Riesen Ludwigsburg kämpfen sich ins Finale

Basketball  Marcos Knight führt die Riesen Ludwigsburg zum größten Erfolg der Vereinsgeschichte. Durch den 94:85-Sieg im Halbfinal-Rückspiel gegen Ulm stehen sie erstmals im Finale um die deutsche Basketball-Meisterschaft.

Email

Ganz stark: der Ludwigsburger Marcos Knight (rechts).

Foto: imago-images/BBL-Foto

Der Blick in die Kabine lohnte sich. Es war ausgelassene Freude, die die TV-Kameras von Magentasport gestern Abend übertrugen. Mit einem 94:85-Sieg gegen Ratiopharm Ulm im Halbfinal-Rückspiel zogen die Riesen Ludwigsburg in München ins Finale um die deutsche Meisterschaft ein. Zum ersten Mal in der Vereinsgeschichte. Das Hinspiel endete zwei Tage zuvor 71:71. Der Gegner am Freitag und Sonntag dürfte voraussichtlich Alba Berlin sein - es entscheidet sich heute.

Trainer ist stolz auf seine Mannschaft

"Ich bin sehr stolz", sagte Trainer John Patrick, Und er wusste, wem der Dank gebührte. "Marcos Knight hatte alles unter Kontrolle." Der Ludwigsburger Guard kam auf 26 Punkte, riss sein Team mit, führte es ins Finale. Und das obwohl er sich früh verletzte, dann aber wieder zurückkam. "Wir haben einfach einen guten Teamgeist", sagte Knight.

"Jeder hat gut gespielt." Ulms Guard Thomas Klepeisz meinte: "Ich glaube, dass uns der Killerinstinkt gefehlt hat. Auch schon im ersten Spiel."

Ulm ist in erster Halbzeit stärker

Die Ulmer hatten das erste Viertel insgesamt unter Kontrolle. Bedingt allerdings durch ein Verletzung von Marcos Knight. Der Knackpunkt kam, als sich der Guard den Fuß nach zweieinhalb Minuten verknackste. Lange musste er sich behandeln lassen. Das tat weh. Nicht nur ihm. Ludwigsburg verlor den Rhythmus, Aus einer 10:7-Führung wurde ein 12:19-Rückstand.

Die Riesen schafften es trotz der Rückkehr von Knight aufs Parkett nicht, sich zurückzukämpfen und gingen mit 16:24 in die erste Viertelpause. Auch weil sich später Jonas Wohlfarth-Bottermann verletzte.

Zu Beginn des zweiten Viertels kam Ludwigsburg schnell auf 20:24 heran, musste Ulm dann aber erneut auf 31:20 davonziehen lassen. Nun war auch Wohlfarth-Bottermann wieder zurück, doch er lief wie Knight noch nicht ganz rund und musste später ganz aussetzen.

Beide Führungsspieler, der Kapitän und sein Co, waren damit angeschlagen. Trotzdem verkürzten die Riesen auf 32:36. Ganz wichtig war dann ein Dreier wenige Augenblicke vor der Pause, Nick Weiler-Babb hielt die Ludwigsburger damit im Spiel. Der Rückstand beim 42:46 war noch im erträglichen Rahmen. "Wir sind dem Gameplan nicht gefolgt", sagte Knight, der langsam wieder in Tritt kam. "Wir haben den Ball nicht gut laufen lassen, haben keine gute Defensive gespielt. Das müssen wir besser machen", sagte Knight beim Halbzeit-Interview. Ulms Gavin Schilling meinte: "Das Spiel wird in der Defensive gewonnen."

Starker Riesen-Start in Halbzeit zwei

Genau da hatte seine Mannschaft Probleme. Ludwigsburg startete mit zwei Dreiern, führte auf einmal 48:46 und erhöhte auf 50:46. Doch es gelang nicht, sich weiter abzusetzen. Mit einer Zwei-Punkte-Führung (71:69) ging es ins vierte Viertel. In den Schlussabschnitt starteten die Riesen erneut mit zwei Dreiern - 77:69.

Ludwigsburg hielt die Konzentration hoch. 87:75 führten die Riesen als Ulm dreieinhalb Minuten vor dem Ende eine Auszeit nahm. In der Schlussminute führte Ludwigsburg noch mit sieben Punkten (92:85) und ließ sich den Sieg beim 94:85 nicht mehr nehmen.


Marc Schmerbeck

Marc Schmerbeck

Autor

Marc Schmerbeck ist seit 2009 zuständig für den Sport in Hohenlohe. Als Heilbronner geht sein Blick aber auch über jegliche Grenzen hinweg.

Kommentar hinzufügen