Neckarsulmer Männer beweisen Zweitligaformat

Tischtennis  Gelungener Rundenstart der NSU mit einem 6:2 gegen den 1. FC Saarbrücken II. Starke Auftritte von Florian Bluhm und Josef Braun.

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Mister Zuverlässig in Person: Team-Senior Josef Braun hat zwei Siege zum erfolgreichen Neckarsulmer Zweitligastart beigesteuert.

Foto: Alexander Bertok

Die Belohnung nach vollbrachtem Tagwerk kam aus den Duschköpfen in der Ballei-Umkleide. Beim Pokal-Auftakt in Hilpoltstein vergangene Woche verhinderten die bayerischen Corona-Regularien noch den Kontakt von Sportler und Wasser. Der Heimweg: klebrig. "Ich stand erst um 23.30 Uhr daheim in Frankfurt unter der Dusche", sagte Jens Schabacker, der den siegbringenden fünften Punkt beisteuerte.

Um 16.23 Uhr reckte er am Sonntagmittag jubelnd die Faust in die Höhe. Zum Zweitligastart haben die Neckarsulmer den 1. FC Saarbrücken II mit 6:2 nassgemacht, als Sieger duscht es sich angenehmer. "Wer die Punkt hier lässt, der darf bei uns immer duschen", witzelte Trainer Alexander Mohr hinterher.

Der Unterschied zum 1:6: Diesmal weiß jeder um seine Stärke

Vor zwei Jahren, beim ersten Abenteuer in der zweithöchsten Spielklasse, ging es mit einem 1:6 bei Saarbrücken II los, nun holten dieselben vier Spieler einen 6:2-Heimsieg. "Saarbrücken war damals einen Tick stärker als heute", erinnerte sich Mohr. "Wir sind eben als Team gereift", sagte Jens Schabacker, während er zusammenpackte: "Jeder weiß um seine Stärke, das war vor zwei Jahren anders." Das gilt besonders für Spitzenspieler Florian Bluhm, der die rund 100 Zuschauer mal wieder mit viel Abwehr-Spektakel unterhielt.

Der Badener trainierte zuletzt viel, sammelte bei Challengerturnieren zudem viel Matchpraxis. "Man merkt ihm sein Selbstvertrauen an", sagte Alexander Mohr über den bald 24-Jährigen, der vorne Jiri Martinko (3:2) und Stanislav Kucera (3:0) besiegte. Gut fürs Selbstvertrauen der Teamkollegen: Jeder steuerte mindestens einen Einzelsieg bei, Julian Mohr gewann einmal (3:1 gegen Kucera), dazu gesellten sich zwei Punkte von Groß- und Altmeister Josef Braun im hinteren Paarkreuz. Wohl dem, der einen Ü 50-Spieler in der 2. Liga als Ersatzmann bringen kann, der zwei Punkte beisteuert.

Gratulation aus Indien

Vor zwei Jahren blieb Neckarsulm in der Zweitliga-Hinrunde zu lange ohne Erfolgserlebnis. Ein hartes Lehrjahr folgte, das sich lange wie ein Leerjahr anfühlte. Damals reichte es beim ersten Zweitliga-Abenteuer in der gesamten Hinrunde nur zu einem mageren Pünktchen. Nun stehen schon die ersten zwei Pluspunkte auf dem Konto der NSU. Keine fünf Minuten nach Spielende trudelte bereits die erste Gratulation aus Indien ein. Neuzugang Sanil Shetty freute sich mehr als 10 000 Kilometer entfernt mit, per Liveticker und Livestream verfolgte er das Geschehen in der Neckarsulmer Ballei mit.

Angesichts der aktuellen Corona-Zahlen in Indien erscheint es unwahrscheinlich, dass der 31-Jährige in diesem Kalenderjahr noch für Neckarsulm zum Schläger greift. Das Gute im Schlechten: Die vier anderen NSU-Spieler sind auch alleine absolut zweitligatauglich.

Verzicht auf Prag-Trip macht Einsatz möglich

Ersatzmann Josef Braun verzichtete zuletzt auf einen Trip ins Risikogebiet Prag - die Reise hätte seinen Einsatz am Sonntag unmöglich gemacht. Alle hoffen, dass Reisebeschränkungen zwischen Deutschland und Tschechien trotz der dort rasant steigenden Infektionszahlen ausbleiben. Der Mann aus Ostrau ist am nächsten Wochenende nämlich für einen Doppel-Einsatz vorgesehen. Erst soll Braun beim Saisonstart der zweiten Mannschaft an der Seite von Klaus Werz und Co. in der Verbandsliga Nord mitwirken, am Tag darauf dann beim Auswärtsspiel bei Erstliga-Absteiger Jülich.

Neckarsulm - 1. FC Saarbrücken II 6:2 Bluhm - Martinko 11:9, 8:11, 11:9, 6:11, 11:6 1:0 Mohr - Kucera 11:8, 11:8, 9:11, 12:10 2:0 Schabacker - Levajac 7:11, 4:11, 6:11 2:1 Braun - Hribar 11:3, 11:7, 15:13 3:1 Bluhm - Kucera 11:8, 11:8, 11:8 4:1 Mohr - Martinko 7:11, 10:12, 3:11 4:2 Schabacker - Hribar 6:11, 11:8, 11:9, 12:10 5:2 Braun - Levajac 8:11, 12:10, 8:11, 11:9, 11:1 6:2


Florian Huber

Florian Huber

Autor

Florian Huber ist seit 2007 bei der Heilbronner Stimme. Als Sportredakteur ist er seitdem unter anderem zuständig für Fußball. Auf Sportplätzen der Region und in den großen Stadien der Republik.

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