa.

Steigende Infektionszahlen bereiten Sorgen

Die stark steigenden Infektionszahlen stellen das Damoklesschwert für die Veranstaltung dar. "Es wäre extrem bitter, wenn keine Zuschauer kommen dürften", sagt Sopa. Der Einlass für den Kampfabend soll nach der 3G-Regelung erfolgen. Vor der Halle ist eine Schnelltest-Station geplant.

Im Rahmenprogramm ist ein weiterer Titelkampf geplant. Benjamin Gavazi will seinen deutschen Meistertitel im Halbschwergewicht verteidigen, den der 26-jährige Landauer im März in Bruchsal errungen hat. Der Gegner steht hier ebenfalls noch nicht fest.

Tickets: www.diginights.com

Profidebüt:  Coronabedingt hat Hakan Tosun lange auf sein Profidebüt warten müssen. Am 20. November ist es für den 27-Jährigen nun soweit. Wie für Slawa Spomer und Kastriot Sopa ist es auch für den Weltergewichtler aus Heilbronn ein Heimspiel in der Neckargartacher Römerhalle. 

 

 

 

Stephan Sonntag

Stephan Sonntag

Autor

Stephan Sonntag arbeitet seit Oktober 2008 für die Heilbronner Stimme. Nach seinem Volontariat wurde der gebürtige Westerwälder in die Sportredaktion übernommen. Dort ist er für Handball, Eishockey, Boxen und Rugby zuständig.

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