Nicht nur positive Überraschungen beim Heilbronner Neckar-Cup

Tennis  Otte schlägt die Nummer eins, Kumpel Moraing steht im Hauptfeld. Stebe und Gojowczyk passen.

Email

Hat auch sein zweites Quali-Match gewonnen: Mats Moraing.

Foto Andreas Veigel

Überraschungen sind das Salz in der Suppe. Neun Mal derselbe Verein deutscher Meister? Langweilig. Beim Neckar-Cup hat es am Montag reichlich Überraschungen gegeben. Nicht nur positive. Tennis lebt ein Stück weit vom Prinzip Überraschung. Turnierdirektor Metehan Cebeci sagt es so: "Auf diesem Level gibt es keine Stabilität. Wenn ein Tennisprofi stabil ist, steht er in den Top 20." Und spielt deshalb nicht beim Challenger in Heilbronn.

Für Oscar Otte ist Heilbronn ein Lieblingsturnier

Dass der Kölner Oscar Otte, die Nummer 153 der gestern veröffentlichten Weltrangliste, den topgesetzten Tschechen Jiri Vesely (Nummer 73) schlägt, ist also so gesehen keine Überraschung. 7:6 (7:2), 7:6 (7:3) endete das Erstrundenspiel zugunsten Ottes, der am Tag zuvor noch im Finale des Challengers von Prag gestanden hatte. "Ich freue mich hier zu sein, Heilbronn ist eines meiner Lieblingsturniere", sagte der Sieger und machte ein Gesicht wie ein Verlierer. Er sei gerade in Gedanken bei wichtigeren Dingen, könne sich deshalb nicht so freuen. Die Gründe? "Privat!"

Stebe will seinen Einsatz bei den French Open nicht gefährden

Auch der Coup seines Kumpels Mats Moraing konnte Ottes Miene nicht aufhellen. Mit einem Zweisatzsieg in seinem zweiten Qualifikationsmatch zog Moraing ins Hauptfeld ein. Der 28-Jährige ist aber nicht wie vermutet der neunte Deutsche im 32-Feld, sondern der siebte: Sowohl Cedrik-Marcel Stebe (Knöchel) als auch Peter Gojowczyk (Hüfte) zogen kurz vor dem ersten Aufschlag zurück.

"Es ist eine Vorsichtsmaßnahme in Absprache mit meinem Physiotherapeuten", sagte Stebe, der Profi aus Vaihingen an der Enz mit der schmerzhaft langen Verletztenliste. Er wolle seinen Start bei den French Open nicht gefährden. Der 30-Jährige hatte noch kurz vor seinem Auftaktmatch gegen Philipp Kohlschreiber trainiert. Der bekommt es nach seinem überraschenden Ruhetag nun mit dem Qualifikanten Maxime Janvier aus Frankreich zu tun.

Packendes Drei-Stunden-Match

Daniel Altmaier hatte im Oktober sensationell das Achtelfinale der French Open erreicht. "Er kann sehr gut spielen, kommt aber nach einer Verletzung zurück", weiß Taro Daniel. Der Japaner schlug Altmaier am Ende überraschend deutlich mit 7:5, 6:0. Als Mach des Tages stellte sich die Partie zwischen Brandon Nakashima (USA) und Marc-Andrea Hüsler (Schweiz) heraus. Nach knapp drei Stunden siegte der Amerikaner mit 6:7 (3:7), 6:4, 7:6 (7:3).

Heute sind neben Philipp Kohlschreiber auch Rudolf Molleker und erneut Mats Moraing gefordert. Besonders reizvoll erscheinen aber die Partien des an Position zwei gesetzten Karlsruhers Yannick Hanfmann gegen Prag-Sieger Gallon Griekspoor (Niederlande) und des Stuttgarters Yannick Maden gegen Dennis Novak (Österreich). Es wäre keine Überraschung, würde es heute beim Neckar-Cup mit Überraschungen weitergehen.

Der Neckar-Cup im Livestream: www.tennischannel.app und www.atptour.com


Lars Müller-Appenzeller

Lars Müller-Appenzeller

Stv. Leiter Sportredaktion

Fußball, Tennis, Ski alpin: Sport bewegt - Tag für Tag auch Lars Müller-Appenzeller. Der Mann vom Bodensee ist seit dem Sommermärchen 2006 für die Heilbronner Stimme sportlich unterwegs.

Kommentar hinzufügen