Riesen-Festung ist gefallen

Basketball  Ludwigsburg kassiert im Playoff-Halbfinale gegen Bayern die erste Heimniederlage seit mehr als zwei Jahren. Das 72:82 ist zugleich der Ausgleich der Halbfinal-Serie, die bereits am Mittwoch in München fortgesetzt wird.

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Nun ist es also passiert. Die Festung MHP Arena wurde eingenommen. Mehr als zwei Jahre waren die Riesen Ludwigsburg in heimischer Halle ungeschlagen. Bis Montagabend. Bis der FC Bayern München in Spiel zwei des Playoff-Halbfinals mit 82:72 gewann und die Best-of-five-Serie zum 1:1 ausglich. "Wir hatten zu viele Ballverluste und die zu viele einfache Körbe", sagte Riesen-Trainer John Patrick.

Yorman Polas Bartolo (li.) wird von Paul Zipser geblockt.

Foto: Marc Schmerbeck

Schon am Mittwoch um 20.30 Uhr geht es nun in München weiter. Spiel vier findet am Freitag (20.30 Uhr) - erneut im Audi Dome - statt und könnte die Entscheidung bringen. Die Riesen brauchen jetzt mindestens einen Auswärtssieg, um noch eine Chance auf den Finaleinzug zu haben. "Jetzt müssen wir Einstellungen vornehmen und versuchen, ein Spiel in München zu klauen. Wir brauchen mehr positive Energie. Ich glaube, die Einstellung hat nicht gestimmt."

Ludwigsburg hat den besseren Start

Aber es war auch ein komplett anderer Auftritt der Bayern als noch am Samstag. Die Gäste waren sehr präsent und konzentriert in der Defensive. Trotzdem hatte Ludwigsburg zunächst den besseren Start, lag mit 6:2 in Front, baute auf 13:4 aus. Doch dann spielten die Münchner ihre ganze Klasse aus. "Ende des ersten, Anfang des zweiten Viertels haben wir befreiter gespielt", sagte Geschäftsführer Marco Pesic. "Ich fand uns im ersten Viertel des ersten Spiels etwas arrogant, überheblich. Das hat mich ein bisschen an das dritte Spiel gegen Crailsheim erinnert, das wir auch verloren haben."

Anscheinend benötigt seine Mannschaft immer wieder einen Weckruf. Nach einer Auszeit von Trainer Andrea Trinchieri lief es dann. Vor allem bei Dennis Seeley, der in der ersten Halbzeit 15 Punkte erzielte und am Ende mit 22 der Topscorer des Spiels war. Die Riesen hatten große Schwierigkeiten, ihn zu verteidigen. So verkürzten die Bayern bis auf 14:16, gingen mit 17:16 in Führung. Ein Dreier von Jordan Hulls rettete Ludwigsburg ein 19:19-Unentschieden nach den ersten zehn Minuten.

Die Riesen wirken im zweiten Viertel phasenweise fahrig

Im zweiten Viertel nahm die Dominanz der Gäste zu. Die Riesen wirkten nun phasenweise fahrig, kamen mit dem immensen Druck, den München ausübte, nicht klar. Als Paul Zipser das 37:23 für die Bayern erzielte, war es auch deren höchste Führung. Ludwigsburg wehrte sich zwar nach Kräften und wie schon am Samstag war Jonah Radebaugh einer der auffälligsten Riesen. Auf zehn Punkte kam er in der ersten Halbzeit und verdoppelte die Ausbeute bis zur Schlusssirene.

Mit seinem Dreier zum Pausenstand von 33:42 hatte er auch großen Anteil daran, dass es nur mit neun Punkten Rückstand in die Halbzeit ging. Die Defense sei der Unterschied zu Spiel eins gewesen, meinte Robin Amaize in der Pause. "Wichtig wird sein, über 40 Minuten den Fokus aufrecht zu halten." Nach der Pause übernahm verstärkt Routinier Tremmell Darden auf Seiten der Ludwigsburger Verantwortung. Doch München blieb konzentriert und so ging es beim Stand von 54:63 in den Schlussabschnitt.

Der Gästetrainer ist zufrieden mit dem Serienausgleich

Die Riesen wollten nochmal attackieren. Doch die Münchner blieben konzentriert, spielten abgeklärt, cool bis zum Ende und wehrten die Attacke relativ mühelos ab. Zwar kamen die Riesen noch auf 65:72 ran, doch die Gäste entschieden das Spiel mit 82:72 für sich.

"Besser, besser", sagte Andrea Trinchieri zu der Leistung seines Teams. Der Münchner Coach war zufrieden. "Wir sind in der Offensive und Defensive konzentriert geblieben und haben das Spiel kontrolliert. Für mich war es wichtig, mit 1:1 nach Hause zu fahren."


Marc Schmerbeck

Marc Schmerbeck

Autor

Marc Schmerbeck ist seit 2009 zuständig für den Sport in Hohenlohe. Als Heilbronner geht sein Blick aber auch über jegliche Grenzen hinweg.

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