Neustart der SGi Waldenburg mit vielen Unbekannten

Schießen  Am Wochenende beginnt für die Schützengilde Waldenburg die Bundesliga-Saison mit der Luftpistole. Auftakt-Wochenende in München ohne Zuschauer.

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Bundesliga-Schützen wie Tobias Backes haben lange Zeit nur zu Hause Trockenübungen gemacht und trainieren erst seit Kurzem wieder. Daher wird der Liga-Auftakt Überraschungen mitbringen.

Foto: Marc Schmerbeck

Die Zwangspause dauerte lange. Eineinhalb Jahre gab es bei den Sportschützen keine Liga-Wettkämpfe mehr, seit dem Bundesliga-Finale im Februar 2020. Am Wochenende beginnt nun wieder die Bundesliga-Saison mit der Luftpistole.

Die Einschränkungen während der Corona-Pandemie waren groß. Und sie dauern teilweise noch an. "Es wird wahrscheinlich erstmal nicht die Bundesliga sein, die wir kennen", sagt Claudia Odermatt, Trainerin der SGi Waldenburg. "Es ist eine Phase der Neuorientierung." Wie ein kleines Abenteuer.

Viele Fragezeichen zum Saisonstart

Wenn die Waldenburger am Samstag um 15 Uhr in München gegen den SV Willmandingen antreten, wird es viele Unbekannte und Fragezeichen geben. Die Trainerin selbst kann aus beruflichen Gründen nicht mit nach Bayern fahren. In München ist ihr Team am Sonntag um 10 Uhr im zweiten Duell gegen den ESV Weil am Rhein gefordert. Unter anderem sind beim Auswärts-Gastspiel keine Zuschauer zugelassen. "Wir müssen einfach mal abwarten, wie das am ersten Wettkampf ist", sagt Odermatt. "Es ist sicher eine andere Atmosphäre wie gewöhnlich bei einem Bundesliga-Wettkampf. Das Feeling wird ein ganz anderes sein." Die Geräuschkulisse durch die Fans wird fehlen. Für den einen oder anderen Schützen ist dies sicher ein Vorteil.

Corona bedingte Änderungen während des Wettkampfes

Die Waldenburger Mannschaft hat sich kaum verändert. Als ausländischer Gast ist in den meisten Wettkämpfen der Franzose Florian Fouquet vorgesehen. Aber auch Joao Costa aus Portugal oder Camille Jedrzejewski sind bereit auszuhelfen. In München werden voraussichtlich Fouquet, Doreen Vennekamp, Christian Freckmann, Tobias Bumb und Tobias Backes an den Ständen stehen. Und auch hier gibt es Veränderungen. Zunächst gilt wie bei anderen Veranstaltungen auch, die 3G-Regel. Die Abstände zwischen den Schützen müssen vergrößert und eingehalten werden. Auf kleinen Schießständen ein Problem. Beim Waldenburger Heimwettkampf in der Mehrzweckhalle macht dies keine Schwierigkeiten. Hier könnten sogar Zuschauer denkbar sein. Aber noch gibt es keine abschließenden Planungen. Zwischen den Schützen wird zusätzlich ein Schutzvorhang sein. "Die Waffen werden ständig desinfiziert", sagt Odermatt. Dies ist vor allem bei den Waffenkontrollen wichtig. Dazu stehen Einmalhandschuhe bereit. Auch die Pausenzeiten in der Kabine sind eingeschränkt. Dazu herrscht Maskenpflicht - ausgenommen am Stand.

Ein Saisonziel gibt es in Waldenburg nicht

"Das Drumrum wird es schwieriger machen. Dazu gehört auch, dass es schwieriger ist, Übernachtungen zu organisieren und nach dem Wettkampf gemeinsam essen zu gehen. Teilweise sind dafür Reservierungen nötig", sagt Odermatt. "Aber wir sind natürlich froh, dass wir wieder raus dürfen, dass es wieder ein wenig Normalität gibt. Und man muss ja auch sehen, dass die Pandemie noch nicht vorbei ist."

Eine Zielsetzung gibt es in Waldenburg nicht. Dafür waren die Einschränkungen - gerade was das Training betrifft - zu groß. "Viele von uns konnten kaum trainieren", sagt Odermatt. "Tobias Bumb und Tobias Backes haben vor kurzem erst wieder angefangen. Außerdem sind durch die lange Pause viele Kontakte abgebrochen."

Erster Kampf als Standortbestimmung

Ein Problem, mit dem auch andere Mannschaften zu kämpfen hatten. "Die meisten Schützenhäuser waren lange geschlossen", erklärt Odermatt. "Außer den Nationalkaderschützen hatten alle ein vermindertes Trainingsprogramm." Wenn überhaupt waren nur zu Hause Trockenübungen möglich. Dadurch ist die Leistungsstärke zunächst schwer einzuschätzen.

"Der erste Kampf ist eine Standortbestimmung", sagt Odermatt. Aufgrund der Auflagen haben auch die Waldenburger kein gemeinsames Training gemacht. Die meisten sehen sich nach langer Zeit zum ersten Mal wieder. "Wir wollen einfach unser Bestes geben und sehen, was dann rauskommt", sagt Odermatt.


Marc Schmerbeck

Marc Schmerbeck

Autor

Marc Schmerbeck ist seit 2009 zuständig für den Sport in Hohenlohe. Als Heilbronner geht sein Blick aber auch über jegliche Grenzen hinweg.

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