Neue Atmosphäre, aber gleicher Ehrgeiz bei Boxer Slawa Spomer

Boxen  Der Hohenloher Boxer Slawa Spomer freut sich nach acht Monaten Zwangspause auf seinen elften Profikampf bei der Autokino-Fightnight in Heilbronn. Alles ist ein bisschen anders als sonst.

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Slawa Spomer (rechts) am Freitag beim Pratzentraining mit Trainer Zoltan Lunka in der Kickbox-Akademie Heilbronn.

Foto: Alexander Bertok

Acht Monate hat Slawa Spomer in keinem Ring mehr gestanden. "Endlich geht es wieder los", freut sich der 27-Jährige auf seinen elften Profikampf an diesem Samstag im Rahmen der sechsten Fightarena auf der Heilbronner Theresienwiese. Von Alltag kann aber noch keine Rede sein. "Die Atmosphäre wird ganz anders sein. Autos statt Menschen. Das ist für uns alle neu", sagt Spomers Trainer Zoltan Lunka über die erste Autokino-Fightnight Deutschlands.

Ein Ausdauerproblem dürfte Spomer nicht bekommen

Am Freitag absolvierte das Duo in der Kickbox-Akademie Heilbronn eine letzte Trainingseinheit. "Wir sind gut vorbereitet", ist der 50-jährige Coach überzeugt. Hauptsächlich wurde in einem Gym in Bruchsal trainiert - streng nach den Hygienevorschriften. "Seit 1. Juli ist wieder richtiges Boxen erlaubt. Dadurch haben wir auch wieder Sparring machen dürfen", sagt Spomer. Boxen ohne Gegner ist schließlich auf Dauer schwierig. "Es liegen viele Monate Grundlagen-Ausdauertraining hinter mir. Konditionell werde ich keine Probleme bekommen", ist der Mittelgewichtler überzeugt. Bei zu erwartenden Temperaturen um die 30 Grad könnte das selbst bei dem auf lediglich sechs Runden angesetzten Kampf ein Faktor sein.

Spomer gegenüber wird ein erfahrener Ungar stehen. Krisztian Santa ist bereits 37 Jahre alt, hat 32 Profikämpfe absolviert, 16 davon gewonnen. Der "Daredevil" ist am Freitag aus seiner ungarischen Heimatstadt Lébény nahe der österreichischen Grenze mit dem Auto angereist. "Das ist ein bewusst gewählter Aufbaukampf, damit sich Slawa nach der langen Pause wieder an den Ring gewöhnen kann", sagt sein Manager Thomas Holefeld.

Spomer will nicht über die volle Distanz gehen

Der in seinen bisher zehn Profikämpfen siegreiche Spomer hat ein klares Ziel für das Duell: "Vorzeitig zu gewinnen, wäre ganz schön. Ich werde aber nicht mit Gewalt reingehen. Ein Katz-und-Maus-Spiel wie bei meinem letzten Kampf in Heilbronn werde ich aber auch nicht zulassen." Trainer Lunka, Bronzemedaillengewinner bei Olympia 1996, rät ebenfalls zu Gelassenheit: "Slawa muss wieder in den Ring finden, wieder eine Richtung reinbekommen. Ein K.o. passiert dann von ganz alleine." Holefeld sieht es ähnlich: "Slawa soll umsetzen, was er im Training gelernt hat. Es geht nicht darum, einen schnellen K.o. zu schaffen."

Neben Spomers Auftritt sind 14 weitere Kämpfe geplant. Unter anderem werden Kickboxerin Anna Erbers aus Abstatt und Admir Hamidovic bei seinem MMA-Debüt zu sehen sein. Die Zuschauer bekommen die Atmosphäre übers Autoradio hautnah mit, über eine große Leinwand lassen sich die Kämpfe auch weiter weg vom Ring gut verfolgen. Getränke werden direkt an den Fahrzeugen verkauft. Maximal 500 Autos sind von der Stadt Heilbronn für die Veranstaltung zugelassen worden. Der Einlass beginnt um 16.30 Uhr, die insgesamt 15 Kämpfe bei der ersten Autokino-Fightnight beginnen um 18 Uhr.

Tickets gibt es über www.diginights.com


Stephan Sonntag

Stephan Sonntag

Autor

Stephan Sonntag arbeitet seit Oktober 2008 für die Heilbronner Stimme. Nach seinem Volontariat wurde der gebürtige Westerwälder in die Sportredaktion übernommen. Dort ist er für Handball, Eishockey, Boxen und Rugby zuständig. 

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