Rennfahrer Trefz aus Wüstenrot wagt sich an eine giftigere Mamba

Motorsport  Altbekannte Optik, aber eine neue Herausforderung. Der Wüstenroter Youngster Luca-Sandro Trefz wechselt mit Sponsor zu Audi und ins GT Masters.

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Debüt im Schlangen-Look: Erstmals in der Geschichte des ADAC GT Masters startet ein Audi R8 LMS GT3 im gelb-grünen "Mamba-Design".

Foto: Montaplast by Land-Motorsport

Auf den ersten, flüchtigen Blick hat sich an Luca-Sandro Trefz" Dienstwagen wenig verändert. Noch immer erinnert das schnittige Gefährt mit neongelber Grundlackierung und grüner Folierung im Stile von Schlangenschuppen an eine Mamba. Doch statt dem Mercedes-Stern auf der Schnauze, schlingen sich dort nun die vier Audi-Ringe ineinander. Und im Inneren schlummern noch einmal 55 Pferdchen mehr.

Nach Achtungserfolgen bei verschiedenen GT4-Serien im Mercedes AMG wagt sich der 19-jährige Wüstenroter in dieser Saison an eine noch giftigere Mamba. Und mit der GT-Masters-Mannschaft von Montaplast by Land-Motorsport in umkämpfteres Terrain. Nicht nur Trefz ist neu beim Rennstall von Christian und Wolfgang Land. Mit ihm kommt auch der Sponsor Mann-Filter, der für das unverwechselbare Auto-Design steht. Eine Partnerschaft mit Biss, die bislang Mercedes vorbehalten war. Künftig gibt es erstmals Fahrzeuge von zwei Marken mit dem markanten Mamba-Design.

Zusammen mit Christopher Haase als Duo

Luca-Sandro Trefz würde natürlich gerne im schnelleren Schlangen-Flitzer sitzen, wenn die Saison ab Mitte Mai startet, "aber das wird nicht einfach, da sind zwei Werksfahrer im Mercedes, realistisch betrachtet das stärkere Duo und die sind schwer zu schlagen - unmöglich ist es aber nicht". Mit Christopher Haase weiß Trefz immerhin einen Ex-Champion an seiner Seite. Für den erfahrenen Audi-Fahrer ist es die dritte Saison im Team der Westerwälder. Dass der 33-Jährige mit Youngstern glänzen kann, bewies er bereits 2020, als er gemeinsam mit Max Hofer den fünften Platz in der Fahrerwertung holte.

Luca-Sandro Trefz hat sich die Top 10 der Gesamtwertung und Top 3 der Juniorwertung als ambitioniertes Ziel gesetzt: "Ich bin aber Rookie und vorher noch nie Mittelmotor gefahren, das wird für mich neu, ganz anders als im Mercedes."

Rennfahrer Trefz wagt sich an eine giftigere Mamba

L.-S. Trefz

Foto: Archiv/Seidel

Trefz ist glücklich ein Teil der Audi-Familie zu sein

Dass er gerne weiter mit Stern gefahren wäre, daraus macht Trefz keinen Hehl, "aber mit der neuen Marke bin ich auch richtig happy. Das Team kam auf mich zu und hat mir ein super Angebot für die GT3 gemacht. Bei Mercedes hätte ich nicht GT3 fahren können und deswegen bin ich glücklich Teil der Audi-Familie zu sein".

Und Trefz möchte als würdiges Mitglied kommen. Was ihm an Routine im Audi fehlt, dürfte das Toptalent schnell aufgeholt haben. Denn Trefz ist nicht nur auf der Strecke ein akribischer Arbeiter, sondern auch abseits. Stundenlang sitzt er in seinem Renn-Simulator: "Ich bin jetzt schon einige Runden im Audi gefahren. Ich glaube, die kann ich gar nicht zählen. Schon im Simulator habe ich einen enormen Unterschied vom Mercedes zum Audi gemerkt. Es hat aber ganz gut geklappt - jetzt bin ich gespannt, wie es in echt ist." Heute und morgen wird Luca-Sandro Trefz seinen neuen Dienstwagen erstmals auf der Strecke testen können. Und es dürfte so einiges anders für ihn sein.

Der Heilbronner Markus Pommer vor Abschluss

Markus Pommer fuhr 2020 bereits seine fünfte Saison im ADAC GT Masters. Auch diesmal möchte der erfahrene Heilbronner wieder mit dabei sein. Erster Ansprechpartner ist das Leingartener Corvette-Team Callaway Competition, für das der 30-Jährige die vergangenen beiden Jahre ins Steuer griff. "Ich habe aber auch Angebote anderer GT-Masters-Teams und Serien. Noch ist nichts offiziell", sagt Pommer, für den Tests bisher "fast nicht möglich" waren - der Corona-Pandemie wegen. Die hat auch maßgeblichen Anteil daran, das Markus Pommers Saison-Paket noch immer nicht geschnürt ist. "Nächste Woche dürfte es aber so weit sein."

 

Dominik Knobloch

Dominik Knobloch

Sportredakteur

Dominik Knobloch ging 2012 erstmals als Praktikant für die Heilbronner Stimme aufs Feld. Nach seinem Volontariat wurde er 2015 als Redakteur im Sportressort übernommen.

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