Ohne Rudi Christiansen und Juan Scoppetta, aber mit Ambitionen

Tennis  Die Verbandsliga-Männer des TC Heilbronn glauben trotz einer Niederlage gegen Ludwigsburg an den Aufstieg in die Oberliga. 8:1-Pflichtsieg gegen den TC Bernhausen II.

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Lässt Fasern der gelben Filzkugel fliegen: Gil Uwe Grund, Nummer eins des TC Heilbronn am Trappensee, während des 8:1-Sieges gegen Bernhausen.

Foto: Mario Berger

Katja Christiansen schaut gerne Tennis, wie die Heilbronnerin mit einem Lächeln sagt. Um gute Matches zu sehen, fahre sie schon mal mit dem Rad zum SV Leingarten, dessen Männer 2019 in der Regionalliga gespielt haben, oder wie kürzlich mit dem Auto nach Güglingen, um den Herren 30 des TC Afriso zuzuschauen. Am Sonntag hat ein Heimspiel angestanden: "Ich bin wegen der Herrenmannschaft hier", sagt Katja Christiansen auf der Anlage des TC Heilbronn am Trappensee. Sie hat ein einen besonderen Bezug zu den Verbandsliga-Männern: Ihr Sohn Rudi ist die Nummer eins - wobei der 20-Jährige in der Saison 2021 nicht mitmischen kann.

"Das ist echt schade", sagt Mathieu Meyer. Der Mannschaftsführer bestellt sich gerade im Clubhaus eine Johannisbeersaftschorle - nach dem siegreichen Match will der erste Durst gestillt werden. Es ist ein guter Tag für die Männer vom Trappensee: Auch ohne Rudi Christiansen gelingt ein 8:1-Sieg gegen den TC Bernhausen II. Auch ohne Rudi Christiansen bleibt das Ziel für die verbleibenden drei Spiele , "alles zu gewinnen", wie Mathieu Meyer sagt: "Der Aufstieg ist noch nicht verloren." Die 2:7-Niederlage aus dem Auftaktspiel gegen den TC Ludwigsburg lässt sich noch reparieren.

Tennis-Stipendium an der University of Alabama

Es war alles ganz anders geplant: Rudi Christiansen sollte das Team anführen, Gil Uwe Grund an Position zwei spielen, der stets im Sommer von Argentinien ins Unterland reisende Juan Scoppetta an drei, Mathieu Meyer an vier. "Juan konnte nicht kommen", erklärt Meyer - Corona. Das Virus ist auch schuld, dass Christiansen fehlt: Die Saison wurde nach hinten geschoben, so dass der in den USA studierende Heilbronner nicht einen Teil, sondern die ganze Saison verpasst. "Es tut ihm super leid", versichert die Mutter - seit Ende Dezember ist Rudi Christiansen an der University of Alabama in Tuscaloosa, wo er ein Tennis-Stipendium bekommen hat und gerade ein Zwischensemester absolvieren muss. Katja Christiansen sagt: "Aber Rudi weiß alles, ist in der Whatsapp-Gruppe der Mannschaft."

So war auch ihm klar, dass es gegen Bernhausen II ein Pflichtsieg werden muss - die Gäste haben eine extrem junge Mannschaft. "Schön für einen Verein, so viele Junge zu haben, die ordentlich spielen", sagt Mathieu Meyer, "das ist selten." So haben die Heilbronner bereits nach den Einzeln als Sieger festgestanden: Neben Gil Uwe Grund und Meyer feiern auch Benjamin Buck, Nicolas Moser und Robin Storf (Jahrgang 2002) glatte Zwei-Satz-Siege - lediglich Patrick Piper (2000) unterliegt im Match-Tiebreak. Beim 2:7 gegen Ludwigsburg kam Tom Bruel (1999) zum Einsatz. "Wir brauchen die Jungen", sagt Mathieu Meyer. "Und die brauchen Spielpraxis." Gerade wenn sie nächstes Jahr vielleicht eine Klasse höher aufschlagen. So oder so sei mit Juan Scoppetta und Rudi Christiansen vereinbart, dass sie 2022 wieder am Trappensee aufschlagen.

Derby in Bad Friedrichshall am 19. September

Hoffnung, dass es dann mit der Oberliga noch klappen könnte, zieht Mathieu Meyer aus dem Umstand, dass Tabellenführer Ludwigsburg gegen die Heilbronner drei Collegespieler eingesetzt hat - die im Saisonfinale im September fehlen werden. Und vielleicht gibt es ja zudem Nachbarschaftshilfe vom TC Bad Friedrichshall, der am Sonntag ab 10 Uhr Ludwigsburg empfängt. Andererseits steht auch noch am 19. September in Bad Friedrichshall das Derby gegen den TC Heilbronn an - ein Pflichttermin für Katja Christiansen.

TC Heilbronn am Trapp. - TC Bernhausen II 8:1 Gil Uwe Grund - Mathis Dahler 6:0, 6:2; Mathieu Meyer - Rohat Altintas 6:3, 6:1; Benjamin Buck - Moritz Breitbach 6:2, 6:0; Nicolas Moser - Jakub Smrcka 6:0, 6:2; Patrick Piper - Rene Schmidts 2:6, 7:6, 4:10; Robin Storf - Ben Luca Klein 6:3, 6:3; Grund/Meyer - Altintas/Breitbach 6:2, 6:3; Buck/Moser - Dahler/Smrcka 4:0 Aufgabe Dahler/Smrcka; Piper/Storf - Schmidts/Klein Aufgabe Schmidts/Klein.


Lars Müller-Appenzeller

Lars Müller-Appenzeller

Stv. Leiter Sportredaktion

Fußball, Tennis, Ski alpin: Sport bewegt - Tag für Tag auch Lars Müller-Appenzeller. Der Mann vom Bodensee ist seit dem Sommermärchen 2006 für die Heilbronner Stimme sportlich unterwegs.

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