Plötzlich wieder nah dran am Traum vom Le-Mans-Klassiker

Motorsport  Für Rennfahrer Markus Pommer bietet sich eine unverhoffte Chance: Der 30-Jährige startet künftig im LMP2 von BHK Motorsport. Dafür gibt es aber keinen Einsatz im GT-Masters für Callaway Competition mehr.

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Freut sich auf eine neue Herausforderung: Markus Pommer.

Foto: Burkhard Kasan

Eigentlich war es zuletzt recht weit entfernt, das Sehnsuchts-Ziel so vieler Rennfahrer. Doch plötzlich ist Markus Pommer wieder ziemlich nah dran, an einem möglichen Start beim legendären 24-Stunden-Rennen von Le Mans. Im richtigen Auto dafür sitzt der Heilbronner bereits nächste Woche.

Nicht 24, sondern vier Stunden saust der Oreca 07 des britischen Teams BHK Motorsport in zehn Tagen über den Circuit de Barcelona-Catalunya. Und der 30-Jährige Pommer wird einer der drei Fahrer des blau-orangenen LMP2-Boliden im Feld der European Le Mans Series sein. Gestern gab er seine kurzfristige Zusage für die neue, unverhoffte Herausforderung mit insgesamt sechs Rennen bis Ende Oktober.

Pommer wurde sofort ein Platz angeboten

Alles begann mit einer Einladung zu einem Test vor einigen Wochen. Da allerdings noch für den LMP3-Wagen von BHK Motorsport. "Es ist keines der größten Teams. Aber da hatte ich jetzt die Chance, weil ich noch einige aus meiner Zeit im Formel-Sport kennen - so kam es zum Kontakt."

Sofort nach dem Test war Pommer ein Platz angeboten worden, doch dann zerschlug sich der geplante Einsatz in der Klasse. Der Heilbronner blieb bei BHK Motorsport dennoch Kandidat. Mit dem LMP2 waren die beiden Italiener Francesco Dracone und Sergio Campana in der Vergangenheit immer zu zweit. Nun werden sie mit Markus Pommer ein Trio bilden: "Das ist natürlich eine große Chance. Es ist ein Riesensprung vom LMP3 zum LMP2. Ein Glücksfall. Mit Francesco bin ich schon AutoGP gefahren. Der hat das vermittelt, ist auch noch Teambesitzer."

Plötzlich wieder nah dran am Traum vom Le-Mans-Klassiker

Neuer Dienstwagen: Der Oreca 07 von BHK Motorsport.

Foto: Imago Images/Panoramic

Es kann ein Türöffner für die 24 Stunden von Le Mans sein

Ohnehin fühlt sich das neue Engagement für Pommer nach fünf Jahren im GT Masters nach alten Zeiten an: "Ich habe nach dem Formel-Sport eigentlich immer mit der LMP geliebäugelt. Dann kam aber der Fokus auf die GT Masters, weil das in Deutschland ziemlich publik, groß und auch eine schöne Serie ist. LMP-Sport war vom Markt eher eine Nische. In der Renn-Szene ist es aber etwas Großes." Und kann Türöffner für die 24 Stunden von Le Mans sein: "Das ist von jedem Rennfahrer Traum oder Ziel. Klar bin ich jetzt wieder näher dran, wenn ich in einem LMP2 und der ELMS sitze. Das Team will die 24 Stunden auch auf jeden Fall fahren. Erstmal muss ich aber ein gutes Bild abgeben."

Kein Selbstläufer, wie Pommer betont: "Das wird schon eine Riesenumstellung. Natürlich profitiere ich davon, dass ich Jahre lang im Formel-Sport war - aber zum Glück haben wir vorher noch zwei Testtage am Montag und Dienstag. Sonst wäre es schon heftig, einfach ins Rennen zu springen. Der Kurvenspeed ist durch die Aerodynamik extrem. Ich schätze, es ist vom Feeling ähnlich wie damals in der Formel 2 oder im AutopGP - aber das ist schon wieder sehr lang her."

Zu klein war bisher das Zeitfenster, um jetzt zusätzlich noch ein Engagement im GT Mastes zu realisieren. "Natürlich wäre es am besten, wenn ich beides machen könnte und ich bin auch in Gesprächen - es ist aber nicht leicht, weil es Überschneidungen gibt", sagt Markus Pommer. Keine Einigung gab es mit seinem Vorjahres-Team Callaway Competition aus Leingarten. "Sie wollten eine schnelle Zusage, die konnte ich nicht geben." Markus Pommers Ziele haben sich aber ohnehin verschoben.


Dominik Knobloch

Dominik Knobloch

Sportredakteur

Dominik Knobloch ging 2012 erstmals als Praktikant für die Heilbronner Stimme aufs Feld. Nach seinem Volontariat wurde er 2015 als Redakteur im Sportressort übernommen.

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