NSU-Ärger über Zwangspause an der Tischtennis-Platte

Tischtennis  Profisport als Definitionssache: Auch in den 2. und 3. Ligen ruht der Spielbetrieb mindestens bis zum 5. Dezember. Die Neckarsulmer aber wollten am Ball bleiben.

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Keine Vorhand-Schupfbälle für Julian Mohr und seine Neckarsulmer Teamkollegen. Der Spielbetrieb in 2. Bundesliga ist ausgesetzt.

Foto: Alexander Bertok

"Termin offen", dieser Vermerk im Online-Spielplan, er bedeutet nichts Gutes dieser Tage. Nun ist auch in den 2. und 3. Bundesligen im Tischtennis der Spielbetrieb ausgesetzt. Erst ab dem 5. Dezember sind Partien wieder terminiert. So fällt das für dieses Wochenende angesetzte Zweitliga-Auswärtsspiel der Neckarsulmer Sport-Union beim TV Hilpoltstein aus.

Dabei wurden die 2. und 3. Ligen vom Deutschen Olympischen Sportbund DOSB eigentlich als Profiligen klassifiziert. Spiel- und Trainingsbetrieb ist auch in der aktuellen Situation erlaubt. Warum ruht dann der Spielbetrieb? "Leider wird nicht in allen Bundesländern Profisport gleich definiert. Die einen verlangen eine Festanstellung beim Verein, andere nicht. Es liegen total unterschiedliche Kriterien zugrunde", sagt Patrick Festel, Spielleiter der 2. Liga.

Manche Kommunen haben die Hallen geschlossen

Weil nicht alle Vereine in der Liga den Profi-Nachweis erbringen können, haben manche Kommunen die Hallen geschlossen. Ohne Tisch kein Tischtennis. "Man hätte von Verbandsseite die Vereine etwas hartnäckiger angehen sollen, dass sie in die Hallen können", sagt Alexander Mohr, Trainer und Sportlicher Leiter bei den Neckarsulmer Zweitliga-Männern. Die Neckarsulmer Spitzenspieler sind weiter im Training, auch in Neckarsulm ist die Arbeit in Kleingruppen erlaubt.

Mohr ist verärgert. "Ich bin wegen mancher Kollegen angefressen, denen immer Professionalität wichtig ist. Wenn man sie dann zeigen sollte, dann ist sie nicht unbedingt vorhanden", spricht Mohr Klartext und verweist auf ein schlechtes Signal für die Sportart Tischtennis.

Vereine zeigen ein anderes Bild

Bei der Neckarsulmer Sport-Union hätte man gerne weitergespielt. Sowohl bei den Männern in der 2. Liga, als auch bei den Frauen in der 3. Liga.

Der Tenor der Zweitliga-Vereine der Männer hatte vor kurzem noch so geklungen: Ja, wir spielen weiter. "Dann haben die Vereine aber ein anderes Bild gezeigt am vergangenen Wochenende", sagt Patrick Festel und verweist bei drei geplanten Partien auf zwei Spielabsagen, da sich Teams weigerten, in ein Risikogebiet zu reisen. Wenn Corona-Angst für Spielverlegungen herangezogen werde, "dann sei es dahingestellt, wie sinnhaft die Fortsetzung des Spielbetriebs überhaupt ist", sagt Festel. Bis zum 31. Dezember sollte die Hinrunde eigentlich beendet sein. Dafür müssten gleich vier Teams, die erst zwei Ligaspiele absolviert haben, sieben Partien im Dezember absolvieren. "Das ist nicht wirklich realistisch", sagt Alexander Mohr: "Wie soll das überhaupt funktionieren?"

Hin- und Rückrunde beim Verband noch nicht ausgeschlossen

Auch in der Verbandszentrale in Frankfurt weiß man um die Terminnöte. "Es gibt ein paar Szenarien. Wir haben es noch nicht ausgeschlossen, dass es eine Hin- und Rückrunde gibt", sagt Patrick Festel: "Wir müssen die politischen Entscheidungen abwarten."

Allerdings läuft es realistisch betrachtet auch in der 2. Bundesliga auf eine einfache Spielrunde heraus. Erst recht, falls auch im Dezember kein Spielbetrieb stattfindet, wonach es im Moment ja stark aussieht. Eine komplett absolvierte Halbserie ist Grundvoraussetzung dafür, dass es Auf- und Absteiger gibt, heißt es von Seiten des Deutschen Tischtennis-Bundes.


Florian Huber

Florian Huber

Autor

Florian Huber ist seit 2007 bei der Heilbronner Stimme. Als Sportredakteur ist er seitdem unter anderem zuständig für Fußball. Auf Sportplätzen der Region und in den großen Stadien der Republik.

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