Moritz Bickel löst Ticket für Ironman auf Hawaii

Klagenfurt  In Klagenfurt ist der NSU-Triathlet Schnellster seiner Altersklasse. Er freut sich auf den Start im Oktober 2022 auf die legendäre Hawaii-Strecke.

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"Viel zu kurz" war der Zieleinlauf für Moritz Bickel.

Foto: privat

Den Start beim legendären Triathlon auf Hawaii kann ihm keiner mehr nehmen, doch mit seiner Zeit in Klagenfurter Ironman ist Moritz Bickel nicht zufrieden: "Die 42 Sekunden nerven." Mit einer Zeit von neun Stunden und 42 Sekunden kam der Neckarsulmer Triathlet am 19. September in Österreich als 37. ins Ziel. Da lagen 3,8 Kilometer im Schwimmen, 180 Radkilometer und ein Marathon hinter ihm. Am Ende, - mit fast 16 Minuten Vorsprung auf den zweiten seiner Altersklasse zwischen 25 und 29 Jahren - ließ er es locker austrudeln.

Für die legendäre Strecke auf Hawaii hat sich Bickel vorgenommen, im Oktober 2022 unter neun Stunden zu laufen. Das ist gar nicht so einfach: "Das Rennen ist langsamer als in Europa. Man schwimmt ohne Neoprenanzug und das Klima ist mit 30 Grad heißer und schwül. Hier in Klagenfurt waren es 20 Grad, das war ideal. Dazu kommt vielleicht dort noch Wind", erklärt er.

Risiko oder alleine fahren?

Das Rennen in Klagenfurt fand der Eberstädter "top organisiert", neben dem Triathlon in Roth und dem in Frankfurt "eines der Rennen, das man gemacht haben sollte". Die 3,8 Kilometer durch Wörthersee und im letzten Drittel durch den Lendkanal meisterte der 26-Jährige in unter 55 Minuten. Nach dem Schwimmen lag er in seiner Altersklasse auf dem dritten Rang. In einer kleinen Gruppe fuhr Bickel eher defensiv, durch einen Dixi-Stopp und die kühlen Temperaturen verlor er zunächst den Anschluss und war alleine unterwegs. Bei Kilometer 90 feuerte ihn sein Vater und Freundin Ines an. Das gab ihm einen Motivationsschub: An eine zehnköpfige Gruppe konnte er sich dranhängen. Dann musste er diese aber nach einem erneuten Stopp ziehen lassen. Es gab zwei Optionen: Alleine fahren oder es riskieren. Bickel entschied sich für Letzteres, nach rund zehn Kilometern holte er die Gruppe wieder ein, hatte beim Wechsel zum Laufen zwei Minuten Vorsprung auf den Zweitplatzierten seiner Altersklasse.

Beim Laufen, vorbei an Cafés, konnte er "sein Ding machen". Nach zwölf Kilometern war der Vorsprung auf fünf Minuten gewachsen. Solide lief Bickel das Rennen zu Ende, gönnte sich genug Verpflegung. Den "viel zu kurzen Moment des Zieleinlaufs" bezeichnet er als "unbeschreiblich". An der Klagenfurter Strecke gefiel Bickel, dass man die Fans am Lendkanal, der vom Wörthersee bis zur Innenstadt führt, erkennen konnte. Die Radstrecke bezeichnete er als "abwechslungsreich". Nur eine einzige große Runde fuhren die Athleten - nicht mehrere, wie bei anderen Läufen.

Bald will Bickel die neue Saison planen

Nach Klagenfurt ist die Saison für Bickel zu Ende. In zwei, drei Wochen will er mit seinem Trainer Felix Schumann die nächsten Schritte planen. Dann wird sich entscheiden, ob er im nächsten Jahr neben Hawaii noch weiter Langdistanz-Rennen läuft, oder ob er in der Liga und der Mitteldistanz an den Start gehen will. Bis Oktober soll das Training lockerer sein, dann will er mit dem Tempo wieder anziehen.


Kraft

Christoph Kraft

Editor

Christoph Kraft hat im Oktober 2019 als Volontär bei der Heilbronner Stimme angefangen. Seit Oktober 2021 ist er Editor am Produktionsdesk und hat die überregionalen Nachrichten im Blick.

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