Olympia im (Rück-)Blick: Henning Mühlleitner gewährt persönliche Einblicke

Sporthilfe Unterland  Das Mitglied des Perspektivteams sorgt über den Dächern Heilbronns für Lacher. Fechterin Lisa Gette ist optimistisch, dass sich ihr Traum von den Spielen in Paris 2024 erfüllt.

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Der Olympia-Vierte Henning Mühlleitner erzählt von Tokio, seine Neckarsulmer Schwimmkameradin Bente Fischer (li.) und Säbelfechterin Lisa Gette hören zu.

Olympia. Das weltgrößte Sportereignis als Live-Erlebnis. Ein Gefühl mit Prickelfaktor. Ein Faszinosum selbst in Pandemiezeiten. Mittendrin Henning Mühlleitner. Der Schwimmer der Sport-Union Neckarsulm erlebt seine Premiere in Tokio, begeistert im August mit Platz vier über 400 Meter Freistil in der Region, aber auch national. Viele Interviews gibt er, doch persönliche Einblicke gewährt der 24-jährige Sportsoldat am Freitagabend über den Dächern von Heilbronn.

Beim Olympia-Abend des Perspektivteams der Sporthilfe Unterland in der Sky-Bar des Parkhotel verrät Henning Mühlleitner, wie es ihm zwischen Vorlauf ("da hast du schon Muffensausen, und als ich die Startliste gelesen habe, ging mir der Stift") und den wenigen nächtlichen Stunden bis zum Finale ergangen ist - als Vorlaufschnellstem: "Mit einem Liechtensteiner bin ich im Bus zurückgefahren ins Olympische Dorf. Wir haben einfach geredet, um nicht nachzudenken. Mein Handy habe ich ausgeschaltet und meinem Zimmerkollegen gesagt, er solle bitte den Wecker stellen. Dann liegst du im Bett, dein Kopf ist knallheiß und hellwach, aber der Körper schläft. Irgendwie kriegst du so die Nacht rum."

Amerikaner sind aus dem Olympischen Dorf ausgebüxt

Spannende Einblicke aus dem Innenleben des Olympischen Dorfes entlockt Uwe Ralf Heer, Stellvertretender Vorsitzender der Sporthilfe Unterland und Chefredakteur der Mediengruppe Heilbronner Stimme, dem Neckarsulmer im lockeren Talk. "Einige Amerikaner sind einfach aus dem Dorf raus und in einer Mall Kaffee trinken gegangen. Es war nur blöd, dass wir das erst am letzten Tag erfahren haben", sagt der eloquente Freistilspezialist - und hat die Lacher auf seiner Seite.

Olympia im (Rück-)Blick: Henning Mühlleitner gewährt persönliche Einblicke

Sporthilfe-Finanzchef Tobias Leu (li.) und Gründungsmitglied Manfred Blatt.

Sportkenner und Partner erleben an diesem Abend hautnah, dass ihre Unterstützung direkt ankommt. Auch die Vorstandsmitglieder der Sporthilfe Unterland, die unter dem Vorsitz von Richard Lohmiller im Oktober 2019 das neu gegründete Perspektivteam Paris 2024 der Öffentlichkeit vorstellen, sehen sich in ihrem Projekt bestätigt. Das Ziel damals: In fünf Jahren möglichst viele talentierte Leistungssportlerinnen und Athleten aus der Region zu den Spielen nach Frankreich zu entsenden. Nicht ahnend, dass der Plan bereits vorzeitig aufgehen würde.

Das Konzept greift früher als geplant

Denn: Das Konzept, neun Talente aus fünf Sportarten individuell zu fördern, greift. Mit Celine Rieder und Henning Mühlleitner qualifizieren sich zwei Schwimmer sogar schon für die Spiele in Tokio. "Wir haben im Sommer alle die Daumen gedrückt, und das haben Sie ja auch gespürt", sagt Richard Lohmiller in seiner launigen Begrüßung - und Henning Mühlleitner bestätigt dies zwischen Sekt und Fingerfood mit einem wohlwollenden Schmunzeln.

Beeindruckend und bezeichnend zugleich ist die Beschreibung seines Olympia-Moments: "Ich stand einige Sekunden auf dem Balkon, habe mich umgeschaut und mir gesagt: Du hast dein Ziel erreicht, jetzt setzt du dir neue Ziele." Im Dezember fliegt Henning Mühlleitner zu den Kurzbahn-Weltmeisterschaften nach Abu Dhabi - und die Qualifikation für Paris hat der Neckarsulmer ebenso fest im Blick.

Gette ist extra aus Köln angereist

Olympia im (Rück-)Blick: Henning Mühlleitner gewährt persönliche Einblicke

Gesprächsrunde zwischen Sportkennern, Partnern und Vorstandsmitgliedern der Sporthilfe Unterland, angeführt von den Vorsitzenden Richard Lohmiller (ganz re.) und Uwe Ralf Heer (ganz li.).

Fotos: Mario Berger

Wie Elisabeth Gette. Derzeit ist die Säbelfechterin aus Künzelsau zwar wegen einer Außenbandverletzung in der Reha, aber optimistisch, dass auch sie sich ihren großen Traum von Paris erfüllt. Die näheren Ziele der 21-Jährigen: "Die Weltcups in Amerika und in Korea", sagt die Studentin der Gesundheitsökonomie, die eigens aus Köln zum Olympia-Abend angereist ist.

Als eine potenzielle Kandidatin für das Perspektivteam gilt Bente Fischer. Die sympathische Brustschwimmerin der Sport-Union Neckarsulm, die erst aus dem Trainingslager in Kairo zurückgekehrt ist, hat eindrucksvoll ihren Tag zwischen Masterstudium und Leistungssport geschildert, der gegen 5 Uhr beginnt. "Morgens brauche ich meinen Kaffee und eine halbe Stunde zum Zeitunglesen, um zu checken, was so abgeht", sagt die künftige Grundschullehrerin, ehe sie um sechs zur ersten Trainingseinheit ins Sportbad Aquatoll fährt. Über ihren nächsten Start in Magdeburg sagt die 24-Jährige: "Ich habe richtig Lust, die Qualifikation für die Europameisterschaften zu schwimmen."

 

 

Stefanie Wahl

Stefanie Wahl

Leiterin der Sportredaktion

Sport bedeutet mehr als Sieg und Niederlage: Seit 2005 leitet Stefanie Wahl das Ressort bei der Stimme. Die ehemalige Leichtathletin beschäftigt sich mit Wintersport und fungiert seit 2007 als Geschäftsführerin der Sporthilfe Unterland e.V.

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