Neue Ansichten für die Heinsheimer Heber

Gewichtheben  Zum ersten Mal seit 21 Monaten hebt der Zweitligist am Samstag zu Hause gegen den AC Weinheim wieder vor Zuschauern.

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Christian Martens und seine Teamkollegen müssen an diesem Samstag an die Grenze ran, um auch gegen den AC Weinheim zu bestehen.

Foto: Klaus Krüger

Der Gang auf die heimische Bühne dürfte für die Heber des TSV Heinsheim eine ungewohnte Erfahrung werden. "Der eine oder andere wird vielleicht ein bisschen geschockt sein, dass jemand da ist", frohlockt Abteilungsleiterin Martina Dosquet. Gegen den AC Weinheim tritt der Kraichgauer Zweitligist diesen Samstag (20 Uhr) erstmals wieder zu einem regulären Wettkampf an. Mit Zuschauern. Zum ersten Mal seit 21 langen Monaten. "Das werden ganz neue Ansichten: Es gibt einen Gegner und unten echtes Publikum", sagt Dosquet.

In der Zwischenrunde im Frühjahr, als Zuschauer noch ausgeschlossen waren, waren selbst die Gegner selten vor Ort, sondern per Stream zugeschaltet. Eine sonderbare Erfahrung, die trotz der seit Mittwoch geltenden Corona-Alarmstufe zumindest vorerst der Vergangenheit angehören soll. Ganz zurück zu alter Normalität aber wird es auch in Heinsheim nicht gehen. Abgesehen davon, dass der TSV die Josef-Müller-Halle nicht voll machen dürfte, "rechne ich aber auch nicht mit Zuschauermassen", sagt die Abteilungsleiterin.

Der TSV hofft bei 2G-Bedingungen auf 150 Fans

Was zum einen daran liegt, dass sogar die treuen Anhänger des TSV den ersten Wettkampf traditionell etwas verschlafen. "Zum anderen sind viele Leute angesichts der aktuellen Situation vorsichtig und bleiben größeren Wettkämpfen fern", sagt Martina Dosquet. Dennoch rechnet sie damit, dass auch mit 2G-Regel einige Fans in die Halle am Neckar kommen. "Ich bin zufrieden, wenn wir für unseren ersten Wettkampf 150 erreichen." Das würde auch die Heber des TSV freuen, die eine Rückkehr der Zuschauer kaum erwarten können. Angesichts von inzwischen schon ungewohnten Anfeuerungsrufen werde auch niemand die Hantel fallen lassen, ist Dosquet sicher.

Personell müssen die Gastgeber unfreiwillig umplanen. Zwar wird neben Petar Angelov nach vollständiger Impfung mit Nikolay Georgiev auch der zweite Bulgare eingeflogen. Dafür müsse Amelie Burkert krankheitsbedingt passen. Heber-Rentner Sascha Dimitrov fällt als Ersatzmann dieses Mal aus, da die Ausländerplätze an seine Landsleute vergeben sind. Martina Dosquet hatte gleich an Simon Schneider als Ersatz gedacht.

Amelie Burkert muss passen, Simon Schneider ist Ersatz

Der aber wusste bis Mitte der Woche nichts von seinem Glück. Davon, dass er Zeit hat, ist die Abteilungsleiterin aber ausgegangen. "Seine Frau hebt schließlich auch", meinte eine gut gelaunte Martina Dosquet. Maike Schneider gehört gegen den AC Weinheim ebenso zum Team wie Urgestein Robin Künzel und Youngster Christian Martens, die in Schifferstadt vor drei Wochen zu einem glatten 3:0-Sieg beigetragen hatten. Damals waren die Heinsheimer auf beachtliche 535 Relativpunkte gekommen - und hatten damit tatsächlich die Tabellenführung übernommen. Die würden die Kraichgauer natürlich gerne verteidigen. Dazu muss aber gegen Weinheim ein Sieg her.

Zwar war der AC beim Saisonauftakt mit 515 Relativpunkten hinter den Heinsheimern geblieben. "Aber 20 Punkte sind schnell passiert", sagt Dosquet. Zumal Heinsheim die alleine durch den Ausfall von Burkert einbüßen dürfte. Die Weinheimer hatten im ersten Duell einen Heber eingesetzt, der nicht zu den Top Sechs gehören dürfte. "Ich gehe davon aus, dass der AC bei uns ein paar Punkte mehr machen wird", sagt Martina Dosquet. Vieles aber ist mit Fragezeichen versehen, weil "man bei anderen nicht weiß, wer geimpft ist und wer nicht". Denn auf der Bühne gilt im Gewichtheben 2G.

In jedem Fall werde es eine "enge Kiste". Darauf dürfen sich auch wieder Zuschauer freuen.


Martin Peter

Martin Peter

Autor

Über Umwege ist Martin Peter im August 2017 bei der Heilbronner Stimme gelandet. Der gebürtige Norddeutsche lebte davor lange Zeit am Alpenrand und berichtet nun über Eishockey und das sportliche Geschehen im Kraichgau.

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