Riesen Ludwigsburg festigen Spitzenposition

Basketball  Die Riesen Ludwigsburg gewinnen in Würzburg, während Alba Berlin das Duell gegen die Hamburg Towers verliert. Trainer John Patrick kann es sich sogar leisten, seinem Center eine Pause zu gönnen.

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Ludwigsburg um Jordan Hulls schlug auch Würzburg.

Foto: Marc Schmerbeck

So viel Zeit muss sein. Zeit für ein kurzes Pläuschchen mit den alten Kollegen. Zwei Jahre spielte Jordan Hulls für Würzburg, bevor er zu den MHP Riesen Ludwigsburg wechselte. Am Dienstagabend kam er als Tabellenführer zu einem Nachholspiel zurück an seine alte Wirkungsstätte. Freundschaftsgeschenke gab es da keine zu verteilen. "Ich habe schöne Erinnerungen an Würzburg. Mein zweiter Sohn ist hier geboren", sagte Hulls vor dem Spiel in die Mikrofone von Magentasport. "Aber ich bin hier, um zu gewinnen."

Gesagt, getan. Mit 82:72 holten sich die Ludwigsburger ihren 22 Saisonsieg und bauten damit sogar die Führung in der BBL aus. Denn zuvor kassierte Alba Berlin - bis dato härtester Verfolger - in Hamburg mit 75:90 seine vierte Saison-Niederlage und wurde vom FC Bayern München überholt, der nach dem 85:66-Erfolg gegen den MBC nun auf Rang zwei steht. Das Spitzentrio hat mittlerweile die Playoffs schon sicher.

Die Riesen sind frisch vor den letzten zehn Spielen der Hauptrunde

Das ist nun eine perfekte Ausgangslage für die Riesen vor den letzten zehn Spielen der Hauptrunde. Zumal Trainer John Patrick trotz des harten Programms für seine Mannschaft sagt: "Wir sind frisch." Gegen Würzburg gönnte er seinem Center Jamel McLean eine Pause, setzte bewusst auf eine kleine Aufstellung, die mit viel Tempo agieren kann. "Jamel brauchen wir gegen Bayreuth", meinte Patrick im Hinblick auf das Heimspiel am Sonntag um 18 Uhr.

Doch zunächst fehlte das nötige Tempo etwas, um die Zonenverteidigung der Würzburger in Verlegenheit zu bringen. Zwar führten die Gäste schnell mit 9:0, doch die Würzburger kamen zurück, gestalteten das erste Viertel offen. Ludwigsburg konnte nicht mehr allzu weit davonziehen - und führte nach den ersten zehn Minuten knapp mit 18:17. Im zweiten Viertel schafften es die Riesen dann, zumindest einen kleinen Vorsprung zu erzielen und gingen mit 39:31 in die Pause.

Ludwigsburg ging mit einem 63:44 ins letzte Viertel

Spielentscheidend war das dritte Viertel. Nun brachten die Gäste mit ihrer kleinen Formation das Tempo aufs Parkett. Würzburg kam damit überhaupt nicht zurecht und erzielte in den ersten vier Minuten keine Punkte. Ludwigsburg setzte sich auf 47:31 ab, baute die Führung zwischenzeitlich auf 60:37 aus und ging mit einem 63:44 ins letzte Viertel.

"Was uns gegen den Druck im zweiten und dritten Viertel nicht einfällt, ist immer wieder aufs Neue überraschend", ärgerte sich Würzburgs Trainer Dennis Wucherer. "Und dann hat Jaleen Smith im letzten Viertel gezeigt, dass er der wahrscheinlich der beste Spieler der Liga ist und was es für ein großer Unterschied sein kann, wenn man so einen Spieler in seinen Reihen hat im Vergleich zu dem, was wir an Entscheidungen treffen."

Wenn es eng wurde, setzte Smith Akzente

Allerdings ruhten sich die Ludwigsburger auf ihrer Führung etwas aus. Würzburg steckte nie auf und kam nochmal auf 62:69 ran. Doch wenn es eng wurde, setzte eben Smith Akzente. Trotzdem war Yorman Polas Bartolo mit 16 Punkten der treffsicherste Riese. Smith kam auf 13 Punkte und sechs Assists.

Ebenso viele Vorlagen gab auch Hulls an alter Wirkungsstätte. Noch dazu steuerte er elf Punkte bei, obwohl seine Dreierquote mit nur 28 Prozent ungewohnt niedrig war. "Es war ein hart umkämpftes Spiel. Wir hatten im dritten Viertel 23 Punkte Vorsprung, aber Würzburg hat nie aufgegeben, deswegen Respekt an die Truppe", sagte Patrick.


Marc Schmerbeck

Marc Schmerbeck

Autor

Marc Schmerbeck ist seit 2009 zuständig für den Sport in Hohenlohe. Als Heilbronner geht sein Blick aber auch über jegliche Grenzen hinweg.

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