Müller und Faller machen beim Turnier in Leingarten gemeinsame Sache

Reiten  Der Baden-Württembergische Hallenchampion Marian Müller gewinnt in Leingarten auf einem Pferd aus Güglingen.

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Training in Leingarten: Marian Müller vom RFV Schwäbisch Gmünd.

Foto: lm

"Warst du schneller?", fragte Marian Müller Joachim Durst auf dem gemeinsamen Weg zur Siegerehrung. "Nee", brummte der 55-Jährige vom RC Güglingen anerkennend nach der wichtigsten Springprüfung beim Reitturnier des SV Leingarten: Marian Müller, amtierender baden-württembergischer Hallenchampion, hat am Sonntag am Heuchelberg ein M*-Springen gewonnen. Das ist in vielerlei Hinsicht bemerkenswert.

Warum eine besondere Zusammenarbeit fruchtet

Zum einen zeigt der Auftritt des 27-jährigen Jungprofis vom RFV Schwäbisch Gmünd, dass es nicht immer ein S-Springen sein muss, um Baden-Württembergs Beste in die Region zu bekommen und vor allem ein auch quantitativ ansprechendes Feld. 27 Paare stellten sich der anspruchsvollen Prüfung auf einem nicht einfachen Platz, dreimal präsentierte sich der Pferdewirtschaftsmeister Müller - dreimal mit Pferden von Stephan Faller, dem Besitzer des Reiterhofes in Güglingen-Frauenzimmern, der nicht mehr selber reitet.

"Wir kennen uns schon länger", erzählte Marian Müller, "seit März reite ich Pferde von Stephan, wir haben auch ein Pferd gemeinsam. Ich bin ein-, zweimal die Woche zum Training auf seinem Hof." Die Zusammenarbeit fruchtet, wie Platz acht mit der sechsjährigen Stute Holde Maid und der Sieg auf dem neunjährigem Wallach Merino van de Achterhoek zeigen; mit dem sechsjährigen Hengst Silver Credit kam noch Platz 14 hinzu. Der stolze Besitzer, in Summe 153 Euro Preisgeld reicher, lachte und sagte beim Einladen der Pferde in einen weißen Transporter mit dem Namen der lebenden Reitlegende Ludger Beerbaum auf dem Fahrerhaus: "Den LKW aus seiner Flotte habe ich ihm kürzlich bei der EM abgekauft. Der LKW hat viele Siege eingefahren - so geht es jetzt weiter", so Faller.

Schulterzucken nach Platz zwei

Für Marian Müller war Leingarten eine Trainingseinheit, "ich habe das Turnier mit jungen Pferden genutzt". Am Wochenende geht es für ihn beim viertägigen Turnier in Schopfheim weiter - dort stehen unter anderem fünf S-Prüfungen an. Joachim Durst ist froh, dass in der Region endlich wieder Turniere ausgeschrieben sind. "Schaut man auf alle Regionen, war bei uns mit am wenigsten geboten", blickt der Vollblutamateur aus Güglingen auf die vergangenen Pandemie-Monate zurück. Dass er auf Con-Tico in fehlerfreien 35,24 Sekunden 1,25 Sekunden langsamer war als Müller und Merino van de Achterhoek, registrierte der Routinier mit einem Schulterzucken.

Das Hobby von Joachim Durst hat sich massiv verändert. Die Nennungen seien teurer geworden, einen Turnierkalender wie früher für die komplette Saison gebe es wegen Corona nicht mehr. Alles läuft kurzfristig. "Jetzt sind es noch drei, vier Wochenenden im Wettkampfmodus." Dann ist Pause. Wie es in der Region 2022 weitergeht? "Vier, fünf Vereine, die immer Turniere ausgerichtet haben, sind Stand jetzt nächstes Jahr nicht dabei", sagte Frank Uhde, Vorsitzender des Pferdesportkreises Franken.


Lars Müller-Appenzeller

Lars Müller-Appenzeller

Stv. Leiter Sportredaktion

Fußball, Tennis, Ski alpin: Sport bewegt - Tag für Tag auch Lars Müller-Appenzeller. Der Mann vom Bodensee ist seit dem Sommermärchen 2006 für die Heilbronner Stimme sportlich unterwegs.

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